K-splitter

01.01.2002

Mit KDE im Doppelpack oder auch nur den neuen Programmen, Icons und Features von KDE 3.0 steht eines fest: Im neuen Jahr wird keine Langeweile auf dem Desktop aufkommen. Es gibt viel zu kompilieren, packen wir es an!

Öfter mal was Neues

Kaum ist die aktuelle Version der 2.2er Ausgabe sicher auf dem Rechner installiert, machen sich die KDE-Developer daran, den nächsten Schlag – KDE 3.0 – vorzubereiten. Und zwar nicht still und leise, sondern ganz offen im Web und den einschlägigen Newsgruppen. Bei so vielen Neuerungen (ein paar stellen wir Ihnen in diesen K-splittern vor) fällt es schwer, dem Sirenengesang der neuen Software zu widerstehen.

Doch was tun mit der alten KDE-Version? Soll man wirklich wegen ein paar neuen Gimmicks die funktionsfähige und stabil laufende Arbeitsumgebung aufs Spiel setzen? Keine leichte Entscheidung. Was liegt da näher, als sich für beide zu entscheiden? Diesen Gedanken muss auch José Pablo Ezequiel (Pupeno) Fernández gehabt haben, denn er lässt alle neugierigen KDE-Benutzer auf seiner Homepage unter http://www.pupeno.com.ar/runningkdes/ an seinen Erfahrungen mit der Installation und der Inbetriebnahme des "Doppelpacks" teilhaben.

Mandrake-User sind am besten dran, denn diese Distribution benutzt er als Ausgangsposition. Aber auch die Rothüte unter Ihnen dürften auf Grund der Ähnlichkeit der beiden Linux-Distributionen ihre Freude an dem Tutorial haben. Nur die SuSE-Nutzer müssen unter Umständen an der einen oder anderen Stelle abweichend vorgehen. Aber wer weiß, vielleicht setzt sich ja einer davon im Anschluss hin und stellt seine Erfahrungen mit dem Doppelbetrieb unter SuSE Linux ins Netz.

Sollte sich jemand von Ihnen die Mühe machen, José Fernández' Anweisungen für all die Linuxer, deren Englisch nicht ganz so sattelfest ist, ins Deutsche zu übertragen, berichten wir gerne in einer unserer nächsten Ausgaben über diese Bemühungen.

Abbildung 1: Mit einem guten Tutorial läuft die Doppel-Installation viel leichter

Große Ereignisse…

… werfen ihre Schatten voraus. Denn die Fortschritte bei der KDE-3.0-Entwicklung schreiten immer weiter voran. Einen Weg, die vor kurzem veröffentliche Alpha1 zu installieren, stellen wir Ihnen im Abschnitt "Öfter mal was Neues" vor. Warum aber sollten Sie das Risiko eingehen? Die Antwort liegt auf der Hand: In der KDE-Wundertüte der dritten Generation versteckt sich mehr als nur eine Überraschung. Der Großteil der Neuerungen resultiert dabei aus dem Wechsel zu Trolltechs neuer Ausgabe des Qt-GUI-Toolkits.

Eine der wichtigsten Erweiterungen werden vor allem Nutzer zu schätzen wissen, die viel mit Datenbanken zu tun haben. Denn die neue KDE-Version wird endlich eine unabhängige Schnittstelle enthalten, die nahezu alle bekannten SQL-Datenbanksysteme unterstützt, darunter Oracle, PostgreSQL, MySQL und natürlich auch das ODBC-Interface.

Ebenso fieberhaft arbeitet die Entwickler-Gemeinde an der weiteren Internationalisierung. Da Qt 3.0 die Darstellung nichtlateinischer Zeichensätze, die etwa von rechts nach links verlaufen, stark verbessert, profitiert auch KDE davon. Des Weiteren hilft der aus der neuen Qt-Distribution stammende Qt Linguist dabei, alle für Benutzer sichtbaren Texte Qt-basierter Programme auf einfache Weise in eine andere Sprache zu übersetzen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das neue Lokalisierungstool Qt Linguist

Frohe Kunde auch für die Grafiker unter Ihnen. Sie werden künftig unter KDE endlich mehrere Monitore gleichzeitig betreiben können. Nicht benötigte Icons blendet die grafischen Oberfläche zukünftig per so genanntem Alpha Blending einfach aus. Obwohl das eine Schande wäre, wie Abbildung 3 beweist. Denn außer vielen neuen funktionellen Features bringt KDE 3.0 auch Einiges fürs Auge mit, etwa die quietschbunten Icons aus Abbildung 3 oder das neue Style-Theme dotNET (Abbildung 4).

