Installation und Systemdrucker-Einrichtung

Mit dem Aufruf ./install im Verzeichnis /usr/local/turboprint_1_40 startet root anschließend die Installation von TurboPrint. Sie haben zunächst die Auswahl zwischen deutsch- oder englischsprachiger Benutzerführung, d. h., die Installationsmeldungen kommen in der ausgewählten Sprache und auch das Online-Handbuch wird in der gewählten Sprache installiert. Auf die TurboPrint-Konfigurationstools hat die Spracheinstellung zwar keine Auswirkung, aber alle Menüpunkte und Funktionsknöpfe werden im Online-Handbuch erklärt bzw. übersetzt.

Bevor die Installationsroutine tatsächlich Dateien einspielt, zeigt sie Ihnen die Verzeichnispfade an, die das Druckertreiber-System benutzen wird. Wenn Sie ggf. einen Pfad ändern oder einen anderen Browser für die Dokumentation eintragen möchten, dann lässt sich die Installation an dieser Stelle noch abbrechen, indem Sie die Frage des Installationsskripts, Installation jetzt starten (y/n)? mit n beantworten. Die in diesem Fall zu editierende Datei heißt system.cfg und befindet sich im turboprint_1_40-Verzeichnis. Im Normalfall aber bestätigen Sie die Frage des Installationsskripts mit y, und die Installation wird in Sekundenschnelle abgeschlossen.

Listing 1

Installation der Free-Version von Turboprint 1.40

root@maxi:/home/perle: # cd /usr/local/turboprint_1_40
 root@maxi:/usr/local/turboprint_1_40 # ./install
 TurboPrint Installation
 =======================
 (e)nglish or (d)eutsch? d
 Kein Keyfile im Installationsverzeichnis gefunden.
 TurboPrint FreeEdition wird installiert.
 Konfigurationsdateien……: /etc/turboprint
 Shared files (Treiber etc.): /usr/share/turboprint
 Ausführbare Dateien……..: /usr/bin
 Logfiles……………….: /var/log
 Dokumentation…………..: /usr/share/turboprint/doc
 Browser für HTML-Doku……: netscape
 (Bitte editieren Sie system.cfg, um diese Pfade zu ändern)
 Installation jetzt starten (y/n)? y
 Überprüfe shared libraries:
   gtk     library     found
 Überprüfe Filterprogramme für Dateiformatumwandlung:
   gs         gefunden  (Postscript, also needed for FIG,DVI,troff,html,ASCII)
 * pstops    NICHT gef. (aus psutils Paket, notwendig für Duplexdruck)
   fig2dev    gefunden  (FIG drawings)
   dvips      gefunden  (TeX DVI documents)
   grog       gefunden  (troff, man documents)
   html2ps    gefunden  (HTML internet pages)
   bmptoppm   gefunden  (BMP pictures)
   tifftopnm  gefunden  (TIFF pictures)
   giftopnm   gefunden  (GIF pictures)
   djpeg      gefunden  (JPEG pictures)
   rasttopnm  gefunden  (Sunraster pictures)
   a2ps       gefunden  (ASCII text documents)
 * enscript  NICHT gef. (ASCII text documents)
 Installation abgeschlossen
 HTML Anleitung ist im Verzeichnis /usr/share/turboprint/doc/html
 Wollen Sie die Anleitung jetzt lesen (y/n)? y
 Browser wird in einigen Sekunden gestartet. Bitte warten…

Der in Listing 1 wiedergegebene Dialog zeigt, dass auf einem mit der Standard-Installation eines KDE-Desktops von SuSE 7.2 Personal ausgestatteten System die zwei Konverter pstops und enscript für die Dateiformat-Umwandlung nicht gefunden wurden. Sie sind auch auf den entsprechenden SuSE-Installations-CDs nicht vorhanden.

Daran zeigt sich ein grundsätzliches Problem. Nicht bei allen Linux-Distributionsmedien in ihren verschiedenen Ausführungen sind sämtliche Filterwerkzeuge vorhanden. Falls Sie fehlende Konverter unbedingt benötigen und Sie auf Ihrem (zuständigen) Distributionsserver nicht fündig werden, müssen Sie diese wohl oder übel andernorts im Internet auftreiben. Wo sie dort zu finden sind, und wofür sie gebraucht werden, erfahren Sie in Tabelle 1.

