Ordnung im Datei-Dschungel

Dateiverwaltung mit dem Datei-Manager Konqueror

01.11.2001
Dateien von einem Ordner in den anderen kopieren, Verzeichnisse aufräumen, manches verschieben, anderes löschen, ein Bild betrachten oder die Größe eines Dokuments herausfinden - all dies lässt sich mit dem Konqueror erledigen.

Die Arbeit abnehmen kann Ihnen der "Eroberer" zwar nicht, aber wenigstens erleichtern. Er bietet eine komfortable Arbeitsoberfläche, die (wie bei KDE-Anwendungen üblich) in vielen Aspekten individuell gestaltet werden kann. Vor allen Dingen ist der Datei-Manager schnell: Nur wenige Augenblicke vergehen, bis ein mehrere hundert Dateien großes Verzeichnis aufgebaut ist.

Dieser Workshop bezieht sich auf SuSE Linux 7.1 mit KDE 2.0.1. Ist im Folgenden von einer Datei die Rede, gelten die Aussagen auch für Verzeichnisse, außer es wird ausdrücklich darauf hingewiesen.

Der Konqueror startet automatisch, wenn man das Home-Verzeichnis über den Button im Panel öffnet.

Abbildung 1: Über den Home-Button startet Konqueror

Die standardmäßige Oberfläche erinnert stark an den Windows-Explorer: links die Spalte mit dem Verzeichnisbaum des Systems, rechts das Hauptfenster, darüber Titel-, Menü-, Symbol- und Adressleiste. Die Navigation über die Pfeil-Buttons "Aufwärts", "Zurück" und "Nach vorne" funktioniert ebenfalls wie beim Explorer.

Abbildung 2: Die wichtigsten Betandteile des Datei-Managers Konqueror

Zu den Unterschieden: Die Titelleiste zeigt neben dem Namen der Datei auch den kompletten Pfad an. Dies erleichtert die Orientierung und ist besonders dann hilfreich, wenn man mit vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern arbeitet und, um Platz auf dem Desktop zu schaffen, über einen Doppelklick auf die Titelleiste den "Fensterheber" aktiviert hat.

Über die Werkzeug- oder Symbolleiste erreichen Sie die wichtigsten Funktionen des Programms, wie die Navigations-Buttons, die Befehle Ausschneiden, Kopieren, Einfügen, Drucken, Erneut laden und Abbrechen; Buttons, um zwischen fünf Ansichtsmodi umzuschalten, und den Button "Adresse der Startseite". Normalerweise startet der Konqueror mit Ihrem Home-Verzeichnis.

Private Startseite

Ändern können Sie dies über Einstellungen/Einrichten/Dateimanager in der Menü-Leiste. Auf der Registerkarte Verhalten tragen Sie in die Textzeile "URL der Startseite" den Pfad des gewünschten Verzeichnisses ein. An den Funktionen des Konqueror merkt man gleich, dass der Konqueror nicht nur ein Datei-Manager, sondern auch ein Browser ist. Darauf gehen wir aber in diesem Workshop nicht ein.

Abbildung 3: Mit der Startseite nach Wunsch beginnen

Zurück zur Werkzeug-Leiste: Wollen Sie andere oder zusätzliche Buttons in der Leiste, aktivieren Sie Einstellungen/Einrichten/Werkzeugleisten. Dann können aus dem Fenster Verfügbare Aktionen weitere in das Fenster Aktuelle Aktionen gestellt werden.

Abbildung 4: Die Werkzeugkeiste kann den eigenen Bedürfnissen angepasst werden

Die Adress-Zeile können Sie wie bei einem Browser benutzen und dort den Pfad der gewünschten Datei eintippen; nach dem Drücken der [Enter]-Taste springt der Konqueror dorthin. Das erspart unter Umständen viele Klicks durch den Verzeichnisbaum.

Ebenfalls aus der Welt der Browser stammt die Option, für häufig aufgerufene Dateien ein Lesezeichen zu setzen: Diese rufen Sie über Lesezeichen in der Menü-Leiste auf. Es gibt auch eine extra Lesezeichen-Leiste, vergleichbar mit der Link-Leiste beim Internet Explorer. Sie wird standardmäßig nicht angezeigt. Wählen Sie im Menü Einstellungen die Option Lesezeichen-Leiste anzeigen. Wird sie dann nicht angezeigt, schließen Sie den Konqueror und starten ihn erneut. In die Lesezeichen-Leiste können Sie Dateien und Verzeichnisse aufnehmen.

Abbildung 5: Die Lesezeichen-Leiste muss erst aktiviert werden

Alle Leisten außer der Menü-Leiste kann man durch einen Klick auf die senkrechten, erhaben dargestellten Striche links verschwinden lassen. Ein erneuter Klick auf die dann waagerechten Striche lässt die Leiste wieder erscheinen (Abbildung 2).

Im Hauptfenster erscheint der Inhalt desjenigen Verzeichnisses, das im Verzeichnisbaum aktiviert wurde. Die Darstellung dieses Inhalts ist auf verschiedene Weisen möglich: Die Symbol-Ansicht reiht Symbole und Namen zeilenweise nebeneinander, die mehrspaltige Ansicht tut dies spaltenweise. In der Baumansicht werden zusätzliche Detailinformationen dargestellt: Name und Größe der Datei, Datum der letzten Änderung, Berechtigung, Besitzer, Gruppe und Verknüpfung. Die gleichen Informationen zeigt die detaillierte Verzeichnis-Ansicht, allerdings ohne Baum-Struktur. Die Text-Ansicht schließlich zeigt die Detailinformationen, verzichtet aber auf die Symbole.

