Ausgetauscht

Abiword verfügt über eine große Zahl von Im- und Exportfiltern, um Texte mit anderen Textverarbeitungen austauschen zu können. Die wichtigsten Filter sind Importfilter für RTF, MS-Word, DocBook und ApplixWord, auch wird eine größere Anzahl von Textverarbeitungsformaten von Palm und Psion unterstützt. Daten können unter anderem als RTF, HTML, DocBook, LaTeX und reiner Text gespeichert werden. Für die Zukunft ist die Unterstützung des KWord- und OpenWord-Formates geplant.

Die Qualität der Filter ist sehr unterschiedlich. Der MS-Word Importfilter funktioniert sehr gut, Dokumente, die mit MS-Word der Versionen 6, 95 und 97 erstellt wurden, werden sicher eingelesen. Auch der RTF-Filter liefert gute Ergebnisse. Die Filter für die anderen Formate sind noch nicht so ausgereift und unterstützen nur einen Teil der Formatierungsmöglichkeiten des Fremdformates.

Der Countdown läuft

Wie bei fast allen Open-Source-Projekten kann für die Freigabe der Version 1.0 kein Datum genannt werden. Die Entwickler möchten das Programm möglichst fehlerfrei ausliefern, so dass bis zur Fertigstellung noch eine gewisse Zeit vergehen kann. Die Vorabversionen mit den Nummern ab 0.9.0 enthalten schon die gesamte für das endgültige Programm vorgesehene Funktionalität, im Vordergrund steht zur Zeit das Beseitigen von Fehlern. Allerdings erscheinen die Vorabversionen in sehr kurzen Abständen, so dass es sich lohnt, häufiger auf der Abiword-Homepage vorbei zu schauen.

In der jetzigen Form ist das Programm für kürzere Texte wie Briefe oder Memos gut zu gebrauchen. Auch kleinere Beschreibungen oder Artikel lassen sich mit ihm bearbeiten.

Für längere und wissenschaftliche Texte fehlen nach wie vor Funktionen wie automatisch erzeugte Inhaltsverzeichnisse und Indizes. Das k.O.-Kriterium für Viele dürfte allerdings die fehlende Unterstützung für Tabellen, Fuß- oder Endnoten sein. Beides wird auch Version 1.0 voraussichtlich noch vermissen lassen.

Immerhin legt Abiword von Version zu Version an Stabilität zu. Wenn es denn doch abstürzt, versucht das Programm stets, den aktuell bearbeiteten Text zu speichern und so Datenverlust vorzubeugen. Diese Notsicherung funktioniert sehr zuverlässig.

Interessenten sei die Abiword-Entwickler-Mailingliste [3] empfohlen. Dort werden die neuesten Ideen vorgestellt, und man erfährt, wie es mit der Entwicklung des Programms vorangeht.

Glossar

DocBook

DocBook ist ein Textformat, das auf XML basiert und insbesondere für technische Dokumentationen verwendet wird.

Infos

[1] Abiword-Homepage: http://www.abisource.com/

[2] Wörterbücher: http://prdownloads.sourceforge.net/abiword/abispell-0.9.0.tar.gz

[3] Archiv der Abiword-Entwickler-Mailingliste: http://www.abisource.com/devel/archive/

Der Autor

Frank Wieduwilt studierte Geschichte und lebt mit seiner Frau Sabine und seiner Tochter Johanna in Berlin.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Verbesserungsfähig
    Abiword ist auch in neuen Version 2.6 eine kompakte Textverarbeitung mit den wichtigsten Funktionen. Das aktuelle Release erweist sich aber als etwas instabil.
  • Textverarbeitung mit Abiword 2.2
    Die kompakte Textverarbeitung Abiword hat Version 2.2 erreicht. Wir haben uns die neue Ausgabe angesehen.
  • Seite 42
  • Textverarbeitung mit AbiWord
    An Textverarbeitungen für Linux herrscht mittlerweile zwar kein Mangel mehr, aber nicht jede/r mag dafür Geld ausgeben oder sich mit einem integrierten Officepaket voller unbenötigter Funktionalitäten herumschlagen. Doch neben den kommerziellen Monsterapplikationen wachsen inzwischen auch in der Open-Source-Welt interessante Anwendungen heran.
  • Abiword 2.0
    Von 1.0.6 direkt auf 2.0.0 – der große Versionssprung bei der Textverarbeitung Abiword lässt auf einen kräftigen Funktionszuwachs hoffen. Wir schauten uns das aktuelle Release an, um zu sehen, ob die neue Versionsnummer gerechtfertigt ist.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2018 NEUE DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Internet abschalten
Karl-Heinz Hauser, 20.02.2018 20:10, 2 Antworten
In der Symbolleiste kann man das Kabelnetzwerk ein und ausschalten. Wie sicher ist die Abschaltu...
JQuery-Script läuft nicht mit Linux-Browsern
Stefan Jahn, 16.02.2018 12:49, 2 Antworten
Hallo zusammen, ...folgender goldener Code (ein jQuery-Script als Ergebnis verschiedener Exper...
XSane-Fotokopie druckt nicht mehr
Wimpy *, 30.01.2018 13:29, 2 Antworten
openSuse 42.3 KDE 5.8.7 Seit einem Software-Update druckt XSane keine Fotokopie mehr aus. Fehler...
TOR-Browser stürzt wegen Wikipedia ab
Wimpy *, 27.01.2018 14:57, 0 Antworten
Tor-Browser 7.5 based on Mozilla Firefox 52.8.0 64-Bit. Bei Aufruf von http: oder https://de.wi...
Wifikarte verhindert Bootvorgang
Maik Kühn, 21.01.2018 22:23, 1 Antworten
iwlwifi-7265D -26 failed to load iwlwifi-7265D -25 failed to load iwlwifi-7265D -24 failed to l...