Das Kreuz mit dem X
Das X-Window-System
XFree86 4.x
Die Konfigurationsdatei des seit 1997 entwickelten XFree86 4 unterscheidet sich etwas von der des Vorgängers, und so greifen die altgedienten Werkzeuge nicht mehr. SuSE entwickelte daher Sax2, und das XFree86-Projekt schrieb das kommandozeilenorientierte xf86config in eine aktuelle Version um. Daneben existiert das Programm xf86cfg sowie der Aufruf XFree86 -configure, mit denen die grafische Oberfläche fortan in Gang gesetzt werden kann.
Auch für die aktuelle XFree86-Version existiert eine Liste der einsetzbaren Grafikkarten [7]. Manche alte Karte, die noch unter Version 3.3.6 Unterstützung fand, wird dort allerdings nicht mehr aufgeführt. Ob sie kein Entwickler mehr einsetzte, ob sich die Entwicklungszeit der Version 4 sonst allzu lange hingezogen hätte, oder um sich von Altlasten zu trennen – so richtig in Erfahrung zu bringen sind die Gründe dafür indes nicht.
Jedenfalls ist es schlau, sich noch vor dem Installieren einer Distribution kundig zu machen, ob die mitgebrachte XFree86-Version die eigene Karte auch unterstützt. So mancher setzt hier die Hürde auf dem Weg ins Linux-Reich unnötig oder gar zu hoch. Im Härtefall kann man jedoch immer auf den Standard-VGA-Treiber mit 640x480 Pixeln bei 16 Farben zurückgreifen. Haben Sie bereits das X-Window-System installiert und wissen nicht, welche Version Sie besitzen, so verraten es die Befehle XFree86 -version bzw. X -showconfig.
Handarbeit
Die mit den genannten Werkzeugen erstellte Konfigurationsdatei findet sich in der Regel unter /etc/X11/XF86Config (um die Konfigurationen für XFree 3.x und 4.x zu unterscheiden, heißt letztere bei manchen Distributoren auch XF86Config4 oder XF86Config-4). Diese Textdatei kann bei Bedarf auch mit einem einfachen Texteditor nachbearbeitet werden. Sie ist aufgeteilt in einzelne Abschnitte (Sections), die sich beispielsweise um die Maus, die Tastatur oder um die Grafikkarte kümmern.
Nahezu alle verfügbaren Einträge lassen sich in der zugehörigen Anleitung (man 5 XF86Config) nachlesen. Übermut beim manuellen Bearbeiten dieser Datei kann jedoch zu Problemen führen: Wird der Monitor beispielsweise mit der Phantasieangabe einer etwas zu hohen Frequenz angesteuert, so wird er vermutlich funktionieren; aber wie lange? Einen Blick in die Ihrer Grafik-Hardware beigelegten Datenblätter sollten Sie daher schon werfen.