Abbildung 3: Neue Icons für die 3. Generation
Abbildung 4: Auch neue Themes hat KDE 3.0 im Gepäck

Wer auf die 3.0er Version nicht warten will und von Alpha- und Beta-Versionen lieber die Finger lässt, braucht übrigens auf die Icons und das neue Styling nicht zu verzichten, denn beide können schon jetzt einzeln heruntergeladen und ausgetestet werden. Das Style-Theme finden Sie unter http://clee.azsites.org/kde/; die Icons können Sie unter http://users.skynet.be/bk369046/icon.htm herunterladen.

Neben optischen Neuerungen darf man sich in KDE 3 auch über neue Programme freuen. So hält beispielsweise KonCD, das Brennprogramm, das wir Ihnen bereits im LinuxUser 06/2001 vorgestellt haben, Einzug in die Hauptdistribution.

Imagemaps leicht gemacht

Imagemaps sind eine feine Sache. Diese Bildchen, bei denen sich innerhalb der Grafik mehrere Links befinden, etwa die linke Bildhälfte zur Seite "1.html" und die rechte auf "2.html" verweist, sind ein hübsches Gimmick für jede Web-Seite.

Mit dem KImageMapEditor (die aktuelle Version finden Sie unter http://kimagemapeditor.sourceforge.net/) hat der Autor Jan Schäfer ein KDE-Tool entwickelt, mit dem sich solche Imagemaps wunderbar bequem erstellen lassen. Netterweise lässt sich der Editor vollständig in Quanta, einen der leistungsfähigsten HTML-Editoren unter Linux, integrieren.

Abbildung 5: Ergänzen Sie Quanta um einen Imagemap-Editor!

Sie benötigen dazu allerdings Quanta 2 Pre 2, denn erst ab dieser Version lassen sich eigene Aktionen einbinden. Wählen Sie dazu den Menüpunkt Einstellungen / Configure Actions aus, und klicken Sie dort auf den Button Neu. Im Reiter Input wiederum sagen Sie None. Mit Hilfe des Buttons mit den drei Punkten fahnden Sie nun nach dem Binary Ihres Map-Editors. Gefunden? Dann sollte nun der korrekte Pfad dahin im Textfeld vor dem Punkte-Button erscheinen. Fügen Sie dort zusätzlich ein -c und ein %f als Platzhalter für das aktuelle Dokument an.

Jetzt können Sie sich in der obersten Reihe noch ein passendes Icon heraussuchen, mit dem die gerade angelegte Aktion Imagemap später in der Quanta-Toolbar erscheinen wird. Sie haben zusätzlich die Möglichkeit, dem Icon einen so genannten Tooltipp mit auf den Weg zu geben, also einen Text, der erscheint, wenn man mit der Maus über das Icon fährt. Tragen Sie den Text Ihrer Wahl ins Feld ToolTip ein.

Klicken Sie nun noch auf den Reiter Output. Hier entscheiden Sie sich bitte für den Punkt Insert on cursor position. Ein letzter Klick auf den OK-Button, und schon haben Sie den Imagemap-Editor in Quanta integriert. Soll die Aktion in der Toolbar auftauchen, müssen Sie dies Ihrem HTML-Editor zum Abschluss noch über den Menüpunkt Einstellungen / Werkzeugleisten einrichten mitteilen.

Happy Programming!

Über die Andamooka-Seite http://www.andamooka.org/ mit ihren Online-Versionen nützlicher Linux- und KDE-Bücher haben wir schon öfters berichtet. Leider sind die meisten der dort erhältlichen Werke auf Englisch. Umso erfreulicher ist es, dass es unter http://webs1152.im1.net/kde20devel/ neben der spanischen und schwedischen Variante bald auch eine deutsche Übersetzung des Buchs "KDE 2.0 Development" von David Sweet u. a. geben wird.

Abbildung 6: Buch KDE 2 Programmierung

Strategisch

Über ein Spiel mehr können sich bald die Zocker unter den KDE-Usern freuen: Andreas Beckermann gab auf der KDE-Games-Developer-Liste vor kurzem bekannt, dass er die Weiterentwicklung von Boson, einem Echtzeit-Strategie-Spiel im Stil von Command&Conquer und StarCraft, aufgenommen hat. Damit das Projekt schnell vorangeht, sucht Beckermann noch fleißige Mitstreiter. Interessenten können das Team unter boson-devel@lists.sourceforge.net kontaktieren und ihre Mithilfe anbieten.

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