Neue Programme

01.11.2001

KOffice 1.1

Das KOffice-Projekt hat sich seit Veröffentlichung von KDE 2.0 vom Release-Plan der KDE-Entwickler abgekoppelt, weil nach Ansicht der Entwickler bei Office-Anwendungen gewöhnlich etwas langsamer Fortschritte erzielt werden, die einen Versionssprung rechtfertigen. Mit dem Bitmap-Manipulationsprogramm Krayon, dem Flowchart-Programm Kivio und dem XML-Datenbankreportprogramm Kugar erhält die breite Anwenderschaft mit KOffice 1.1 gleich drei interessante neue Programme. Auch die bereits bekannten Office-Anwendungen wurden zum Teil deutlich überarbeitet und verbessert. Mehr zu KOffice ab Seite 52; auf der Heft-CD finden Sie es auch. http://www.koffice.org

Neues über StarOffice/OpenOffice

Auch bei der Standard-Office-Suite StarOffice gibt es interessante Neuigkeiten: Sun hat Ende August bekanntgegeben, dass noch im Oktober eine erste Beta-Version von StarOffice 6.0 erscheinen soll. Das Programm soll wesentlich schlanker und flotter sein als die Vorgängerversion. Auch der plattformübergreifende Austausch soll mit Hilfe des XML-Dateiformats in Zukunft leichter werden. Die Endversion von StarOffice 6.0 wird allerdings erst im Frühjahr 2002 erhältlich sein. Neben dieser kommerziellen Version macht auch das parallel arbeitende GPL-Projekt OpenOffice.org Fortschritte. Im aktuellen Build 638 laufen bereits die wichtigsten Funktionen. Wer über solide C++- oder Java-Kenntnisse verfügt, kann sich übrigens neuerdings mit Hilfe des OpenOffice.org Development Kits (ODK) aktiv an der Entwicklung neuer OpenOffice-Komponenten beteiligen. http://www.sun.com/staroffice/beta6.html http://www.openoffice.org/dev_docs/source/build_638/l

PC-Emulator VMWare 3.0

Für alle, die Windows und Linux auf demselben Rechner parallel einsetzen, gibt es neben der Dual-Boot-Lösung auch die Möglichkeit, eines der beiden Betriebssysteme über einen PC-Emulator als Gastbetriebssystem auf dem anderen zu betreiben. Der PC-Emulator der amerikanischen Firma VMware geht jetzt in die dritte Versionsgeneration. VMware Workstation 3.0 unterstützt in Kürze nicht nur Windows XP als Gast- und Hostbetriebssystem, sondern auch zahlreiche neuere Linux-Distributionen, auf denen der Kernel 2.4.7 lauffähig ist (z. B. Red Hat 7.1, SuSE 7.2, Mandrake 8.0). Neben diversen Performance-Verbesserungen kann das Gastsysten erstmals auch USB-Geräte, CD-R/RW-Recorder und generische SCSI-Geräte wie Scanner oder Bandlaufwerke ansprechen. Für Privatanwender ist der Preis allerdings recht hoch: Die Workstation-Version für Linux kostet 299 US$ (elektronischer Download) bzw. 329 US$ (Boxed Version, plus Versandkosten). Ob es auch für Version 3.0 von VMware wieder eine abgespeckte (und daher günstigere) Express-Variante geben wird, war bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen. Immerhin gibt es für Studenten und Besitzer älterer VMware-Versionen diverse (z. T. zeitlich begrenzte!) Rabattangebote. Wer als Linux-Anwender mit gelegentlichen Windows-95/98-Ausflügen auf die neuesten Features von VMware 3.0 verzichten kann und mögliche Probleme mit den neuen 2.4er-Kerneln erfolgreich umschifft, erhält momentan mit VMware 2.0 Express für 49.95 US Dollar vermutlich das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Jenseits des VMware-Online-Stores kann man VMware auch von diversen deutschen Resellern (z. B. ixsoft, Linuxland, SuSE) beziehen. http://www.vmware.com/de

Kurz notiert

  • Wie im vergangenen Monat bereits angekündigt hat die Aalener Firma Matrica im September eine Public-Beta-Version der in Kürze erscheinenden HBCI-fähigen Homebanking-Software Moneyplex zum Download bereitgestellt. * Dank des Schweden Henrik Johnson gibt es seit kurzem ein Qt-basiertes Toolkit für Unix-konsolen-geplagte Oracle-Datenbankverwalter: Mit TOra 1.0 ist auch unter Linux endlich ein komfortables KDE-Frontend für die Oracle-Verwaltung verfügbar. * Das KDE2-Allround-CD-Brennprogramm KOnCD des deutschen Entwicklers Kai Heitkamp könnte zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser LinuxUser-Ausgabe bereits in Version 1.0 erhältlich sein. * Die Entwickler des plattformübergreifend einsetzbaren Web-Browsers Mozilla haben sich an den vorgegebenen Zeitplan gehalten und Mitte September auf dem Weg zu Version 1.0 eine weitere Minor-Release (0.9.4) freigegeben. * Sylpheed ist ein neuer, in Japan entwickelter E-Mail-Client und News-Reader, der wie Balsa auf dem Gnome-Toolkit gtk+ basiert. Trotz seiner frühen Versionsnummer (0.6.2) unterstützt er bereits die wichtigsten E-Mail-Protokollstandards und lässt sich ähnlich einfach bedienen wie das MS-Pendant Outlook Express. http://www.matrica.de/news http://www.globecom.net/tora http://www.koncd.org http://www.mozilla.org http://sylpheed.good-day.net

