Linux-PDA im Test
Pinguin in der Westentasche
VR3 ferngesteuert
Mit der Verbindung zum PC kann der Agenda bequem von der Kommandozeile aus untersucht werden (siehe Abbildung 6). Es sind natürlich einige Unterschiede zu einem normalem Desktop-Linux zu finden, obwohl uname sich recht normal meldet:
Linux (none) 2.4.0-test9 #1 Thu May 17 00:36:31 PDT 2001 mips unknown
Beispielsweise basiert das Dateisystem nicht wie üblich auf Festplatten-Partitionen, die Daten liegen entweder im RAM oder im Flash vor. Eine weitere Besonderheit ist die busybox [7], welche die Funktionalität vieler Kommandozeilenprogramme wie cat, cp, ls und sogar den vi beinhaltet. Gegenüber der Verwendung vieler einzelner Binaries spart die Busybox kostbaren Speicherplatz. Von den 152 Programmen wurde deshalb die Hälfte zusammengefasst und existiert nur noch als symbolischer Link auf die Busybox.
Nicht nur die Telnet-Session, auch Daten gehen über die serielle Verbindung. Für den normale Datentransfer ist rsync vorgesehen, eine Weiterentwicklung von rcp. Rsync ist unter [16] zu beziehen, die mit dem VR3 gelieferte CD enthält jedoch auch ein fertiges Paket. Mit diesem Programm lassen sich zum Beispiel kleine Texte auf den Agenda kopieren, um sie unterwegs zu lesen:
rsync agenda.txt agenda::root/flash/home/default/notes
Daten synchron
Dieser einfache Datentransfer ist weder sonderlich bequem noch idiotensicher. Besser ist die Situation bei den Kalender-Daten, bei der Adressverwaltung und bei der Aufgabenliste. Hier gibt es für den PC das Programm vrsync (siehe Abbildung 7). Damit kann der VR3 mit dem Gnome-Kalender und dem Gnome-Adressbuch sowie mit dem KDE-Organizer (ungetestet) synchronisiert werden. Beim Agenda muss nur der Knopf am Kabel beziehungsweise an der Cradle zweimal gedrückt werden und die Synchronisation beginnt. Bei den Feldern des Kalenders und der Aufgabenliste klappt die Synchronisierung gut. Bei Post-Adressen gibt es hin und wieder Probleme, wie diese auf dem Agenda einsortiert werden.
Nicht jeder verwendet jedoch diese Programme. Unter Linux ist Evolution wahrscheinlich die PIM-Lösung mit der größten Funktionalität. Evolution lässt sich über die Im- und Exportfunktionen zumindest per Hand synchronisieren. Leider verstümmelt Evolution (in der Version 0.12) alle Umlaute beim Export als VCard, die Kategorien gehen sowieso verloren. Hier müsste eine direkte Kopplung geschaffen werden, wie sie schon für den Palm existiert.
Für die Adressbücher von Netscape und Mozilla ist noch gar kein Tool verfügbar, eventuell kann mit dem Addresskonverter Dawn [12] eine Lösung geschaffen werden. Funktioniert der Austausch der Adress- und Termindaten zumindest mit Gnome recht gut, werden die Notizen und Ausgaben zur Zeit noch komplett ignoriert. Hier fehlen mächtigere Programmen als vrsync auf der Desktop-Seite.



