Home / LinuxUser / 2001 / 12 / Das X-Window-System

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

„Klickbunt auf dem Server? Warum nicht, wenn's hilft!"
(220 Punkte bei 8 Stimmen)
KDE 4.10.2, Gnome 3.6 und mehr
(121 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Das Kreuz mit dem X

Das X-Window-System

01.12.2001 Was steckt eigentlich hinter dem ominösen X-Window-System? Wozu braucht man es, wenn man doch eigentlich nur mit KDE oder GNOME arbeiten will?

Bereits bei der Installation taucht es auf, das X-Window-System, das es zu konfigurieren gilt. Wer sich später in seinem Dateisystem umschaut, findet Verzeichnisse mit dem Namen X11 oder X11R6, und auch die Dokumentation des Distributors erwähnt das mysteriöse X an allen Ecken und Enden. Doch was sollen wir damit, wollen wir doch lediglich mit KDE, GNOME oder einem Window Manager arbeiten? Wie hängt all dies zusammen? Die grafische Benutzerschnittstelle eines Linux- o. a. Unix-Systems birgt viele Rätsel.

Oberfläche mal zwei?

In diesem Geflecht zusammenarbeitender Komponenten stellt das X-Window-System einem Window Manager oder einer Desktop-Umgebung wie KDE oder GNOME die grafische Oberfläche zur Verfügung. X11 oder X, so sein liebevoller Kurzname, wird von fast allen grafischen Programmen zur Darstellung verwendet. Auch die sichtbaren Elemente des Desktops selbst sind lediglich grafische Anwendungen. Diese benötigen ein Display, auf dem die Ausgabe erfolgt; um die Ausgabe selbst brauchen sie sich nicht mehr zu kümmern. Das erledigt der X-Server.

Dieses etwas umständlich anmutende Konzept der Trennung in X-Client (Window Manager oder "normale" GUI-Anwendung) und X-Server, der die Grafikhardware verwaltet, bietet den Vorteil, multiuserfähig und remote nutzbar zu sein (beides Eigenschaften, die etwas Sorgfalt und Bedacht im Umgang bedürfen, auch wenn man sie gar nicht nutzen mag – leicht ist hierdurch die Systemsicherheit gefährdet).

Vergangenheit und Gegenwart

Die Idee zu dem auf allen Unix-Betriebssystemen und darüber hinaus eingesetzten netzwerkfähigen, grafischen System wurde bereits 1984 im Massachusetts Institute of Technology [1] geboren. Erste vorzeigbare Früchte trug das Projekt 1986, 1988 entstand das MIT X Consortium. Dieses von Firmen unterstützte Gremium machte es sich zur Aufgabe, die Zukunft des noch jungen X-Window-Systems an die Hand zu nehmen: Ein Standard wurde entwickelt, dessen Rechte nach einigen Irrwegen 1999 beim nicht profitorientierten, aber kommerziell geförderten X.Org [2] landeten. Dort wird nach wie vor an verbindlichen Protokollen und Dokumenten gefeilscht, die den Entwicklern neuer X-Server die Richtung weisen. Und Entwickler gibt es mehrere: Während einige ihre Ergebnisse für teures Geld verkaufen, werden unter Linux bevorzugt die kostenlosen Früchte des XFree86 Project, Inc [3] vernascht.

Das XFree86-Projekt erstellt seit 1992 eine Open-Source-Version des X-Window-Systems. Damals wollte man ein frei verfügbares X für die PC-Architektur schaffen, woher das "86" im Namen rührt. Zunächst programmierte das spätere XFree86-Team kein komplettes X-Window-System, sondern stellte lediglich Patchesfür bestehende X-Server bereit. Erst als das MIT X Consortium seine Sourcen veröffentlichte, begann auf dieser Codebasis die Arbeit an eigenen X-Servern (weshalb die XFree-Lizenz [4] u. a. auf die des MIT zurückgeht). Der bestehende Code musste an die x86-Plattform angepasst werden; das Hauptaugenmerk bekam die SVGA-Karte ET4000 der Tseng Labs (die heute sonderbarerweise eher ein Problemkind ist).

Obgleich die Zahl 86 offiziell im Namen bleiben wird, spricht man heute eher nur noch von XFree, denn längst werden Versionen für andere Rechnerarchitekturen (wie z. B. PowerPCs oder Alphas) bereitgestellt.

Ebenso wie beim Linux-Kernel war das Usenet mit seinen Newsgroups der Dreh- und Angelpunkt, über den Entwickler auf dieses Projekt aufmerksam wurden und begannen, Ideen einzubringen und aktiv mitzuarbeiten. Mit steigender Nutzerzahl kamen immer mehr Besitzer anderer Grafikkarten hinzu, sodass sich die Hardwareunterstützung Stück für Stück verbesserte. So haben kommerziell erhältliche X-Server unter Linux heute praktisch kaum mehr eine Bedeutung.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

3782 Hits
Wertung: 90 Punkte (11 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2013_06

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Emacs als Psychologe
Emacs als Psychologe
Tim Schürmann, 21.05.2013 11:49, 0 Kommentare

Wer beim Schreiben in Emacs nicht mehr weiter weiß oder schier an einer Programmieraufgabe verzweifelt, der kann den eingebauten Psychologen um Rat fragen.

1966 entwickelte der Infor...

Aktuelle Fragen

Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 3 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...
lvm wieder loswerden
Peter Dibbern, 11.04.2013 16:28, 4 Antworten
Ich habe sämtliche alten Kisten ausgeschlachtet und aus der Teilen einen Rechner zusammengeschrau...