Wer hat das nicht schon einmal erlebt? Man ist mit seinem Auto in einer gänzlich fremden Gegend, man hat doch irgendwie die Orientierung verloren, und weil man ohnehin schon zu spät ist, hat man auch keine Lust, anzuhalten und sich durchzufragen. Denn an den Stellen, wo jemand ist, der ansprechbar aussieht, befindet sich meistens ein Halteverbot. Oder die Stelle ist so eng, dass ein Halten direkt zu einem Hupkonzert führt, und ein Blick in den Rückspiegel genügt, um den Superstau von ganz vorne zu sehen.
Nun, unsere Welt hat einige tolle Erfindungen hervorgebracht, die einem aus diesem Maleur helfen sollen. Z. B. ein GPS-System: Satellitengesteuert wird man von einem freundlichen Computer durch fremde Städte geführt. Wahlweise sagt einem eine nette Frauen- oder Männerstimme, wo es langgeht, und mit ein bisschen Glück wird man auch in keine Einbahnstraße gelotst. Denn das ist bisher das Problem bei diesen Systemen: Sie kennen keine Einbahnstraßen und Baustellen, und man wird ständig aufgefordert umzudrehen, wenn man sich gerade noch am Baukran vorbei in eine rechte Seitenstraße retten konnte. Dann gibt es noch das Märchen(?) von demjenigen, dessen GPS-System ihn über eine Fährverbindung in einen Fluss kommandiert hat. Ob diese Geschichte stimmt, weiß ich nicht, aber ich kenne eine andere, die einem Kollegen wirklich passiert ist: Er war unterwegs und hatte eine dieser Sonderfunktionalitäten aktiviert, die die Restfahrtdauer ermittelte. Dummerweise war an diesem Tage in Wuppertal viel Schnee gefallen, und im Gegensatz zu süddeutschen Städten ist Wuppertal mit mehr als 15 cm Neuschnee total überfordert. Mein Kollege quälte sich also eine satte Stunde zu seinem Hotel vor, das nur drei Kilometer entfernt war. Gerade als er dann auf die Auffahrt des Hotels schneckte, weissagte ihm die Kiste eine Restfahrtdauer von 37 Minuten. Knapp vorbei…
Eine andere tolle Sache ist der Faltstadtplan, jedenfalls solange man mit seinem Auto steht. Wer fährt und blättert, erhascht mit seinem kurzen Blick auf die Karte (schließlich muss man auch auf den Verkehr achten) erst mal die Sondermüllsammelstelle. Beim Umklappen auf die nächste Falz gelangt man direkt in den Flughafen und von dort beim nächsten Mal zur Feldstraße. Das ist auch keine große Hilfe, eher im Gegenteil, denn es gibt in so ziemlich jeder Stadt eine Feldstraße. Warum eigentlich? Hier könnte ein wenig Abwechslung bestimmt mehr Farbe in die Städte und mehr Klarheit in die Karten bringen. Wo bleibt der Pinguinweg, oder die Linuxstraße? Und wer wohnte nicht gern am Serienbriefplatz oder der Kernelallee? Überhaupt ließe sich hier das Namensspektrum noch weiter ausweiten, es muss nicht nur für den Linux-Freak sein. Wie wär es mit normalen Hausgegenständen: Am Grillberg 11, Zum Haarfön 7 oder Toasteraue 42? Aber nein, in jeder Stadt die gleichen Namen. Interessant sind ja auch diejenigen Fahrer, die trotz an japanisches Mondblumenfalten erinnernder, ausgeklügelter Falttechnik versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen, indem sie das ganze Ding dann doch auffalten. Am besten gerade dann, wenn man an einer roten Ampel steht. Kaum wird es grün, geht der Ärger erst richtig los. Man versucht, schnell nach der Gangschaltung zu greifen, und schon reißt der Plan an einer für die Falttechnik lebenswichtigen Stelle, und das ganze Ding wird instabil. Der Fahrtwind aus dem offenen Fenster hat nun alle Zeit der Welt, sie in das Papier zu wickeln und mumiengleich, mehr blind als aufmerksam, folgen sie der Route, die sich nur wenige Zentimer vor ihrem linken Auge verheddert hat.
Doch bei aller schlechten Erfahrung bin ich, was diese Dinger angeht, doch immer wieder ein Wiederholungstäter, denn in einer fremden Stadt ist nicht selten mein erster Halt der an einer Tankstelle, und dann bin ich Besitzer eines weiteren Exemplars in meiner Falkplansammlung. Wer den Weg zur Tankstelle scheut, dem sei [1] empfohlen.
Dass es mit der Kunst des Faltplanfalten etwas auf sich hat, hat bereits Douglas Adams erkannt [2] und eigens ein neues Wort - Kalami(n.), the ancient Eastern art of being able to fold road maps properly - dafür vorgeschlagen.
Linux hat das mit dem ruhigen, kontrollierten Anhalten und dem "Weitermachen" natürlich viel besser im Griff als der eine oder andere Autofahrer. Dafür gibt es zwei Befehle:
Anhalten und Weiterfahren
Einen laufenden Prozess, den man von einer Kommandozeile in Linux gestartet hat, kann man recht einfach in das Land der Träume schicken. Man drückt nur die Tastenkombination [Strg-z], und der Prozess hält an. Hier ist es wichtig, die Tastenkombination in dem Terminal zu drücken, in dem der Prozess gestartet wurde. Wer sich ein HTML-Dokument mit Netscape über
$ netscape tritratrullala.html
ansieht, darf zum Stoppen des Prozesses die Tastenkombination [Strg-z] nicht im Netscape-Fensters drücken, sondern im Terminal, in dem er den Befehl abgeschickt hat (z. B. ein xterm-Fenster). Diese Tastenkombination stoppt den Prozess nur, sie beendet ihn nicht. (Wurde das Programm über ein Menü und nicht per Kommando-Aufruf gestartet, funktioniert dieser Trick nicht.)
Der Weiter-Befehl unter Linux ist fg (ForeGround). Mit ihm holt man den schlafengelegten Prozess wieder zurück. Die Kombination von [Strg-z] und fg ist z. B. dann recht hilfreich, wenn man einen vi offen hat, kurz etwas woanders nachsehen muss, aber nicht das Fenster verlassen möchte. Dann kann man mit [Strg-z] den Editierprozess anhalten, dann in aller Ruhe auf der Kommandozeile seine Dinge nachsehen, und mit fg direkt an der Stelle weitereditieren, an der vorher der Prozess unterbrochen wurde. (hge)
fg - foreground (Vordergrund)
Das Kommando holt einen Prozess in den Vordergrund zurück.



