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Linux Networking Clearly Explained

01.12.2001

Seit das Internet die Wohnstuben erobert, kommen auch Nicht-Gurus in die Verlegenheit, sich mit Netzwerken herumzuschlagen. Leider wird das Thema "Vernetzung" dadurch nicht einfacher, und die entsprechende Literatur setzt oft nicht vorhandene Vorkenntnisse voraus. Brian Pfaffenbergers englischsprachiges Buch "Linux Networking Clearly Explained" setzt hier auf Entmystifizierung: Wie kaum ein anderes Werk ist es konsequent auf ein Publikum zugeschnitten, das weder Informatik studiert hat, noch als System- oder Netzwerk-Administrator/in arbeitet, und dennoch Linux einsetzt.

Klar gegliedert, beschreibt der Autor zunächst, wie man ein Modem anstöpselt und seine Internetanbindung per kppp zum Laufen bekommt. (Dass einleitende Worte komplett fehlen, mag anfangs ein wenig verwirren.) Kann man die wichtigsten Internet-Dienste mit Netscape und dem kfm bedienen, ist man reif für die höheren Weihen der Netzwerkerei, die Einrichtung eines LANs. Leicht verständlich führt Pfaffenberger hier Schritt für Schritt durch Themen wie Verkabelung, die nötige Hardware, die Inbetriebnahme einer Netzwerkkarte und die Grundlagen von TCP/IP. Sobald Leser oder Leserin das Benutzer-Konzept unter Linux verstanden hat, bekommt er/sie das Rüstzeug vermittelt, um NFS, Samba und Appletalk auf dem Linux-Rechner einzurichten.

Anschließend wird das lokale Netz mit dem Internet verbunden – am praktischen Beispiel stellt das Buch Dial-on-Demand per diald, IP-Masquerading und die Einrichtung einer Paketfilter-Firewall vor. Jetzt endlich kommen auch High-Speed-Internet-Zugänge per xDSL, Kabelmodem, Satellit u. a. zu ihrem Recht. So praktisch die gebotenen Entscheidungshilfen sind, stellt die fehlende Beschreibung einer ISDN-Konfiguration aus Sicht deutscher Leser/innen ein großes Manko dar; auch die für viele DSL-Zugänge nötige PPPoE-Einrichtung übergeht das Buch.

Handreichungen zum Betrieb eines Apache-Web-Servers und eines FTP-Servers folgen, allerdings erscheint es unverständlich, warum hier der immer wieder durch Sicherheitslücken auffallende wu-ftpd zum Zuge kommt, wo der Autor sonst auf Sicherheit im Netz bedacht ist. Kapitel zur Datensicherung, zum Schutz vor Eindringlingen und zum Troubleshooting der Netzanbindung runden das Buch ab.

So gut es dem Autor gelungen ist, das komplexe Thema auf ein allgemeinverständliches Niveau zu senken, so ärgerlich fallen Fehler wie die Behauptung, Netzwerkmasken enthielten nur 0 und 255, oder Ungenauigkeiten bei den bibliografischen Angaben auf. Andererseits bietet das Buch fundierte Details (z. B. den Unterschied zwischen Internet und internet), die vielen nicht mehr bewusst sind.

Wer sich vom typisch amerikanischen Stil mit vielen Warnungen, sich etwa vor dem Aufschrauben des PCs gut zu erden, nicht abschrecken lässt, findet eine ausgesprochen verständliche, praktisch orientierte Einführung in die Netzwerkerei vor. Allerdings bezieht sich der Autor bei der softwareseitigen Konfiguration auf Red Hat Linux und Verwandte – SuSE-Benutzer/innen bleiben da auf sich allein gestellt. (Patricia Jung/pju)

Info

Brian Pfaffenberger: Linux Networking Clearly Explained

1. Auflage 2001, Morgan Kaufman/Academic Press

390 Seiten, ca. 44,95 USD/100,22 DM

ISBN: 0-12-533171-1

http://www.mkp.com/books_catalog/catalog.asp?ISBN=0-12533-171-1

Autor Michael Stutz bezeichnet seine Sammlung selber als einen Haufen Rezepte und so sollte Sie gelesen werden. Dass das Buch zur Zeit nur in englischer Sprache vorliegt, braucht niemanden abzuschrecken: Verständlich geschrieben und gut strukturiert führt es den Leser an die Kommandos heran.

Kommandozeilen-orientierte Werkzeuge genießen Vorrang, sind aber im Alltag für einen schnellen Hack meistens geeigneter. Damit sich Neueinsteiger in die Linux-Welt schnell orientieren können, gibt Stutz einen Überblick über die Geschichte von Unix, Linux, Free Software und Open-Source-Software.

Danach wird der User mit den Grundlagen des Systems vertraut gemacht: Einloggen, ausloggen, Einführung in die Bedienung der Konsole. Für Viele immer wieder interessant ist das Kapitel über die Konfiguration des X Window Systems, auf dem die grafische Oberfläche aufsetzt. Hier liefert der Autor Rezepte zur Installation neuer Schriften, zum Wechsel zwischen verschiedenen Auflösungen sowie zur Bearbeitung der Konfigurationsdateien.

Nach diesem Appetizer geht es ans Eingemachte: Im zweiten Teil wird eine Unmenge an kleinen Tricks angeboten, die dem Anwender die Arbeit mit dem Dateisystem erleichtern. Zahlreiche nützliche Optionen werden erklärt und die sinnvolle Anwendung von Pipes demonstriert. Manch einem mag das so vorkommen, als ob ihm im chinesischen Restaurant endlich die Gabel gereicht wird, nachdem er sich zehn Minuten mit den Stäbchen abgearbeitet hat.

Ein weiteres großes Kapitel ist die Bearbeitung von Text unter Linux. Hier steht ebenfalls die Vereinfachung von Prozessen im Vordergrund. Dabei werden weniger bekannte Werkzeuge besprochen. Weitere Kapitel widmen sich der Bearbeitung von Bildern sowie der Nutzung des Internets.

Das Buch ist für jeden ein Gewinn, der sich vorgenommen hat, Linux künftig als Produktivsystem zu nutzen und dabei unter Umständen bereit ist, die GUI-Welt zu verlassen. Als Wermutstropfen fällt auf, dass sich der Autor ausschließlich auf sein Debian-System bezieht. Das macht die Nachahmung zwar nicht unmöglich, kann aber unter Umständen ein Suchen in der eigenen Paketverwaltung einer anderen Distribution voraussetzen.

Info

Michael Stutz:The Linux Cookbook

1. Auflage, No Starch Press

396 Seiten, 29,95 USD (67,91 DM)

ISBN 1-886411-48

http://www.nostarch.com/

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