Autostart

Wer nun zu Beginn seiner X-Session automatisch ein Programm (etwa einen Window Manager) hinzustarten oder einen Befehl ausführen möchte, der legt in seinem Home-Verzeichnis die Datei .xinitrc oder .xsession an. Während die erste beim Start der grafischen Oberfläche über xinit oder startx ausgewertet wird, erhält letztere volle Aufmerksamkeit beim grafischen Login (wie in LinuxUser 10/2001 ab Seite 82 beschrieben). Da die X-Session bei nahezu allen Usern in beiden Fällen identisch aufgebaut sein wird, empfiehlt es sich, lediglich eine der beiden Dateien (etwa .xinitrc) anzulegen und einen Symlink mit dem verbleibenden Namen darauf verweisen zu lassen:

ln -s .xinitrc .xsession

Wer eine Red-Hat-Distribution sein Eigen nennt, sollte zusätzlich der Datei .Xclients Beachtung schenken – auch sie kann inhaltlich identisch sein und ist somit ebenfalls ein Symlink-Kandidat. Manche Distributionen ignorieren die Dateien, wenn sie nicht als ausführbar gekennzeichnet sind (zu ändern über den Befehl chmod 744 Zieldatei) und mit der Zeile #!/bin/bash beginnen. Im Anschluss daran tippen Sie die gewünschten Befehle untereinander hinein – ebenso, als würde man sie aus dem zuerst beschriebenen xterm der nackten X-Session starten. Folglich blockiert eine jede Zeile ohne abschließendes & das Skript so lange, bis der entsprechende Prozess fertig ist.

Endet das in der letzten Zeile aufgerufene Programm, so beendet sich die gesamte X-Session. Daher startet man aus diesen Dateien zunächst Desktop-Tools wie Uhren, Systemmonitore oder Startleisten mit abschließendem kaufmännischem Und und ruft als letzten Befehl ohne & das Tool auf, das beim Beenden auch die X-Session beenden soll – praktischerweise einen Window Manager.

Feinschliff

Doch was tun, wenn die erstellte Basiskonfiguration des X-Servers zu wünschen übrig lässt? Bei der Konfiguration über die mitgelieferten Programme können mehrere Auflösungen ausgewählt werden. Zum Wechseln zwischen ihnen verwenden Sie die Tastenkombination [Strg-Alt-Ziffernblock+/-]. Schalten Sie in eine geringere Auflösung, so erhalten Sie spätestens nun einen virtuellen Bildschirm mit den alten Inhalten, von denen nur ein Ausschnitt in der gewünschten Auflösung sichtbar ist. Es bleiben alle Anwendungen nach wie vor an Ort und Stelle. Fährt man mit der Maus an den vermeintlichen Desktop-Rand, so verschiebt sich der gesamte Bildschirminhalt, und bislang nicht Sichtbares rückt wieder ins Blickfeld.

Dies ist kein Bug, sondern ein Feature: Somit wird sichergestellt, dass keine Anwendung und kein wichtiger Button vom Desktop-Rand fallen kann. Wer von Anfang an einen virtuellen Screen vorgesetzt bekommt und dies nicht mag, sucht in seiner /etc/X11/XF86Config(-4) nach virtual und kommentiert diesen Eintrag mit einem # am Zeilenanfang aus oder aber eliminiert ungewünscht hohe Auflösungen aus der Konfigurationsdatei. Der virtuelle Desktop richtet sich nämlich prinzipiell nach der größtmöglichen konfigurierten und gültigen Auflösung.

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