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Jo´s alternativer Desktop

Sendepause

Werbeblocks als Pausenfüller? Nein danke. Am eigenen Desktop läuft noch immer ein selbstgewählter Bildschirmschoner als Pausenprogramm.

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Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Zweifelsohne sind sie beliebt, die Bildschirmschoner. Während viele Heim- und Büro-User untereinander um den schönsten buhlen, sollte abseits des Treibens eine Frage erlaubt sein: Welchen Zweck verfolgen sie? Ursprünglich sollten sie das Festbrennen des Desktop-Inhalts auf der Bildschirmscheibe vereiteln, doch das steht bei halbwegs aktuellen Monitoren kaum mehr zu befürchten. Sollte die ungenutzte Zeitspanne dermaßen lang werden, empfiehlt es sich wohl eher, den Monitor die nächsten Tage einfach abzuschalten …

Kaffeepause

Der andere, aktuell nach wie vor gültige Grund, einen Bildschirmschoner einzusetzen, betrifft weniger die Lebensdauer des Monitors: Vielmehr gilt es oftmals, den Desktop-Inhalt vor den Blicken Neugieriger zu schützen. Dies nennt sich dann den Bildschirm "locken" – wegschließen. Hierbei kann der Bildschirmschoner erst nach einer Passworteingabe verlassen werden. Wer dies vorhat, wird seinen Bildschirmschoner manuell beim Verlassen des Arbeitsplatzes aktivieren, statt ihn nach allzu langer Untätigkeit automatisch zu präsentieren.

Letztlich befriedigen heutige Bildschirmschoner eher den Spieltrieb: Die Funktion des "Schonens" ist fraglich und ebensogut mit dem Netzschalter oder einem Stromsparmechanismus zu bewerkstelligen. Und wer seine Oberfläche vor anderen schützen will (oder umgedreht?), benötigt eher einen manuellen Start inklusive Passwortüberprüfung. Sollten Sie wirklich einzig auf die ursprüngliche Funktion Wert legen (oder aber eine rudimentäre Stromsparfunktionen wünschen), so sei Ihnen xset empfohlen.

Schwarz und ohne Zucker

Dieser einfach(st)e Bildschirmschoner ist Teil von XFree selbst. Er bietet eine einfache X-Logo-Animation oder löscht schlicht den Desktop. Steuern können Sie ihn mit einer Reihe von Argumenten: So ist es möglich, den Bildschirm mit einem einfachen xset s 300 nach fünf Minuten (300 Sekunden) schwarz werden zu lassen. Tabelle 1 gibt Aufschluss über die wichtigsten Funktionen.

Tabelle 1: xsets Bildschirmschoner-Optionen

Befehl Funktion
xset s auf Standardeinstellungen zurücksetzen
xset s 600 nach 10 Minuten aktivieren
xset s blank schwarzen Bildschirm verwenden
xset s noblank X-Logo statt schwarzen Bildschirm anzeigen (vgl. Abbildung 1)
xset s 600 300 X-Logo alle 300 Sekunden neu platzieren (sofern gesetzt)
xset s off Bildschirmschoner deaktivieren
xset s on Bildschirmschoner einschalten
xset s activate Bildschirmschoner sofort aktivieren
xset q aktuelle Einstellungen anzeigen

Wer nun an der Tastatur versucht, seinen Bildschirm mit xset s activate manuell zu schonen, wird rasch merken, dass das nicht unbedingt von Erfolg gekrönt ist: Der Tastaturbefehl selbst deaktiviert den soeben aufgerufenen Schoner sofort wieder. Abhilfe schafft ein sleep 1s && xset s activate, so dass die Tastatur eine satte Sekunde Zeit erhält, um zur Ruhe zu kommen. Wer die Option noblank einsetzt und den Hintergrund zuvor mit xsetroot setzte, bekommt statt dem mausgrau-gepunkteten X-Standard-Hintergrund den zu Gesicht, der mit xsetroot eingestellt wurde (Abbildung 1).

Benutzer des K Desktop Environments bleiben bei all diesen Spielereien jedoch außen vor: Hier wird als Desktop-Hintergrund nicht das eigentliche Root Window verwendet: Statt dessen überdeckt ein rahmenloses Fenster alles, was sich auf jenem abspielt. Somit verändert ein xsetroot -solid blue lediglich den Desktop hinter dem KDE-Desktop. Wer KDE verwendet, hat sich so an die KDE-eigenen Bordmitteln verkauft.

Abbildung 1: Standard-Bildschirmschoner, über xset konfiguriert

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