Desktop-Umgebung KDE 2.2

Seit Mitte August ist das von vielen Linux-Anwendern heiß ersehnte Versions-Update der beliebten Desktop-Umgebung KDE auf diversen FTP-Servern verfügbar. Neben zahlreichen Detail-Verbesserungen und Bugfixes bringt Version 2.2 unter anderem folgende neuen Anwendungen mit: den KWrite-basierten Editor Kate mit Plugin-Fähigkeiten und einem integrierten Datei-Browser für einfaches Projekt-Management, die neueste Version 2.0 der C/C++-Entwicklungsumgebung KDevelop, das Wörterbuch-Programm KDict, ein KDE-übergreifend einsetzbares OCR-Scanner-Tool namens Kooka sowie den Handy-Telefonbuch-Synchronisierer Kandy. Der ebenfalls neu hinzugekommene Konfigurations-Wizard KPersonalizer führt den Benutzer nach dem ersten Login durch alle wichtigen Desktop-Einstellungen und ermöglicht so auf bequeme Weise die Anpassung der Desktop-Umgebung an die individuellen Bedürfnisse des Anwenders. Auch bei den Internet-Clients hat sich wieder einiges getan: Konqueror (genauer: die KHTML-Komponente) hat sich dem vom W3-Konsortium verabschiedeten DOM-Standard noch einmal ein Stück weiter angenähert, KMail arbeitet endlich auch mit IMAP-Servern samt SSL und TLS zusammen, und Knode beschert dem Anwender noch mehr Komfort beim Verwalten und Lesen von News-Artikeln. Erfreulich ist, dass die KDE-Entwickler neuerdings wieder mehr Wert auf Interoperabilität mit weit verbreiteten Nicht-KDE-Anwendungen wie etwa dem Gnome-Fenster-Manager icewm oder Mozilla legen. Auf der Heft-CD finden Sie die Quellen und fertige Pakete für SuSE 7.2, Red Hat 7.x und Mandrake 8. http://www.kde.org

Antiviren-Software F-Prot 3.10a

,,Viren unter Linux? Sowas gibt´s doch gar nicht.`` Solche Pauschalaussagen hört man auch heute noch von vielen Linux-Anhängern. In der Tat ist es unter Linux nicht so einfach, einen Virus zu verbreiten, wie dies etwa unter DOS bzw. Windows 9x/Me möglich ist. Nichtsdestotrotz steigt mit zunehmender Verbreitung im Desktop-Umfeld - und sei es auch nur in Form eines File- oder Mail-Servers für andere Desktop-Betriebssysteme - auch unter Linux die Gefahr einer Vireninfektion. Die isländische Firma Frisk Software bietet deshalb ihre in der Windows-Welt bekannte Antiviren-Software F-Prot erstmals auch in einer Linux-Variante an. Aktualisierte Virendefinitions-Dateien kann man sich bei Frisk in regelmäßgen Abständen kostenlos herunterladen, so dass man auch neu in Umlauf gesetzten Windows- und Linux-Viren im Zweifelsfall schnell auf die Schliche kommt. Das Linux-Paket, das sich momentan noch in einer Beta-Phase befindet (Feedback ausdrücklich erwünscht!), ist bislang kostenlos erhältlich. http://www.frisk.is

Netscape 6.1

Seit der Flop-Release von Netscape 6.0 haben die Entwickler des Browsers Mozilla, auf dem Netscape 6 basiert, gewaltige Fortschritte gemacht. Mit der Fertigstellung von Mozilla 0.9.3 war die Zeit im letzten Monat wieder einmal reif für eine neue offizielle Netscape-Release. Bei Netscape 6.1 handelt es sich also im wesentlichen um eine leicht modifizierte Variante von Mozilla 0.9.3 mit etwas kommerziellerem Look & Feel und einigen zusätzlichen Features. Sicherlich eine Empfehlung für alle diejenigen, die Netscape noch eine Chance geben wollen. Versions-Junkies werden aber im Zweifelsfall vermutlich doch lieber beim Mozilla-Original (evtl. mit Galeon-Aufsatz) bleiben, in dem wesentlich schneller neue Features und Bugfixes integriert werden. ftp://ftp.netscape.com/pub/netscape6/english/6.1/unix/linux22/

HTML-Code-Optimierer Stripper Lite

Auch im Zeitalter von ISDN und DSL gilt beim Surfen im Internet für viele Benutzer immer noch die Maxime ,,Zeit ist Geld!``. Daher sollte man sich als Programmierer bzw. Designer von Web-Seiten genau überlegen, wie man die nötigen Übertragungen vom Web-Server zum Browser des einzelnen Surfers möglichst gering hält. Die amerikanische Firma SideShow Software hat sich genau dieses Problems angenommen und bietet neben dem Web-Server-Modul Stripper nun auch ein Optimierungspaket für Web-Programmierer. Stripper Lite ist ein Kommandozeilen-Tool, das HTML-, PHP- und JPG-Dateien um durchschnittlich 19% (in günstigen Fällen bis zu 75%) reduziert und dadurch für deutlich geringeren Daten-Traffic sorgt. Das Tool liegt dem server-seitigen Optimierer Stripper (200 US$) bereits bei, ist jedoch für 50 US$ auch gesondert erhältlich. http://www.sideshowsoftware.com

