Schriften

Häufig hört man Klagen über Schriftdarstellungen aus dem Legoland. Als Antwort werden oft die von Windows bekannten TrueType-Fonts oder das Schlagwort Antialiasing genannt. Doch weit gefehlt: Letzteres ist nicht die Lösung des Problems, sondern eine unscharfe Umgehung, und die TrueType-Fonts bieten lediglich dem Web-Browser weitere Schriftarten. Aber auch hierbei wird keineswegs an der Darstellungsqualität etwas verbessert. Eine gute Hilfe hierzu sind die Web-Seiten von Marcus Jodorf [9].

Etwas mühevoller als die simple Konfiguration der üblichen Postscript-Schriften ist die Installation von TrueType-Fonts. Während aktuelle XFree86-Versionen (4.x) diese direkt unterstützen, muss bei früheren Versionen ein spezieller Font-Server installiert werden (wer diesen bereits in Betrieb hat, kann ihn auch beim aktuellen XFree86 weiterverwenden – nur nötig ist er nicht mehr). xfstt ist ein solcher, dessen Installation ein Artikel des Linux-Magazins 01/1999 (online unter [10] erhältlich) beschreibt.

Wer XFree 4 einsetzt und TrueType-Schriften verwenden möchte, legt für diese zunächst ein eigenes Verzeichnis an. Es empfiehlt sich /usr/X11R6/lib/X11/fonts/truetype. Sobald es mit Schriftdateien (meist zu erkennen an der Dateiendung ttf) gefüllt ist, führen Sie in diesem Verzeichnis folgende Schritte durch:

ttmkfdir -o fonts.scale
 mkfontdir

Eventuell benötigen Sie hierfür ein zusätzliches Distributionspaket – so z. B. bei Debian, wo sich mkfontdir im optionalen Paket xutils befindet. Nach diesen Schritten passen Sie nur noch die Konfigurationsdatei /etc/X11/XF86Config(-4) an. Einer der Abschnitte darin ist die Section "Files". Dort fügen Sie einen neuen FontPath zu den bestehenden Einträgen hinzu:

FontPath "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/truetype"

Einige schreiben alle Pfade in einen einzigen kilometerlangen FontPath-Eintrag, aber es dürfen auch mehrere Schriftpfad-Zeilen aufgeführt werden. Der Übersicht halber empfiehlt sich für jedes Schriftenverzeichnis ein eigener Eintrag.

Doch damit nicht genug: Neben einem Pfad zu den Schriften muss noch ein spezielles Modul geladen werden, das mit den TrueType-Fonts auch etwas anfangen kann. Dies ist das Modul freetype, welches der Section "Module" hinzugefügt wird:

Load "freetype"

Fortan zeigt XFree86 TrueType-Fonts an, nachzuprüfen mit dem Tool xfontsel.

Kommunikation

Doch was wäre X, wenn wir mit ihm nicht per Maus und Tastatur interagieren könnten? Eine typische Falle beim Einrichten der Tastatur ist der fehlende Eintrag

Option "XkbVariant" "nodeadkeys"

in der Section InputDevice (XFree86 Version 4.x) bzw.

XkbVariant "nodeadkeys"

in der Section "Keyboard" bei XFree86 3.3.x. Fehlt er, scheinen manche Tasten (z. B. [~] oder [@]) keine Wirkung zu zeigen. Erst nachdem die Leertaste gedrückt wird, erscheint das gewünschte Zeichen. Wer oft Sprachen mit Akzenten über Buchstaben schreibt, wird diesen Modus schätzen, allen anderen verlangsamen die toten Tasten eher den Schreibfluss. Kummer bereiten auch oft die praktischen Scroll-Räder an Mäusen. Hier sei auf die letzte LinuxUser-Ausgabe 11/2001 verwiesen, welche sich den Nagern ab Seite 48 ausführlich widmet.

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