Dank neuer Projekte, neuer Preise und neuer Splash-Screens wird es bei KDE auch in der Adventszeit nicht langweilig.

Sicher ist sicher

Das IT-Grundschutzhandbuch des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gilt vielen Experten als vorbildlich. Nun widmen sich die Sicherheitsexperten des Bundes neben Servern, Netzwerken und Firewalls verstärkt der Sicherheit der elektronischen Post. Und KDE ist mit von der Partie. Am 1. Oktober startete das Projekt zur Entwicklung freier Software-Komponenten für E-Mail-Verschlüsselung nach dem Sphinx-Standard des BSI.

Den Zuschlag bei der Ausschreibung erhielten drei bekannte Open-Source-Unternehmen, und zwar die g10 Code GmbH (Werner Koch), Klarälvdalens Datakonsult AB (Kalle Dalheimer) sowie die Intevation GmbH (Bernhard Reiter), die zusammen die Basis für die Anbindung freier E-Mail-Programme schaffen sollen. Vor allem Kalle Dalheimer dürfte als einer der KDE-Pioniere dem Einen oder Anderen bekannt sein. Konkret werden innerhalb des neuaufgelegten Projekts die populären Anwendungen mutt und KMail erweitert. Vor allem die OpenPGP-Anbindung und das Adressbuch von KMail sollen verbessert werden. Selbstverständlich werden die Erweiterungen unter der GNU GPL veröffentlicht. Interessierte Entwickler können sich unter http://www.gnupg.org/aegypten/ über den Stand des Projekts informieren. Die Ergebnisse sollen spätestens zur CeBIT 2002 vorliegen.

Noch mehr Preise

Keine K-splitter ohne neue Preise für KDE. Bei der Leserwahl zum "Linux New Media Award 2001" ließen Konqueror und KDevelop die Konkurrenz in den Kategorien "Beste clientseitige Open-Source-Software" und "Beste Entwicklungssoftware" weit hinter sich. 47 bzw. 45 Prozent der an der Abstimmung beteiligten Leser des LinuxUsers, des Linux-Magazins und der Linux-Community entschieden sich für die beiden Vorzeige-Applikationen und sorgten so dafür, dass Martin Konold (Abbildung 1) und Ralf Nolden bei der Preisverleihung auf der Systems in München stellvertretend zwei Schecks über je 3000 DM entgegennehmen konnten.

Abbildung 1: Martin Konold vom KDE-Projekt (links außen) nimmt stellvertretend den Linux New Media Award für den Konqueror entgegen

Auch die "Linux Journal"-Leser haben entschieden. Bei den "2001 Readers' Choice Awards" schafften es gleich mehrere KDE-Anwendungen aufs Treppchen. Absoluter Abräumer war das KDE-Projekt selbst, das mit weitem Abstand in der Kategorie "Favorite Desktop Environment" gewann. Über 40 Prozent der Linux-Journal-Leser waren der Meinung: An unseren Desktop lassen wir nur Wasser und KDE. Platz Zwei in der Lesergunst belegte KOffice in der Kategorie "Favorite Office Suite" sowie KMail bei den "Favorite E-mail Clients". Den dritten Preis gewannen KDevelop in der Kategorie "Favorite Development Tool", der Konqueror im Bereich "Favorite Web Browser" sowie KWord bei "Favorite Word Processor". Herzlichen Glückwunsch.

Keine Spielerei

Dass Lernen auch Spaß machen kann, will das neu gegründete KDE-Projekt "KDE Edutainment" beweisen. Ziel des Projekts ist es, pädagogische Software basierend auf der KDE-Plattform zu erstellen und damit den Mangel an kindgerechter Software unter Linux zu beseitigen. Geplant ist, das kdeedu-Modul in künftige Releases von KDE miteinzubinden. Wer darauf nicht warten möchte, sondern der Tochter, dem Sohn oder den Nichten und Neffen schon jetzt zeigen will, wie unterhaltsam das Arbeiten am Computer sein kann, sollte schnellstens die Seite http://edu.kde.org/ ansurfen. Derzeit stellen die Macher bereits sechs Anwendungen zum Download zur Verfügung: KHangMan (Abbildung 2), ein Spiel im Stil des Galgenmännchens, KEduca, mit dem sich Multiple-Choice-Aufgaben erstellen und abfragen lassen, KLatin, ein Trainingsprogramm für Latein, KLettres, ein französisches Sprachenprogramm für sehr kleine Kinder, KTouch, mit dem die Kleinen das Zehn-Finger-Tippen üben können, sowie KMessedWords, bei dem man Buchstaben umsortieren muss, um das richtige Wort zu bekommen (Abbildung 3).

Abbildung 2: Ein richtiger Galgenvogel
Abbildung 3: Immer schön der Reihe nach

Übrigens suchen die Betreiber der Site noch eifrig Unterstützung. Wer gerne selbst etwas beitragen möchte: Eine Mail an kde-edu@kde.org genügt. Möchten Sie sich über die Fortschritte und Probleme des Projekts auf dem Laufenden halten, können Sie sich auch auf den beiden neu eingerichteten Mailinglisten kde-edu (http://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-edu/ und kde-edu-news http://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-edu-news/ eintragen.

Augenschmaus

Spielereien für die etwas Größeren befinden sich auf der neuen Seite http://www.kde-look.org/. Hier tummelt sich von Icons bis hin zu Wallpapers alles, was den eigenen Desktop noch einmal so bunt macht. Selbst diejenigen, die schon immer mal den KDE-Begrüßungsbildschirm ändern wollten, werden hier fündig. Laden Sie sich dazu einfach das Paket http://www.kde-look.org/content/files/230-ksplashml-0.20.tgz herunter, das nach der Installation das ursprünglich für den Splash-Screen zuständige Programm KSplash ersetzt.

Sie sollten nach dem üblichen ./configure; make in jedem Fall erst eine Sicherheitskopie von ksplash anlegen, bevor Sie es mit einem make install austauschen. In welchem Verzeichnis sich das ksplash-Binary bei Ihnen befindet, finden Sie leicht mit einem which ksplash heraus.

Konfigurieren lässt sich der neue Splash-Screen über das KDE-Kontrollzentrum. Hier finden Sie nach der Installation unter dem Punkt Erscheinungsbild den neuen Eintrag KDE Splash Screen (Abbildung 4), mit dem Sie das Begrüßungsbild (über den Tab Splash Screen), die Schrift (mit dem Tab Appearance) und auch die Icons (mittels des Reiters Icons) per Mausklick ändern können.

Abbildung 4: Ein neuer Begrüßungsbildschirm

Getürkt

Ihr Boss will, dass Sie NT benutzen, aber Sie wollen lieber weiter mit Ihrer Linux-Kiste im Büro arbeiten? Dann ist Hilfe in Sicht, denn unter http://www.shadowcom.net/Software/kss/kcad/ findet sich ein neuer Bildschirmschoner namens KCAD (K-Control-Alt-Delete), der Ihnen ohne großen Aufwand helfen sollte, den Chef zu foppen, wie Abbildung 5 beweist.

Abbildung 5: Manchmal trügt der Schein

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der nimmt in der Datei $HOME/.kde/share/config/kcad.kss noch folgenden Eintrag vor:

[Settings]
  NtLike=1

Nach Aussagen des Autors lässt sich damit auch der misstrauischste Vorgesetzte täuschen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare