Vitamine für den Pinguin

Schrittweise Installation

01.12.2001
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Installieren Sie Linux zum ersten Mal? Haben Sie wenig Erfahrung mit Linux-Installationen? Sind Sie bei einzelnen Installationsoption unsicher? Vielleicht hilft Ihnen dieser Artikel weiter: Wir zeigen Ihnen einen sicheren Weg durch den Installer von Linux-Mandrake 8.1.

Vor der Installation

Abbildung 1: Hier wählen Sie die Sprache aus, die während der Installation und später beim laufenden System bevorzugt benutzt werden soll

Wollen Sie nicht nur die Basiskomponenten der neuen Mandrake installieren, sondern die grafischen Desktop-Umgebungen (KDE und GNOME) samt der wichtigsten X11-Anwendungen ausprobieren, sollten Sie mindestens 500-800 MB Platz auf einer Festplatte Ihres Rechners zur Verfügung haben.

Falls Windows auf Ihrer Festplatte vorinstalliert ist, müssen Sie unter Umständen Platz für Linux schaffen. Fertigen Sie in diesem Fall vorsichtshalber eine Sicherungskopie Ihrer wichtigsten Windows-Daten an.

Defragmentieren Sie nun Ihre Windows-Partition. Sie können diese anschließend mit Hilfe eines Soft-Repartitionierungs-Tools verkleinern (auf der Heft-CD finden Sie beispielsweise das DOS-Tool fips). Wenn auf Ihrer Festplatte genügend freier Platz zur Verfügung steht, kann die Installation losgehen.

Booten Sie den Installer direkt von der Heft-CD, das ist am einfachsten. Vielleicht müssen Sie zuvor die Boot-Reihenfolge in Ihrem BIOS-Setup (Taste [F2] oder [Entf] direkt nach Reboot drücken!) ändern, dass als erstes von CD-ROM gebootet wird. Sollte sich die Heft-CD aus irgendeinem Grund nicht direkt booten lassen, können Sie alternativ unter Windows auf die Heft-CD zugreifen und von dort aus eine Boot-Diskette erstellen lassen (siehe dortige Anleitung).

Die ersten Schritte

Standardmäßig startet Mandrake den grafischen Installer. Nur bei ganz alten Grafikkarten geht es im im Textmodus weiter. Deshalb beschränken wir uns hier auf die Beschreibung der grafischen Installation.

Nach der Wahl der Muttersprache (in den meisten Fällen eines der Unterpunkte von "German") sollten Sie die Lizenzbedingungen von MandrakeSoft akzeptieren. Danach kommen sie zur ersten größeren Entscheidung: Die Wahl der richtigen Installationsklasse.

Der Hauptunterschied zwischen Empfehlenswert und Experte besteht darin, dass Mandrake dem absoluten Anfänger im Empfehlenswert-Modus einige der im folgenden anstehenden Entscheidungen mittels automatischer Hardware-Erkennung abnimmt. Im Experten-Modus treffen Sie alle Entscheidungen selbst.

Da der Empfehlenswert-Modus ein Ausschnitt des Experte-Modus ist, konzentrieren wir uns im folgenden auf die Installation im letztgenannten Modus. Wundern Sie sich bei Wahl von Empfehlenswert daher nicht, wenn Ihnen einige Einstellungsoptionen nicht begegnen. Durch Klick auf eines der grünen Sternchen am linken Bildschirmrand können Sie übrigens (fast) jederzeit zu einer bereits abgeschlossenen Abfragemaske zurückkehren.

Hardware und Sicherheit

Abbildung 2: Je niedriger die Sicherheitsstufe, desto mehr Dienste werden standardmäßig gestartet
Abbildung 3: In den meisten Fällen wird Ihre Hardware richtig erkannt. Sollte das nicht geschehen, dann könne Sie – wie hier zu sehen – die Maus von Hand konfigurieren

Den Installer interessiert, welche Laufwerke und Eingabegeräte auf Ihrem Rechner vorhanden sind. Dank ausgezeichneter automatischer Hardware-Erkennung reicht es in den meisten Fällen aus, wenn Sie durch Mausklick auf OK die gefundenen Geräte bestätigen.

Exotischere Mäuse können unter Umständen nicht sofort richtig konfiguriert werden. In einem solchen Fall hangeln Sie sich notgedrungen mit der Kombination [Tab]-[Pfeiltasten]-[Leertaste] bis zur Mauskonfiguration durch und dort solange die verschiedenen Einstellungen ausprobieren, bis Sie eine zufriedenstellende Lösung finden.

Bedenken Sie bei der Wahl der Sicherheitsebene, dass mit steigendem Sicherheitsniveau in Ihrem späteren System viele komfortable Dinge auf Anhieb nicht (mehr) möglich sind. Zum Ausprobieren von Linux sollte die Niedrig-Voreinstellung genügen. Sie können die Sicherheitseinstellungen später noch mittels DrakConf ändern.

