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Knoppix 2.1

01.01.2002 Eine relativ neue Distribution namens Knoppix kommt aus deutschen Landen und eignet sich besonders gut, um neue Programmversionen auszuprobieren, ohne eine bestehende Linux-Installation zu verändern.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen an Ihren Windows-Rechner, und statt des Windows-Desktops blinkt Ihnen KDE entgegen. Dem ersten Schreck folgt ein Blick auf den grinsenden Kollegen, und Sie wissen: Alles wird gut. Niemand hat Ihre Festplatte übergebügelt, denn das, was hier läuft, ist eine Distribution, die überhaupt keine Festplatte benötigt, sondern komplett von CD läuft.

Alles, was drin ist

Knoppix, vom Namen des Autors Klaus Knopper abgeleitet, ist eine Distribution der besonderen Art. Ob zu Demonstrationszwecken, als Rettungs- oder Netzwerkdiagnosesystem eingesetzt, besteht ihr großer Vorteil gegenüber Ein-Disketten-Linuxen oder "Live Evaluation"-CDs kommerzieller Distributoren darin, soviel aktuelle Software wie möglich mitzubringen. Außerdem verfügt Knoppix über eine automatische Hardwareerkennung, die unter Zuhilfenahme der von Red Hat entwickelten Kudzu-Library eine Menge Konfigurationsarbeit erspart. Sehr nützlich erweist sich Knoppix auch beim Kauf eines neuen Rechners. Wer kann schon im Laden ohne langwierige Installation Hardwarekomponenten auf ihre Linux-Verträglichkeit testen? Knoppix kann es.

Das ISO-Image der Knoppix-CD können Sie von ftp://ftp.uni-kl.de/pub/linux/knoppix/ bzw. http://download.linuxtag.org/knoppix/ herunterladen oder direkt beim Autor bestellen. Ein entsprechendes Kontaktformular befindet sich auf der Knoppix-Homepage http://www.knopper.net/knoppix/. Für diesen Artikel haben wir die Version 2.1 beta 17 getestet.

Dank eines komprimierten Dateisystems befinden sich knapp 1.7 GB Software auf der CD, darunter der Linux-Kernel 2.4.14, die Desktop-Umgebungen KDE 2.2.1 und GNOME 1.4.1 mit Windowmanager sawfish 0.99, die Fenstersysteme XFree86 3.3.6 und 4.1.0, das Bildbearbeitungsprogramm Gimp 1.2.2, die Web-Browser Konqueror 2.2.1, Netscape Communicator 4.77 und Mozilla 0.9.5, die GPL-Version von StarOffice, OpenOffice 6.38, und KOffice 1.1.0 als Office-Pakete, das Textsatzsystem teTeX 1.0.2, der MP3-Player XMMS 1.2.5, der "Lemmings"-Klon Pingus 0.5 und viele andere. Auch Entwickler-Tools wie der C-Compiler gcc 2.95.4 und die Entwicklungsumgebungen kdevelop 2.0.1 und kdestudio 2.0.0 sind mit von der Partie. Rettungs- und Systemwartungstools wie der Partitionseditor parted 1.4.20, der Netzwerkmonitor ethereal 0.8.20 sowie der Portscanner nmap 2.54.30 bringt Knoppix ebenfalls mit. All diese Pakete selbst zu pflegen, wäre sehr aufwändig, und so verwundert es nicht, dass Knoppix auf der gut gepflegten Debian-Distribution basiert.

Out of the box

Obwohl meine angestammte Rubrik out of the box in diesem Monat pausiert, passt deren Motto auch recht gut auf Knoppix. Denn wenn der Rechner nicht allzu exotische (sprich: von Linux nicht unterstützte) Hardware enthält und mindestens 16 MB Arbeitsspeicher sowie ein CD-ROM-Laufwerk sein Eigen nennt, bootet die Distribution (Abbildung 1) direkt von CD in ein laufendes X-Window-System. Ab 82 MB Speicher startet die KDE-Desktop-Umgebung, sonst der ressourcenschonende Window Manager twm. Durch entsprechende Boot-Optionen (Tabelle 1) sind außerdem der GNOME-Desktop und der experimentelle Window Manager larswm wählbar.

Abbildung 1: Der Knoppix-Bootprompt

Dank der guten Hardwareerkennung (Abbildung 2) werden gängige SCSI-Controller, Netzwerkkarten, Sound-Karten, PCMCIA-Komponenten und auch USB-Geräte erkannt. Der sehr aktuelle Kernel trägt ebenfalls seinen Part dazu bei. Falls eine Komponente, für die ein Kernel-Modul vorhanden ist, wider Erwarten unerkannt blieb, kann per Boot-Option eine manuelle Modulauswahl benutzt werden – allerdings sollten Sie dafür ein wenig Linux-Erfahrung mitbringen.

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