Zähmung der Druck-Daemonen

Um den Drucker-Daemon über das KDE-Kontrollzentrum zu konfigurieren, sollten Sie root sein. Schneller zum Ziel kommen Sie mit dem Kommandozeilen-Befehl kcmshell printmgr, der nur das Printing-Manager-Modul ohne das restliche Kontrollzentrum startet (Abbildung 13).

Hier ändern und speichern Sie Druckereigenschaften. Drucker lassen sich hinzufügen oder löschen, anhalten und erneut starten. Jobs können gestoppt, neugestartet, gelöscht oder auf einen anderen Drucker geschoben werden.

Abbildung 13: Alleinstehend – das Printing Manager Modul des Kontrollzentrums

Die wichtigsten Einstellungen betreffen den CUPS-Daemon. Sie fehlen, wenn Sie andere Print-Subsysteme benutzen. Ihre Einstellungen schreibt der Printing Manager in eine neue Konfigurationsdatei /etc/cups/cupsd.conf. Damit Ihnen hier keine Daten verloren gehen, legen Sie eine Sicherheitskopie an, bevor Sie irgend etwas verändern.

cp /etc/cups/cupsd.conf ~/cupsd.conf.bak

kopiert diese wichtige Datei unter dem neuen Namen cupsd.conf.bak ins eigene Home-Verzeichnis.

CUPS macht Ihren Rechner normalerweise zuerst zum Client. Das heisst: Sie können automatisch solche Drucker mitbenutzen (ohne selbst Treiber zu installieren), die von anderen CUPS-Rechnern freigegeben wurden. Durch diese Drucker-Freigabe werden CUPS-Rechner zu Servern, da sie dann Aufträge anderer Clients bei sich verarbeiten (spoolen und filtern).

Wenn Sie Ihren Rechner zu einem CUPS-Server umstellen möchten, müssen Sie mindestens einen Drucker lokal installieren. Sie beginnen die Konfiguration durch Klicken auf das dritte Icon von rechts (Configure Server, Schraubenschlüssel).

Unter "Browsing" kreuzen Sie den Eintrag Enable Browsing auf der linken Seite des Dialogs an (Abbildung 14). Empfehlenswert ist es, die Option Use short names when possible abzuwählen, da dann deutlicher sichtbar wird, an welchem Rechner ein benutzter Drucker angeschlossen ist. Vergessen Sie nicht, die Sicherheitseinstellungen im Punkt Security zu überprüfen.

Bevor Sie Ihre Drucker in einem größeren Netz über CUPS freigeben wollen, sollten Sie sich unbedingt ein wenig mit der CUPS-Dokumentation beschäftigen, damit Sie die Software so einrichten, wie Sie es brauchen. Die Voreinstellungen sind nicht für alle Fälle ideal; sie lassen sich jedoch beinahe an jeden Zweck anpassen.

Abbildung 14: Ein neuer CUPS-Server

Einen ersten Einblick in die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten des CUPS-Daemon erhalten Sie über den Short help...-Button. Dieser verwandelt den Mauszeiger in ein Fragezeichen. Auf einen Klick in ein Feld, das Einträge ermöglicht, erscheint eine Kurzhilfe.

Sollte Ihnen diese nicht detailliert genug sein, finden Sie Näheres in den offiziellen CUPS-Manuals. Derzeit leider nur in Englisch verfügbar, sind sie zu finden unter http://localhost:631/documentation.html (falls der CUPS-Daemon aktiv ist) oder im Verzeichnis /usr/shar/doc/cups/.

Glossar

Print-Subsystem

Linux kennt verschiedene Systemprogramme, die das system- und netzwerkweite Drucken organisieren. Da KDEPrint eine Zwischenstufe darstellt, unter der bildlich gesprochen das Drucksystem liegt, wird letzteres hier als Print- oder Druck-Subsystem bezeichnet.

Spoolen und Filtern

Ein Druckjob kann nicht immer sofort und nicht für jede Datei in ihrem Originalformat weitergegeben werden. Das Zwischenlagern von Druckjobs heisst "Spoolen", ihre Formatkonvertierung zur mundgerechten Aufbereitung für den Zieldrucker "Filtern".

LPRng

Eine Neu-Implementierung des alten Protokolls LPR/LPD; das "ng" steht für "new generation". Es baut zusätzlich eigene Erweiterungen ein, die zwar Schwächen von LPR/LPD beheben, jedoch nicht standardisiert sind und von anderen Systemen nicht verstanden werden.

Daemon

Ursprünglich "Disk and execution monitor"; ein ständig im Hintergrund laufendes Programm, das wichtige Dienste system- und eventuell netzwerkweit zur Verfügung stellt.

Port

Eine eindeutige (prinzipiell frei zuteilbare) Kenn-Ziffer, die jedem Netzwerkdienst zugeordnet wird, da über die Angabe einer IP-Adresse allein zwar ein Rechner, aber noch kein dort laufender Dienst gezielt angesprochen werden kann. Manche Dienste haben "angestammte" Ports, wie z. B. Webserver, die meist über Port 80 addressiert werden. CUPS verwendet Port 631.

printcap

Die Konfigurationsdatei für das klassische Drucksystem LPR/LPD beinhaltet u. a. vorhandene Drucker, ihre Anschlussart und welchen Filter der "Line Printer Daemon" lpd verwenden muss, bevor er Dateien an den entsprechenden Drucker weiterleiten darf. CUPS braucht selbst keine Printcap, kann jedoch eine solche Datei zur Verfügung stellen. Einige Minimaleinträge – die Druckernamen – genügen, und schon sind ältere Anwendungen, die ohne Printcap partout keinen Druckauftrag freigeben, zufrieden.

lprold

Bei SuSE die Paket-Bezeichnung für das klassische LPR/LPD-Drucksystem.

Syntax-Highlighting

Beim Drucken Hervorhebung von Schlüsselwörtern oder Kommentaren in Programm- oder Konfigurationsdateien durch Fett- oder Kursivdruck.

Samba

Mit Hilfe dieser Software werden Linux-Rechner in einem Windows-Netz als gleichwertige Partner akzeptiert. Sie beherrscht das SMB-Protokoll, das Windows für die Netz-Kommunikation benutzt.

Infos

[1] KDEPrint-Homepage: http://kdeprint.sourceforge.net/

[2] RLPR: http://www.truffula.com/rlpr/

[3] CUPS: http://www.cups.org/

[4] CUPS-FAQ (deutsch): http://www.danka.de/printpro/faq.html

[5] KDEPrint-Handbook-Aufruf im Konqueror http:// help:/printmgr

[6] LPRng: http://www.lprng.org/

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