Partitionierung

Abbildung 4: Mit Hilfe eines grafischen Tools schaffen Sie Platz auf der Festplatte, um Linux Mandrake 8.1 installieren zu können

Gehen Sie mit größter Vorsicht vor. Von den folgenden Maßnahmen hängt der künftige Zustand Ihrer Festplatten ab. Festplatten teilt man gewöhnlich in sogenannte Partitionen auf. Auf mit Windows vorinstallierten Rechnern existiert standardmäßig oft nur eine einzige große Windows-Partition. Das grafische Partitionierungs-Tool kann im Prinzip ohne Probleme die Größe bereits bestehender Partitionen verändern.

Wenn Ihnen aber an den Daten auf der betroffenen Partition etwas liegt, dann sollten Sie eine Größenveränderung aber sicherheitshalber erst nach einer erfolgreichen Defragmentierung (und dann am besten mittels fips) vornehmen.

Erzeugen Sie auf dem unpartitionierten Teil der Festplatte (weißer Balken) eine rund 64 bis 128 MB große Swap-Partition (Dateisystemtyp: Linux swap, Einstellung: Primary) und - mit dem restlichen zur Verfügung stehenden Platz - eine normale Linux-Partition (Dateisystemtyp: Linux native, Einhänge-Punkt: /, Einstellung: Primary).

Eine bereits bestehende Windows-Partition hat vom Installer wahrscheinlich den (späteren) Einhänge-Punkt /mnt/windows erhalten. Durch Klick auf Fertig treten die Partitionsänderungen in Kraft und die Installation wird fortgesetzt. (De-)Markieren Sie anschließend diejenigen Partitionen, die (nicht) formatiert werden sollen. Das Sternchen vor /mnt/windows sollte nicht (!) gelb sein!

Im "Empfehlenswert"-Modus untersucht der Installer zunächst Ihre Festplatte und bietet Ihnen je nach vorgefundenem Zustand verschiedene Partitionierungs-Varianten an, über deren konkrete Auswirkungen Sie sich durch Mausklick auf das große Fragezeichensymbol am unteren Bildschirmrand genauer informieren können.

Etwas unkomfortabler zur Vorgängerversion ist die Tatsache, dass sich die Größen für Partitionen nicht mehr direkt eingeben lassen. So klickt sich der Benutzer durch die Schieberegler.

Paketauswahl und Benutzerkonten

Abbildung 5: Anschließend können Sie vordefinierte Auswahlen zusammenstellen, und diese noch über die Individuelle Paketauswahl verfeinern
Abbildung 6: Hier legen Sie noch einmal genau fest, welche Dienst mit dem Systemstart hochgefahren werden sollen

Auf der Heft-CD befindet sich eine abgespeckte Version der ersten Installations-CD. Entfernen Sie im folgenden die gelbe Markierung von CD 2. Kurz darauf haben Sie die Qual der Paketauswahl. Sinnvollerweise markieren Sie die gesamte linke Hälfte (unterhalb von Arbeitsplatzrechner) sowie KDE-Arbeitsplatz und Gnome-Arbeitsplatz mit gelb. Demarkieren Sie Individuelle Paketauswahl, es sei denn, Sie wollen eine noch feiner granulierte Paketauswahl.

Nachdem der Installer die ausgewählten Pakete auf die Festplatte gespielt hat, werden Sie aufgefordert, ein Passwort für den Superuser root zu vergeben. Merken Sie sich dieses, da Sie später keine Änderungen mehr an Ihrem System vornehmen können.

Loggen Sie sich in Zukunft besser als gewöhnlicher Benutzer ein (den Sie im nachfolgenden Dialog samt Passwort hinzufügen können, z. B. "franz" oder "federike"). Anschließend bietet der Installer an, dass in Zukunft beim Systemstart automatisch ein Nutzer angemeldet wird. Die Bequemlichkeit spricht für ein solches Vorgehen. Die höhere Sicherheit vor unerlaubten Zugriffen spricht aber dafür, dass Sie sich doch besser nach jedem Reboot auf manuellem Wege einloggen.

Auf in die Peripherie

Abbildung 7: Mit dem Betriebssystemstarter können Sie sowohl Linux als auch ein anderes System auf der Platte booten

Die automatische Hardware-Erkennung findet Standard-Peripheriegeräte problemlos und zeigt diese abschließend an. Wählen Sie die beim Systemstart zu bootenden Systemdienste aus dem darauf folgenden Menü aus.

Es empfiehlt sich, eine Startdiskette anzulegen, damit Sie später booten können, falls der im Anschluss zu installierende BS-Starter nicht funktioniert. Selbst die Konfiguration der grafischen Oberfläche dürfte dank der sehr guten Hardware-Erkennung normalerweise kein Problem darstellen.

Wählen Sie den Monitortyp, dessen Spezifikation dem Ihrigen am nächsten kommt (Vorsicht: kHz-Zahl nicht überschreiten!). Nach dem Reboot von Festplatte steht ein (fast) fertig konfiguriertes Linux mit topaktuellen Programmen für Sie bereit.

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