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3D-Grafik unter X: Die Konfiguration

Fehlerverfolgung

Bei korrekt eingerichteten NVidia-Karten erscheint während des Starts des X-Servers kurz das NVidia-Logo. Sollte dies bei Ihnen nicht der Fall sein, weil z. B. die grafische Oberfläche nicht startet oder die 3D-Darstellung gar nicht oder nur zu langsam erfolgt, so sollten Sie nach der Konfiguration (unter SuSE z. B. mit SaX2) noch einmal die beiden RPM-Pakete installieren. Dies betrifft insbesondere SuSE. Dort dürfen Sie nicht vergessen, in einem Terminal-Fenster switch2nvidia_glx aufzurufen.

Bei anderen Grafikkarten, wie der Matrox Millenium G450, flackert beim Start der Bildschirm zweimal kurz auf. Bei einigen Karten bleibt der Bildschirm für ein paar Sekunden komplett schwarz. Diese Verhaltensweisen sind normal, wobei insbesondere die Startgeschwindigkeit des X-Servers (die Zeit ohne Bildschirmanzeige) stark von der Gesamtleistung des Computers abhängig ist.

Bei Problemen, die auf eine falsche Hardware-Erkennung zurückzuführen sind, hilft es, die Grafikkarte ohne 3D-Unterstützung einzurichten. Die Aktivierung der 3D-Beschleunigung sollten Sie anschließend per Hand durch die Modifikation der angesprochenen Konfigurationsdatei XF86Config-4 (bzw. XF86Config) vornehmen.

Dies betrifft insbesondere die Einrichtung mit SaX2: Dort hilft es in vielen Fällen die Eingangsfrage auf der Textkonsole mit no zu beantworten. Vergessen Sie nicht, später die Module glx und dri zu aktivieren. Paradoxerweise gibt es nach dem Einspielen der NVidia-Treiber Situationen, in denen Sie hier stets yes angeben müssen - ansonsten verweigert SaX2 den Start. SuSE 7.2 Benutzer sollten sich in diesem Zusammenhang das mit 5,5 MB nicht gerade kleine Update-Paket zu SaX von den SuSE-Seiten herunter laden.

Erkennungsprobleme bei der Hardware haben ebenfalls die Installationsprogramme der Distributionen. In den meisten Fällen überlassen sie dem Benutzer die Wahl, ob die grafische Oberfläche von Linux automatisch gestartet werden sollen (grafischer Login) oder nicht (oft als Textmodus bezeichnet). Bei Problemen kann es helfen, hier nein oder Textmodus zu wählen und das X Window System nach dem ersten Start mit dem Konfigurationsprogramm einzurichten.

Hierbei handelt es sich um drakxconf unter Mandrake, Xconfigurator bei Red Hat und sax2 unter SuSE. Melden Sie sich zuvor als Benutzer root an.

Andere Probleme, die sich insbesondere in einer zu langsamen Grafikausgabe bemerkbar machen, sind meistens auf falsch installierte OpenGL-Bibliotheken zurückzuführen. Einige Distributionen installieren Mesa-Bibliotheken, die nicht für DRI bzw. XFree86 4.x ausgelegt sind.

Das Ergebnis spiegelt sich in einer schleichenden 3D-Ausgabe oder Abstürzen wieder. Prüfen Sie in einem solchen Fall mit einem Paket-Manager, welche Bibliotheken verwendet werden und tauschen Sie sie aus.

Drei interessante Diagnose-Programme sind 3ddiag, 3dinfo und glean. Die ersten beiden geben nach ihrem Aufruf in einem Terminal-Fenster per 3Ddiag (Groß- und Kleinschreibung beachten) bzw. 3dinfo Informationen über die Grafikkarte und die installierte OpenGL-Bibliothek aus. Glean ist ein Programm, das prüft, ob die OpenGL-Bibliothek dem Standard von Silicon Graphics entspricht. Es wird ebenfalls in einem Terminal-Fenster aufgerufen.

Fazit

Insbesondere Besitzer exotischer oder brandneuer Kartenentwicklungen (z. B. der Radeon oder der Kryo II) schauen in die Beschleuniger-Röhre. Wer unter Linux schnelle 3D-Grafik benötigt, kommt zur Zeit nicht um die Karten von NVidia herum. Obwohl dieser Kartenhersteller für seine verschlossene Entwicklungspolitik von der Linux-Gemeinde bereits einige Kritik erntete, verhelfen die proprietären Treiber 3D-Programmen und Spielen zu wahren Höhenflügen.

