Memorybird_html.jpg

Speicher-Riegel für unterwegs

Fujitsu-Siemens Memorybird PD-16

01.01.2002
Daten mit auf Reisen zu nehmen, ist manchmal gar nicht so einfach. Der Fujitsu-Siemens Memorybird bietet eine praktische Alternative zu den bekannten Datenträgern.

Was tun, wenn man sensible Daten wie die TAN-Liste für Online-Banking, den privaten SSH-Schlüssel zum Login auf dem Firmenrechner und vielleicht noch die Abrechnungstabelle des letzten Monats mit auf Reisen nehmen möchte? CDs sind sperrig und empfindlich, ein Brenner steht nicht überall zur Verfügung. Disketten sind meist zu klein, und Zip-Laufwerke noch nicht flächendeckend verbreitet. Bleibt noch der Abruf über Internet aus einem geschützten Bereich heraus, wobei je nach Handy oder Modem mehrere Minuten bis Stunden zu veranschlagen sind.

USB-Speichermodul

Der Fujitsu-Siemens Memorybird springt hier in die Bresche: Es handelt sich um ein Modul mit 16 MByte Flash-Speicher und USB-Anschluss. Anders als Compact Flash, Smart Media oder Multi Media sind keine Lesegeräte oder Adapter nötig, das "Speicher-Ei" wird direkt an einen USB-Port angeschlossen. Zudem verfügt der Memorybird über einen Schreibschutz-Schalter (Abbildung 1), mit dem sich unbeabsichtigtes Löschen und Viren-Infektionen verhindern lassen.

Abbildung 1: Wie auch Disketten lässt sich der Fujitsu-Siemens Memorybird schreibschützen. Das hilft nicht nur gegen unbeabsichtigtes Löschen, sondern beugt auch Viren-Infektionen von fremden Rechnern vor

Anders als in der Dokumentation beschrieben funktioniert der Memorybird nicht nur unter Windows, sondern auch unter Linux. Dazu wird neben der grundlegenden USB-Unterstützung das Kernel-Modul usb-storage benötigt. Bei Einstecken des Memorybird sollten Sie folgende Meldungen in der Log-Datei /var/log/messages sehen:

kernel:   Vendor: Fujitsu   Model: Memorybird        Rev: 1.04
kernel:   Type:   Direct-Access                      ANSI SCSI Revision: 02
kernel: Attached scsi removable disk sda at scsi0, channel0, id 0, lun 0
kernel: SCSI device sda: 32000 512-Byte hdwr sectors (16 MB)
kernel: sda: Write Protect is off
kernel:  sda: sda1

Die letzte Zeile gibt an, dass sich auf dem Memorybird eine Partition, sda1, befindet. Für den Datenaustausch ist es sinnvoll, ein MS-DOS- oder VFAT-Dateisystem zu verwenden, dann lässt sich der Speicher auch unter Windows auslesen. Damit unter Linux Benutzer ohne Root-Privilegien den Memorybird mounten können, muss die Datei /etc/fstab um eine Zeile erweitert werden:

/dev/sda1       /mnt    auto    rw,noauto,user,noexec   0 0

Mit diesem Eintrag kann /dev/sda1 von jedem Benutzer unter /mnt gemountet werden. Eine andere Möglichkeit bieten die mtools, die eine Reihe von Befehlen zum Kopieren, Löschen und Bearbeiten von DOS-Dateisystemen ohne vorheriges Mounten erlauben. Sind die mtools installiert, muss der Memorybird einem "DOS-Laufwerksbuchstaben" zugeordnet werden. Dies geschieht in der Datei /etc/mtools.conf:

drive c: file="/dev/sda1"

Mit dem Befehl

mcopy Datei c:

wird eine Datei auf den Memorybird kopiert, andere wichtige Befehle sind mdir, mdel, mformat, mmd und mrd. Mehr über die mtools erfahren Sie mit dem Befehl man mtools.

Vor- und Nachteile

Beide Varianten, das Mounten und die Verwendung der mtools, haben Vor- und Nachteile. Nach Mounten kann der Memorybird wie jedes andere Laufwerk auch direkt angesprochen werden, ein Umkopieren der Daten auf die Festplatte ist also nicht nötig. Dafür werden Dateien verzögert geschrieben, es können durchaus mehrere Minuten zwischen Schreibbefehl und tatsächlicher Ausführung vergehen - wird der Speicher in dieser Zeit herausgezogen, ohne vorher zu unmounten, ist die Datei nicht vorhanden, unvollständig oder völlig unbrauchbar. Im schlimmsten Fall kann das Dateisystem nicht wiederhergestellt werden. Dies kann mit den mtools nicht passieren, die Daten werden unmittelbar während der Ausführung des Kopierbefehls geschrieben oder gelesen. Auch das Unmounten entfällt, mögliche Probleme beim Herunterfahren oder erneuten Einstecken des Memorybird gibt es nicht. Wir empfehlen, dem Benutzer beide Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, indem die entsprechenden Einträge sowohl in der /etc/fstab als auch /etc/mtools.conf vorgenommen werden.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 6 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...