Einen Grund zur Panik sind die beiden im Beispiel fehlenden Tools jedoch nicht. Wichtig ist, dass Sie zum Drucken/Testen mindestens das Gespann gs plus a2ps oder gs plus enscript auf Ihrem System finden.

Tabelle 1: Konverter im Internet

Grundsätzlich lassen sich alle Konverter über die Webseite http://rpmfind.net/linux/rpm2html/search.php finden. Zu einigen Konvertern gibt es aber auch eigene Homepages bzw. Webauftritte mit speziellen Informationen.
html2ps Konvertiert HTML-Dateien nach PostScript. http://www.tdb.uu.se/~jan/html2ps.html
fig2dev Befindet sich im Paket transfig. Konvertiert .fig-Dateien, wie sie von xfig erzeugt werden, in andere Formate, z. B. LaTeX. http://filewatcher.org/sec/transfig.html
bmptoppm, tifftopnm, giftopnm, rasttopnm In den Paketen netpbm und netpbm-prog befindet sich eine Sammlung von Grafik-Konvertern sowie Bibliotheken, die die entsprechende Funktionalität bereitstellen. Hiermit können viele Grafikformate in andere konvertiert werden. http://netpbm.sourceforge.net/
a2ps Ein "Allesmögliche-zu-PostScript"-Konvertierer, über dessen Möglichkeiten Sie die Rubrik "Zu Befehl" in diesem Heft sowie die passenden Webseiten informieren. http://www.gnu.org/software/a2ps/a2ps.html, http://www.infres.enst.fr/~demaille/a2ps/
djpeg Dieses Tool wird mit dem libjpeg-6b-Paket mitgeliefert und wandelt JPG-Bilddateien in andere Grafikformate um. http://rpmfind.net/linux/rpm2html/search.php?query=djpeg&submit=Search
enscript GNU Enscript ist ein freier Ersatz für Adobes Enscript-Programm. Es konvertiert ASCII-Dateien zu PostScript, wobei die Ausgabe entweder in eine Datei oder direkt zum Drucker geschickt werden kann. Soll der Quelltext eines Programms ausgedruckt werden, kann es die Syntaxelemente im Ausdruck hervorheben (Syntax-Highlighting). http://www.gnu.org/directory/enscript.html
dvips Erzeugt aus dem von TeX/LaTeX generierten "device independent" (d. h. Geräte-unabhängigen) Ausgabeformat PostScript. http://filewatcher.org/sec/tetex-dvips/int_1week.html
grog groff ist ein Textformatierer, der für die richtige Ausgabe von Manpages auf verschiedenen Ausgabegeräten sorgt (z. B. auf dem Bildschirm oder auf einem PostScript-Drucker). Die im groff-perl-Paket enthaltene grog-Funktion findet heraus, welche groff-Kommandozeilen-Optionen benutzt werden müssen, um eine Eingabedatei in ein bestimmtes Ausgabeformat umzuwandeln. http://www.gnu.org/directory/groff.html
gs "Ghostscript" ist ein PostScript-Interpreter, der PostScript-Code in verschiedene Druckersprachen übersetzt. http://www.cs.wisc.edu/~ghost/
pstops Eines der im Paket psutils enthaltenen Werkzeuge, mit denen PostScript-Dateien bearbeitet werden können. http://www.dcs.ed.ac.uk/home/ajcd/psutils/index.html, http://filewatcher.org/sec/psutils.html

Die Einrichtung des Druckers kann durch den Aufruf von xtpsetup grafisch erfolgen (Abbildungen 1--3) oder alternativ (nicht grafisch) durch Eingabe von tpsetup. Von dem zunächst leeren TurboPrint Setup-Fenster (Abbildung 3) gelangen Sie nach dem Anklicken von Add ins Select Printer-Fenster (Abbildung 1), wo Sie zunächst Ihren Drucker auswählen.

Danach öffnet sich das Edit Printer-Fenster; hier finden Sie alle wichtigen Konfigurationsdetails. Im Printer-Eintrag steht der Name des Druckertreibers. Short Name ist die Kurzbezeichnung, die beim Drucken über lpr verwendet wird. Hinter Config Name verbirgt sich der Name der Druckerkonfiguration, voreingestellt wird der Name des Druckertreibers. Spool Directory ist nicht editierbar und bezeichnet das Verzeichnis, in dem die Druckaufträge für diesen Drucker zwischengelagert werden. Unter Device Name kommt die Schnittstelle zu stehen. Auf dem Testsystem in Abbildung 2 wurden alle Einstellungen richtig erkannt und eingetragen.

