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Zum Kugeln

out of the box

01.12.2001 Anstatt zu Weihnachten bunte Kugeln an den Baum zu hängen, können Sie sie alternativ auch über den Monitor schieben. Kugel von Vlatko Primorac ist ein Knobelspiel für kalte Winterabende.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Kennen Sie noch Solitaire? Nein, ich meine nicht das Suchtspiel aller Schreibkräfte, um die Zeit bis zum nächsten Windows-Absturz zu überbrücken, sondern das Solitaire mit den Kugeln, die durch Überspringen entfernt werden. Wenn Sie nun noch Tetris dazunehmen und gut umrühren, dann haben Sie in etwa das Spielprinzip von Kugel.

In diesem Spiel geht es darum, so lange wie möglich Kugeln vom Spielfeld zu entfernen, was durch Bilden gleichfarbiger Reihen geschieht. Dazu verschieben Sie Kugeln, die bereits auf dem Spielfeld liegen, an andere Positionen, die unblockiert erreichbar sein müssen. Entfernte Reihen erhöhen Ihr Punktekonto. Das Programm legt Ihnen dabei allerdings Steine, pardon, Kugeln in den Weg, die zufällig auf freie Felder verteilt werden. Ist das Spielfeld schließlich voll, endet das Spiel.

Interpretiert

Da es sich bei Kugel um ein in der Skriptsprache perl geschriebenes Programm handelt, müssen Sie bei der Installation nichts kompilieren; es wird durch den perl-Interpreter abgearbeitet. Die Grafikdarstellung besorgt Tk, das ursprünglich als Erweiterung der Skriptsprache tcl konzipiert war, inzwischen aber neben perl auch mit python verwendet werden kann. Für die Tk-Integration in perl müssen Sie eventuell das Paket perl-tk nachinstallieren, das allen modernen Distributionen beiliegt.

So beschränkt sich der Installationsvorgang auf das Kopieren einiger Dateien. Unter der URL http://www.ibiblio.org/pub/Linux/games/strategy/kugel-2.4.tar.gz (oder auf der Heft-CD) finden Sie den für die Installation benötigten Tarball. Damit Sie nicht alles "von Hand" erledigen müssen, befindet sich auf der Heft-CD zusätzlich das Shell-Skript kugelinst.sh. Kopieren Sie die Datei kugel-2.4.tar.gz zusammen mit dem Skript in ein gemeinsames Verzeichnis, verschaffen Sie sich mit dem Kommando su root-Rechte, und starten Sie es mit sh kugelinst.sh, um danach die Superuser-Identität mit exit wieder aufzugeben.

Abbildung 1

Abbildung 1: Das Kugel-Spielfeld

Regeln und Taktik

Nach der Installation rufen Sie das Programm aus einem Terminalfenster mit kugel & auf. Das Spielfeld sollte sich wie in Abbildung 1 präsentieren, allerdings mit weniger Kugeln. Jetzt gilt es, Kugeln so zu verschieben, dass dabei gleichfarbige Reihen von fünf oder mehr Kugeln entstehen – horizontal, vertikal oder diagonal. Das Verschieben geschieht durch Anklicken einer Kugel und nochmaliges Klicken auf das Zielfeld. Dieses Feld muss für die Kugel unblockiert zu erreichen sein. In Abbildung 2 sind zwei aufeinanderfolgende Züge mit Pfeilen dargestellt. Erst, wenn Zug 1 die braune Kugelreihe in der Diagonale entfernt, gibt es freie Bahn für die hellgrüne Kugel, die mit Zug 2 ihrerseits eine Reihe komplettiert. Das Entfernen einer Reihe erhöht Ihren Punktestand um die Anzahl der in ihr enthaltenen Kugeln.

Abbildung 2

Abbildung 2: Eine Frage der Strategie

In jedem Zug, der keine Reihe bildet und entfernt, wirft das Spiel zufällig drei neue Kugeln (links neben dem Feld in der Vorschau zu sehen) auf bisher leere Felder. Das schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Trotzdem sollten Sie sich bei Kugel nicht zu sehr auf eine einzelne Kugelreihe konzentrieren. Besser ist es, mehrere "Baustellen" gleichzeitig zu verfolgen. So erhöht sich die Chance, eine Reihe zu komplettieren.

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Infos zur Publikation

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LinuxUser 05/2014

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