Abbildung 6: Datei- und Verzeichnisansichten für jeden Geschmack

Über Ansicht in der Menü-Leiste sind weitere Optionen möglich, zum Beispiel kann Konqueror dazu gezwungen werden, versteckte Dateien anzuzeigen. Alle Dateien oder Verzeichnisse, die mit einem Punkt (".") beginnen, werden normalerweise nicht dargestellt.

Mit Ansicht/Details anzeigen kann die Anzeige weiterer Informationen wie Dateityp, Mime-Typ, URL, letzter Zugriff und Erstellungszeit aktiviert werden. Welche Infos angezeigt werden sollen, legen Sie in einem Auswahl-Menü fest. Diese Detailansicht funktioniert allerdings nicht in Symbol- und mehrspaltiger Ansicht.

Abbildung 7: Konqueror versorgt Sie mit allen nötigen Informationen zu einer Datei

Geteilte Ansicht

Der Konqueror erleichtert das Verschieben und Kopieren von Dateien und Verzeichnissen innerhalb des Verzeichnisbaums durch die Fähigkeit, das Hauptfenster vertikal und horizontal zu teilen, und zwar beliebig oft. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche Fenster in der Menüleiste und wählen Ansicht in linke und rechte Hälfte teilen oder Ansicht in obere und untere Hälfte teilen.

Abbildung 8: Wieviele Fenster sollen es sein?

Welches der (Teil-) Fenster gerade aktiviert ist, zeigt die kleine grüne Leuchte (siehe Abbildung 2) in der linken unteren Ecke des Fensters. Durch Hineinklicken wird ein Teilfenster aktiviert. Das aktive Fenster kann dann erneut geteilt werden. Sind die Fenster miteinander verknüpft, wird eine Aktion in allen Fenstern gleichzeitig ausgeführt. Sind sie dagegen getrennt, kann in jedem Teilfenster unabhängig navigiert werden. Den Verknüpfungsstatus der Fenster zeigt eine kleine Schaltfläche in der unteren rechten Ecke des jeweiligen Fensters. Erscheint dort ein Symbol, das an einen Knoten erinnert, ist die Verknüpfung aktiv (siehe Abbildung 2).

Die Leiste, die unten ein Fenster begrenzt, heißt "Statusleiste" und zeigt neben der grünen Aktivierungsanzeige und dem Verknüpfungssymbol an, welchen Inhalt ein Verzeichnis hat; bei Dateien deren Typ und Größe. Über einen Rechtsklick auf die Leiste kann das Fenster weiter geteilt oder gelöscht werden.

Die Größe der einzelnen Fenster kann wie beim Windows Explorer durch Anfassen und Ziehen mit der Maus stufenlos verstellt werden. Innerhalb der Fenster navigiert man über die Buttons "Aufwärts", "Zurück" und "Vorwärts" in der Symbol-Leiste. Hält man die linke Maustaste über einem der Buttons länger gedrückt, erscheint eine Auswahl mit den zuletzt besuchten Verzeichnissen und Dateien.

Wem das Fenstermosaik noch nicht genügt, der kann zusätzlich über Fenster/Terminal-Emulator anzeigen die Konsole aktivieren und darin arbeiten (siehe Abbildung 2).

Je nach dem, auf welche Art Sie mit dem Konqueror Ihre Dateien verwalten möchten, sind unter Umständen verschiedene Fensteraufteilungen sinnvoll. Deshalb können Sie Ansichtsprofile speichern und bei Bedarf laden. Klicken Sie auf Fenster/Ansichtsprofil speichern/löschen und geben dem aktuellen Profil einen aussagekräftigen Namen. Mit Fenster/Ansichtprofil laden holen Sie später ein gespeichertes Profil zurück (Abbildung 8).

Ein Linksklick mit der Maus löst die aus Windows vertrauten Aktionen aus. Ein Klick mit der mittleren Maustasteauf ein Verzeichnis oder eine Datei tut dasselbe wie ein Linksklick, allerdings in einem neuen Fenster des Datei-Managers.

Die rechte Maustaste öffnet das jeweilige Kontext-Menü, in dem weitere Konfigurationen vorgenommen werden können. Im Hauptfenster des Konquerors gelangt man mit dem Rechtsklick u. a. zu den Befehlen Aufwärts, Zurück, Vorwärts oder Neu erstellen, im Kontext-Menü einer Datei oder eines Verzeichnisses zu Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Löschen oder Zu Lesezeichen hinzufügen.

Abbildung 9: Per Rechtsklick zum Kontext-Menü des Hauptfensters…
Abbildung 10: … und ebenso zum Kontext-Menü eines Verzeichnisses oder einer Datei

Außerdem findet sich hier, ähnlich wie bei Windows, die Option Eigenschaften: Sie zeigt auf der Registerkarte Allgemein Größe und Typ einer Datei, Erstellungs- und Veränderungsdatum sowie letzten Zugriff. Die Einstellungsmöglichkeiten auf der Registerkarte Berechtigungen haben wir im LinuxUser 09/2001 erklärt.

Abbildung 11: Eigenschaften einer Datei

Die Leisten können mit Hilfe des Kontext-Menüs an einem anderen Rand des Fensters dargestellt werden, die Symbole können in ihrer Größe verändert oder durch Text ersetzt werden.

Abbildung 12: Auch die Leisten besitzen Kontext-Menüs

Wer das Layout des Konquerors komplett umgestalten möchte, also andere Icons, Farben und einen anderen Hintergrund verwenden will, muss dies über die Veränderung des gesamten KDE-Erscheinungsbildes tun.

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