Fürs Auge

Weiter geht es in der Beispiel-Konfigurationsdatei mit der Optik:

screen 0 {
  include "look-brownsteel.conf"
  workspaces 6
  dock "-0-0", 1
}

Neben look-brownsteel.conf wird look-beoslike.conf mitgeliefert (weitere look-*.conf-Dateien finden sich auf der Heft-CD). Ein Blick in eine dieser Dateien verrät, dass eigene Farbsettings leicht erstellt sind.

Sechs virtuelle Desktops (Workspaces) sollten jedem reichen, doch wer mag, darf die Zahl natürlich erhöhen. Zuletzt wird das Dock in der unteren rechten Ecke (Geometriedaten "-0-0") platziert und horizontal ausgerichtet. Wer es lieber vertikal mag, setzt statt der letzten 1 eine 0.

In dieser Sektion können Sie noch weitere Einträge vornehmen: So wird mit der Zeile font "lucida" künftig die Schriftart Lucida verwendet, während ein opaque_move 50 Fenster mit einer Größe oberhalb von 50% der Desktop-Fläche so verschiebt, dass dabei lediglich der Fensterrahmen, nicht aber der Inhalt angezeigt wird (ein Feature, das Eigner altersschwacher Rechner schätzen dürften). Die vollständige Liste möglicher Spielereien für den Abschnitt screen (und weitere Sektionen) findet sich in der Datei /usr/*/doc/pwm/config.txt.

Zauberkiste

Richtig interessant wird es mit folgenden Zeilen:

winprop "Netscape.Navigator" {
  frame 10
}

Hiermit erscheinen aufpoppende (bzw. mutwillig neu geöffnete) Navigator-Fenster automatisch in ein und demselben PWM-Fenster. Operas Eigenheiten sind somit auch mit Netscapes Navigator möglich, obwohl der das eigentlich gar nicht vorsieht.

Doch mit PWM ist es nicht nur möglich, Fenster zu kombinieren – man kann bei Bedarf auch Anwendungen ohne Fensterrahmen darstellen. Um z. B. den Systemmonitor xosview ohne Umrahmung zu starten, hilft folgender Eintrag:

winprop "*.xosview" {
  wildmode yes
}

Umgedreht kann mit no statt yes ein Fensterrahmen erzwungen werden, will eine Anwendung unaufgefordert darauf verzichten.

PWM ist aufgrund seines Docks und seiner einzigartigen Fensterhandling-Optionen zweifelsfrei ein ungewöhnlicher Geselle. Sein grundlegend anderes Konzept sollte als Chance auf eine andere Bedienung und nicht als Mangel betrachtet werden. Wer sich hierauf einlässt, blickt künftig auf die Größen des Genres unter Umständen mit ein wenig Mitleid hinab …

Glossar

virtuelle Desktops

Die meisten Window Manager bieten mehrere "Bildschirme", die sich mit Fenstern bzw. Anwendungen füllen lassen. Zwischen diesen kann gewechselt werden, ohne dass eine Anwendung geschlossen werden muss. Sichtbar sind jedoch nur jene Applikationen, die auf dem aktuellen Desktop gestartet wurden.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • deskTOPia: wmi
    Viele Fenstermanager lassen sich heutzutage fast ausschließlich per Maus bedienen – die Tastatur fristet ein Schattendasein. WMI zeigt, dass es auch anders geht.
  • KDE und Windows 8: Desktops im Vergleich
    Für Office, Internet & Co. bieten Windows und Linux sehr ähnliche Anwendungen, doch nicht nur die verfügbaren Programme spielen eine Rolle, wenn es um den Komfort des Systems geht. Wir lassen KDE gegen Windows 8 antreten.
  • Window-Manager Wmii
    Moderne Window-Manager setzen ganz auf die Bedienung mit der Maus. Solche, die sich über die Tastatur bedienen lassen, bieten entweder kaum Features oder sind zu kompliziert für Einsteiger. Wmii vereint die Gegensätze.
  • Arbeiten mit Fenstern in KDE
    Ein wesentliches Merkaml grafischer Benutzeroberflächen ist das Arbeiten mit Fenstern - dies ist unter Linux nicht anders als bei Windows. Für das Erscheinungsbild und Verhalten der Fenster stehen unter Linux viele verschiedene Fenster-Manager zur Verfügung.
  • deskTOPia: waimea
    Entspannung, Komfort und eine schöne Aussicht – wer wünscht sich das nicht in den kalten Wintermonaten? Zumindest auf dem Desktop kann dieser Wunsch in Erfüllung gehen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 05/2015: Daten visualisieren

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 4 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Admin Probleme mit Q4os
Thomas Weiss, 30.03.2015 20:27, 6 Antworten
Hallo Leute, ich habe zwei Fragen zu Q4os. Die Installation auf meinem Dell Latitude D600 verl...
eeepc 1005HA externer sound Ausgang geht nicht
Dieter Drewanz, 18.03.2015 15:00, 1 Antworten
Hallo LC, nach dem Update () funktioniert unter KDE der externe Soundausgang an der Klinkenbuc...
AceCad DigiMemo A 402
Dr. Ulrich Andree, 15.03.2015 17:38, 2 Antworten
Moin zusammen, ich habe mir den elektronischen Notizblock "AceCad DigiMemo A 402" zugelegt und m...
Start-Job behindert Bootvorgang, Suse 13.2, KDE,
Wimpy *, 20.02.2015 10:32, 4 Antworten
Beim Bootvorgang ist ein Timeout von 1 Min 30 Sec. weil eine Partition sdb1 gesucht und nicht gef...
Konfiguration RAID 1 mit 2 SSDs: Performance?
Markus Mertens, 16.02.2015 10:02, 6 Antworten
Hallo! Ich möchte bei einer Workstation (2x Xeon E5-2687Wv3, 256GB RAM) 2 SATA-SSDs (512GB) al...