Die Treiber sind mittlerweile so gut geworden, dass sie in einigen Fällen sogar ihre Microsoft Windows-Pendants in den Schatten stellen - viele Lokigames-Spiele danken dies dem Anwender.

Zum Vergleich: Auf unserem Testsystem erreichte eine TNT2-Karte mit gears rund 1113.699 FPS (Frames per Second; Bilder pro Sekunde), gefolgt von einer, kurz nach den Messungen abstürzenden ATI Xpert 2000Pro 32MB mit Rage 128Pro-Chips bei zirka 930.600 FPS.

Geschlagen geben muss sich die Matrox Millenium G450 mit 836.800 FPS. Tests mit den Programmen OpenUniverse und Unreal Tournament bestätigen diese Rangfolge: Nur unter der TNT2-Karte lief Unreal Tournament absolut ruckelfrei. Interessant ist hierbei anzumerken, dass Red Hat 7.1 die beiden zuletzt genannten Karten aus noch unbekannten Gründen auf 450 FPS herunter drosselte. Von allen neueren Modellen (Matrox Millenium G550, ATI Radeon) konnten wir keine Vergleichsdaten ermitteln.

Sieht man einmal von der etwas nervigen, nachträglichen Treiberinstallation ab, ließen sich in unseren Versuchen neben NVidia- und den eingestellten 3dfx-Karten keine anderen Grafikmodelle so problemlos in Betrieb nehmen.

Trotzdem bleibt zu hoffen, dass andere Kartenhersteller dem Beispiel von NVidia folgen und so etwas mehr frischer Wind in die 3D-Beschleunigung unter Linux kommt.

Diese Karten bieten unter Linux volle 3D-Beschleunigung

3dfx

Voodoo Banshee, Voodoo 3, Voodoo 4 und Voodoo 5

Matrox:

Karten mit den Chipsätzen G200, G400, G450, z. B.: Millennium G450, Millennium G400, Millennium G200,

Mystique G200

NVidia

(nur mit Treiber von der NVidia-Homepage)

Karten mit Quadro, Quadro2 Pro, TNT, TNT2, GeForce, GeForce2 und GeForce3 Chips

Intel

i810, i810, i810-dc100, i810e

ATI

Karten mit Rage 128 Chips, z. B.: Rage 128, Rage Fury AGP, Rage Magnum AGP, XPERT 2000 AGP, XPERT 128 AGP, XPERT 99 AGP, All-in-Wonder 128 AGP

Die kommenden Distributionen mit XFree86 4.1.0 sollten auch Kartenn mit Radeon Chip unterstützen.

Infos

[1] http://www.x.org Informationen rund um das X Window System

[2] http://www.xfree86.org Homepage des "The XFree86 Projekt", eine freie Implementierung des X Window Systems, das auf fast allen Linux-Systemen zum Einsatz kommt.

[3] http://www.valinux.com Homepage der Firma VA-Linux, initiale Kraft des DRI-Projektes

[4] http://dri.sourceforge.net Homepage des Direct Rendering Interface-Projektes

[5] http://www.opengl.org Informationen rund um OpenGL

[6] http://www.mesa3D.org Eine Bibliothek, die fast dem OpenGL-Standard entspricht

[7] http://www.openuniverse.org Programm, das unser Sonnensystem simuliert, auch als Benchmark einsetzbar

[8] http://www.lokigames.com Hersteller kommerzieller Spiele für Linux; weitere Informationen zum Actionspiel Unreal Tournament

[9] http://www.3dfx.com Überreste der Homepage des Grafikkartenherstellers 3dfx

[10] http://www.nvidia.com Homepage des Grafikchipherstellers NVidia

[11] http://www.povervr.com Homepage des Kryo-Chip Herstellers

[12] http://www.ati.de Homepage des Grafikkartenherstellers ATI

[13] http://www.matrox.com Homapage des Grafikkartenherstellers Matrox

[14] http://www.nvidia.com/view.asp?PAGE=linux Linux-Treiber für NVidia-Karten

[15] http://ftp.linux.dct.ufms.br/software/drivers/video/3dfx/ Eine der letzten Quellen für die glide-Bibliothek

[16] http://www.matrox.com/mga/support/drivers/latest/home.cfm Die aktuellsten Linux-Treiber für Matrox-Karten

[17] http://www.suse.de SuSE-Linux

[18] http://www.linux-mandrake.com Linux Mandrake

[19] http://www.redhat.com RedHat Linux

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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