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Kurztest: Red Hat Linux 7.2

01.12.2001 Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns noch die neue Version von Red Hat Linux: Ein schneller Blick auf die 7.2er Box verrät die Neuerungen.

Red Hat ist einer der Linux-Pioniere: Die US-Distribution war lange Zeit Marktführer in den Vereinigten Staaten; Mandrake Linux hat als Red-Hat-Clone begonnen. Das (bis auf Debian und Slackware) von allen Distributionen als Standard übernommenen RPM-Paketformat ist eine Red-Hat-Erfindung - die Erwartungen sind also hoch gesteckt.

Installation

Festplatten partitionieren muss heute niemand mehr von Hand; Red Hat bietet hier eine Automatik, die wahlweise vorhandene Linux-Partitionen oder alle Partitionen löscht und für das neue Linux-System verwendet; leider lassen sich bestehende Windows-Partitionen nicht verkleinern. Wer das Standard-Setup einer die Platte ausfüllenden FAT-Partition hat, muss mit anderen Tools repartitionieren. Ungewöhnlich: Red Hat setzt nun auf Ext3 als Standard-Partitionstyp - von vielen wird Ext3 (eine Ext2-Weiterentwicklung mit Journaling-Fähigkeiten) aber noch nicht als stabil betrachtet.

Beim Boot-Manager kann zwischen Grub und Lilo gewählt werden und ein Passwort vergeben werden - so lässt sich Linux nicht von Unbefugten im Single-User-Mode starten.

Nach dem Netzwerk wird auch gleich eine Firewall konfiguriert. Es gibt drei generelle Sicherheitsstufen (Hoch, Mittel, aus), die im Hilfe-Fenster erläutert werden. Hier kann man auch "sichere Geräte" auswählen: Dem darüber erreichbaren Netz wird dann vertraut (z. B. das lokale Netz über eth0), und es werden alle Verbindungen aus diesem Netz zugelassen. Komfortabel lassen sich die Dienste Secure Shell, Telnet, WWW, Mail und FTP freischalten sowie zusätzliche Ports von Hand öffnen; dazu kann in einem Textfeld die Syntax "6667:tcp" (etwa für IRC) verwendet werden.

Paket-Auswahl

Es gibt vier Paket-Gruppen, mit denen sich eine sehr oberflächliche Auswahl treffen lässt: Diese sind Gnome, KDE, Entwicklung und Spiele/Unterhaltung. Die Option Einzelne Pakete auswählen sollte man hier schon auswählen, um wenigstens einen kurzen Blick auf die Paketvielfalt zu werfen. Dort lassen sich die Pakete wahlweise nach Rubriken oder alphabetisch nach Paketnamen sortiert anzeigen. Bei den Standard-Einstellungen gibt es natürlich keine Abhängigkeitsprobleme; wer etwas verändert, wird über nicht erfüllte Dependencies informiert und kann diese auflösen.

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Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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