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Kaffee mit Milch und Zucker

Java für die Linux-Plattform

Kaffe

Das Projekt "Kaffe" versucht, die Java-Virtual-Maschine inklusive der Class Libraries als Open-Source-Projekt nachzubilden. Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt von Tim Wilkinson und wird nun von zahlreichen weiteren Java-Programmierern unterstützt. Leider entsprechen die Versionsnummern der Kaffe-Implementierung nicht den üblichen Versionen von Sun, wodurch die Einordnung des Projektstatus erschwert wird. Im Moment (Version 1.0.6) befindet sich Kaffe zwischen den Java-Versionen 1.1 und 1.2 von Sun. Einige Funktionen sind allerdings noch nicht implementiert.

Abbildung 3: Die Kaffe-Homepage (www.kaffe.org)

Die Installation gestaltet sich leider nicht so einfach wie bei den anderen besprochenen Paketen. Die aktuelle Release arbeitet nicht mit aktuellen glibc-Versionen zusammen, wodurch eine Übersetzung auf vielen Linux-Distributionen unmöglich wird. Sie benötigen deshalb die aktuelle Version aus dem CVS-Verzeichnis. Hierzu geben Sie bitte folgende Befehle ein:

cvs -d :pserver:readonly@cvs.kaffe.org:/cvs/kaffe login
cvs -d :pserver:readonly@cvs.kaffe.org:/cvs/kaffe co kaffe

Anschließend befinden sich die Quelltexte der aktuellen Kaffe-Version im neuen Unterverzeichnis kaffe. Das Kompilieren erfolgt nun mit den Befehlen:

./configure --prefix=/usr/lib
make
make install

Der Paramter "--prefix" des configure-Skripts gibt das Verzeichnis an, in dem Kaffe installiert werden soll. Danach sollte auch Kaffe für den ersten Einsatz bereit sein.

Fazit

Wie Sie gesehen haben, ergeben sich für den Java-Programmierer und -Anwender unter Linux zahlreiche Möglichkeiten. Welche Alternative für Ihre Anforderungen am besten passt, sollten Sie durch Testen der verschiedenen Pakete ausprobieren. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, empfiehlt sich zunächst der Einsatz des Sun-JDK/JRE. Im den nächsten Artikeln werden wir das nun installierte JRE in der Praxis einsetzen und die ersten Java-Applikationen ausprobieren.

Glossar

Java-SDKs

(Java-Software-Development-Kit) stellen die gesamte Java-Umgebung für den Programmierer zur Verfügung. Sie brauchen ein SDK lediglich dann, wenn Sie auch selbst Java-Programme entwickeln möchten. Falls ein JDK vorhanden ist, brauchen Sie kein separates JRE, um Programme auszuführen - das JDK beinhaltet bereits alle Funktionen des JRE.

JREs

(Java-Runtime-Environment): Da Java-Programme nur im sogenannten Bytecode (einer Art Java-Maschinensprache) vorliegen, muss für die Ausführung ein Java-Interpreter benutzt werden, der im JRE zu finden ist.

tar -j

Aktuelle tar-Versionen verwenden die Option "-j", um ein bzip2-komprimiertes tar-Archiv zu entpacken. Bei älteren tar-Varianten ist diese noch "-I" (mit einem großen I), ganz alte kennen keine passende Option. Reagiert Ihr tar auf beide Varianten mit einer Fehlermeldung, dekomprimieren Sie das Archiv zunächst mit bunzip2.

CVS

Das "Concurrent Versions System" erlaubt bei großen Programmierprojekten allen Beteiligten einen Schreib-/Lesezugang auf die Quelldateien. Dabei bietet CVS das Feature der Versionsverwaltung, so dass sich jederzeit aktuelle oder zurückliegende Versionen aus dem CVS-"Baum" extrahieren lassen. Mehr zu CVS finden Sie in LinuxUser 08/2001 [5].

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