LAN-Spiel Parsec

Die Entwickler des plattformübergreifend spielbaren Multiplayer-Weltraumkampfspiels Parsec haben im September eine weitere LAN-Test-Beta-Version zum Download freigegeben. Der neue Build 0196 bringt gegenüber der bisherigen LAN-Test-Version einige interessante Neuerungen mit. Neben zwei neuen Raumschiffen, Mausunterstützung und neuer Sound-Untermalung dürfte vor allem die verbesserte Texturengrafik und die Unterstützung für acht Spieler über TCP/IP für Freude auf LAN-Parties sorgen. Da 81.7 MB unschön aus dem Netz zu ziehen sind, finden Sie das Paket auf der CD.

Treiber-Updates

Für alle Besitzer von 3D-Grafikkarten, die mit einem aktuelleren Grafik-Chip der Firma NVidia (TNT-, Geforce- oder Quadro-Serie) bestückt sind, gibt es seit Mitte September vom Chip-Hersteller ein DRI-Treiber-Update. Die aktuelle Treiber-Version 1.0-1541 enthält gegenüber der älteren Version (1.0-1251) zahlreiche Bugfixes und Performance-Verbesserungen. Erfreulicherweise kann man sich mittels der neuen XF86Config-4-Option "NoLogo" endlich auch des lästigen nVidia-Logos entledigen, das seit dem Versionssprung 1.0 bei jedem X-Start erscheint. Beim Grafik-Chip-Konkurrenten PowerVR ist man sich Berichten zufolge derzeit noch uneinig darüber, ob die in Kürze erhältlichen Treiber für Kyro-I/II-basierte Grafikkarten als Open Source veröffentlicht werden sollen oder nicht. Derweil hat das freie DRI-Projekt, das bislang mit finanzieller und personeller Unterstützung der inzwischen finanziell angeschlagenen Firma VA Linux Open-Source-DRI-Treiber entwickelt hat, Zukunftssorgen: Jeder, der der Programmiersprache C mächtig ist und Lust hat, sich etwas näher mit der DRI-/XFree86-Architektur zu beschäftigen, ist herzlich willkommen! http://www.nvidia.com http://www.powervr.com http://dri.sourceforge.net

Distributionen-Ecke

Lange Zeit war die freie Distribution Debian GNU/Linux trotz ansonsten viel gelobter Systemeigenschaften im Desktop-Bereich nur unter deutlichen Komfort- und Aktualitätseinbußen einsetzbar. Fortgeschrittenere Linux-Anwender könnten zumindest in Sachen Paketaktualität mit der aktuellen Debian Sid glücklich werden. Der Nachfolger der in Kürze offiziell als "stable" gekürten Debian 3.0 (Woody) empfiehlt sich zwar in der Tat noch nicht zum Einsatz in stabilitätsempfindlichen Systemumgebungen. Im Desktop-Bereich, wo Updates von Anwendungsprogrammen häufig zugleich (empfindliche) Updates von Bibliotheken erfordern, dürfte man dagegen lieber den einen oder anderen Programmabsturz in Kauf nehmen als ewig mit Programmen arbeiten zu müssen, die zwar zu 99,9% stabil sind, bei denen aber mangels Aktualität die heißbegehrten Features XY noch nicht laufen.

Die derzeit noch als "unstable" gekennzeichnete Debian Sid eignet sich momentan vor allem deshalb als Desktop-Alternative zu anderen Distributionen, weil die Programmpakete topaktuell sind (z. B. Kernel 2.4.9, XFree86 4.1, Gnome 1.4.1, KDE 2.2) und angesichts des bald anstehenden Wechsels in den "Testing"-Status auch schon recht stabil laufen. Aktuelle ISO-Abzüge von Woody (6 CDs) und Sid (7 CDs) erhalten Sie beispielsweise bei Hinner EDV oder bei Liniso.de.

Außerdem steht Version 8.1 der beliebten französischen Distribution Mandrake Linux kurz vor der offiziellen Release. Zum Redaktionsschluss war bereits der "Release Candidate" im Netz verfügbar. Wie aus der Vergangenheit gewohnt hat MandrakeSoft auch in Mandrake 8.1 wieder das Neueste vom Neuesten (z. B. Kernel 2.4.8, KDE 2.1.1, KOffice 1.1, Gnome 1.4.1) integriert. Natürlich wurden auch die Mandrake-eigenen Systemadministrations-Tools wieder deutlich überarbeitet und erweitert. In Version 8.1 wird Mandrake endlich Euro-fähig und bietet erstmals vier verschiedene Journaling-Dateisysteme zur Auswahl: IBM JFS, ReiserFS, ext3 und XFS. (Andreas Huchler/ahu/hge) http://www.hinner.de/linux/debian_sid.html http://www.liniso.de http://www.linux-mandrake.com

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