Richtig spannend wird es unter dem Punkt Connection (Druckerverbindung), denn hier offenbart die Auswahl (Abbildung 4), dass die Software nicht nur das Drucken als Local Printer an parallelen, seriellen und USB-Schnittstellen (zur USB-Nutzung muss Ihr Linux-Kernel aktuell USB unterstützen) beherrscht. Abhängig von Ihrer Auswahl hinter Connection verändern sich die Konfigurationsvorgaben im Edit Printer-Fenster. Zur Auswahl stehen Local Printer, File, Remote Printer, Remote Windows, Remote Netware. (Vergleichen Sie dazu die Local Printer-Einstellungen in Abbildung 2 mit der Remote Windows-Konfiguration in Abbildung 5.)

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Software gibt Ihnen lediglich die Möglichkeit, die Treiber auch auf für Sie zugänglichen Netzwerkdruckern zu nutzen, indem Sie das entsprechende "Edit Printer"-Fenster mit den (Zugangs-)Daten versorgen. Das Installieren und Konfigurieren von z. B. Samba und das Freigeben eines solchen "Remote Windows"-Druckers kann Ihnen Turboprint natürlich nicht abnehmen. Dasselbe gilt auch für Netware-Drucker.

Einzelfragen zur Konfiguration klären Sie mit einem Mausklick auf den Help-Knopf. Sofern Sie dies nicht während der Installation anderweitig bestimmt haben, startet daraufhin Netscape und zeigt Ihnen die fragliche Seite im Online-Handbuch.

Wählen Sie File kann eine Datei zum "Drucker" erklärt werden, die die Druckausgaben aufnimmt und speichert.

Abbildung 1: Wählen Sie Ihren Drucker aus!
Abbildung 2: Einstellungen eines lokalen Druckers
Abbildung 3: Das Setup-Fenster nach der Druckerkonfiguration
Abbildung 4: Netzwerk- oder lokaler Drucker?
Abbildung 5: "Connection: Remote Windows"

Damit ist die Installationsarbeit für root abgeschlossen. Im Zweifelsfall lässt sich TurboPrint mit dem ./uninstall-Skript im Installationsverzeichnis auch wieder aus dem System entfernen.

Welche Grundeinstellungen für das Ausdrucken voreingestellt sind, überprüfen Sie durch den Aufruf von xtpconfig. Diese Einstellungen lassen sich später durch die Anwender/innen einfach verändern, indem sie xtpconfig aufrufen.

Konfiguration für Anwender/innen

xtpconfig fügt sich selbstständig ins KDE-Menü unter dem Menüpunkt Dienstprogramme ein (Abbildung 6). Das macht die Anwendung für grafisch orientierte Nutzer/innen leicht. In jedem Fall lässt es sich auch über eine Kommandozeile aufrufen. Anwender/innen, die nicht grafisch arbeiten, steht alternativ der Befehl tpconfig zur Verfügung.

Abbildung 6: TurboPrint-Konfiguration im KDE-Menü
Abbildung 7: xtpconfig

Das xtpconfig-Konfigurationsmenü ist unterteilt in sieben Menüseiten (Reiter). Zu jedem finden Sie ein Bild plus Erklärungen in der schon erwähnten Online-Dokumentation, je nach verwendetem Drucksystem (LPR oder CUPS) stehen auf den Menüseiten teils unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten zur Wahl:

  • Unter Printer gilt es, z. B. das zu verwendende Papier (Normalpapier, Fotopapier etc.), Druckauflösung und Farbmodus (Schwarz/Weiß, Graustufen, Echtfarben, 256 Farben) einzustellen.
  • Im Reiter Paper können Sie u. a. Papierformat, Anzahl der Ausdrucke, Duplex-Druck und Vergrößerungen festlegen.
  • Graphic kümmert sich um Farben, Raster, Helligkeit und Kontrast.
  • Beim Menüpunkt Image geht es um den Druck von Einzelgrafiken mit Einstellungsmöglichkeiten für Position, Druckgröße und DPI ("Dots per Inch", Punkte pro Zoll).
  • Das Menü Text widmet sich der Ausgabe von ASCII-Textdokumenten.
  • In der Toolbox finden Besitzer/innen von Tintenstrahldruckern die Möglichkeit, Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchzuführen, darunter die Druckkopf-Ausrichtung und -Reinigung. Außerdem lassen sich hier Testseiten ausdrucken.

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