Java 3D-Rollenspiel Arkanae 0.5

Das Genre der grafisch anspruchsvolleren Rollenspiele ist unter Linux bislang wenig vertreten; auch Loki Software führt hauptsächlich 3D-Action-Shooter und Strategiespiele im Angebot. Wem RPG-Klassiker wie Nethack im Zeitalter von 3D-Beschleunigerkarten zu farblos erscheinen, der wird sich vielleicht demnächst mit dem Java-basierten 3D-Rollenspiel Arkanae die Herbstnächte um die Ohren schlagen. Arkanae ist der lebende Beweis dafür, dass man als zweiköpfiges Entwickler-Team mit der Programmiersprache Java anspruchsvolle - dank OpenGL for Java neuerdings sogar hardware-beschleunigte! - 3D-Spiele programmieren kann. Die Story und das Gameplay erinnern in mancher Hinsicht an eine Kreuzung aus Diablo und Tomb Raider. Die Steuerung des Schwert- und Magierkämpfers, die bislang ausschließlich über die Tastatur erfolgt, ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, auch die Sound-Effekte könnten hier und da noch etwas origineller werden. Sieht man von gelegentlich auftretenden Bugs einmal ab, ist die aktuelle Version 0.5 (Heft-CD) bereits gut spielbar. Da Arkanae der GPL unterliegt, kann sich prinzipiell jeder an der Weiterentwicklung beteiligen. Ein Muss für RPG-Fans unter Linux! http://www.babeloueb.com/arkanae/

Loki-Spiele Kohan und Rune-Erweiterung

Der amerikanische Spiele-Portierer Loki Software konnte im vergangenen Monat gerade noch seine drohende Insolvenz abwenden und hofft jetzt natürlich stärker als je zuvor auf die kaufkräftige Unterstützung durch die weltweite Linux-Spielergemeinde. Seit Mitte August führt Loki zwei weitere Spieleportierungen in seinem Produktsortiment. Kohan: Immortal Sovereigns ist ein netzwerkfähiges Fantasy-Echtzeitstrategiespiel von Timegate Studios (siehe Test auf S. 78). Wer mehr auf nordische Wikinger-Action steht, für den könnte vielleicht die Rune-Fortsetzung ,,Rune: Halls of Valhalla`` interessant sein. Das Erweiterungspaket für Rune enthält zwei neue 3D-Mehrspieler-Modi und eine Vielzahl neuer Charaktere. ,,Kohan: Immortal Sovereign`` ist für knapp 100 DM bei Loki selbst oder bei deutschen Resellern wie ixsoft erhältlich. Das Rune-Erweiterungspaket ,,Halls of Valhalla`` gibt es wahlweise im Bundle mit Rune (knapp 120 DM) oder gesondert (knapp 70 DM). http://www.lokigames.com http://www.ixsoft.de

Distributionen-Ecke

Das Distributionenkarussell dreht sich nach der Sommerpause wieder heftig weiter. Red Hat hat zum Redaktionsschluss für Beta-Tester bereits die zweite Beta-Version (Code-Name ,,Roswell``) des 7.1-Nachfolgers veröffentlicht. Bis eine Boxed-Version erhältlich sein wird, dürfte es aber erfahrungsgemäß noch einige Monate dauern. Auf der Überholspur ist mal wieder die nahezu 100-prozentig zu Red Hat kompatible Distribution Mandrake: Der französische Distributor MandrakeSoft hat gerade seinen Börsengang hinter sich gebracht und will in Mandrake 8.1 unter anderem endlich die Unterstützung für das Euro-Symbol einführen. Die US-amerikanische Firma JRCP vertreibt neuerdings eine Red-Hat-7-kompatible Distribution, die sich primär an Windows-Umsteiger richtet: WinLinux 2001 lässt sich direkt von Windows aus installieren und ist wahlweise als CD-ROM- (29.90 US$) oder Download-Version (ohne Support: 9.90 US$, mit Support: 19.90 US$) erhältlich. Turbolinux schließlich vertreibt seine jüngst erschienene gleichnamige Workstation-Version 7.0 vorerst nur in den USA als OEM-Variante. http://www.redhat.de http://www.linux-mandrake.com http://www.winlinux.net/2001/ http://www.turbolinux.com/products/tlw7/

Neue Linux-Treiber

AVM, Marktführer für ISDN-Hardware, bietet seit kurzem auf seinem FTP-Server CAPI-2.0-Treiber für seine USB-basierten ISDN-Karten der Serien FRITZ!Card USB und FRITZ!X USB zum Download an. Wer Besitzer eines Ali-Motherboards ist, das mit einer der Southbridges M1535, M1535D, M1535+ oder M1535D+ bestückt ist (z. B. Ali Magik 1), kommt dank der aktualisierten Treiberversion 0.14.9 nun auch mit Kernel 2.4.x in den Genuss von On-Board-Sound. Zu guter Letzt noch eine erfreuliche Nachricht für Besitzer und Kaufwillige von Grafikkarten, die mit PowerVR´s Kyro/Kyro-II-Chipsatz bestückt sind: Die zahlreichen Anfragen der Linux-Spielergemeinde wurden von ST Microelectronics offenbar erhört. In Kürze wird ein (voraussichtlich proprietärer) XFree86-3D-Treiber für alle Kyro-/Kyro-II-basierten Grafikkarten erhältlich sein. ftp://ftp.avm.de/cardware/fritzcrdusb.v20/linux/ http://www.ali.com.tw/eng/support/drivers/south_new_driver.htm

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