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Kohan - Immortal Sovereigns

Die Linux Games sind da!

01.10.2001
Nach vielen Monaten Funkstille im Strategiesektor meldet sich nun Loki Games mit einem neuen Titel aus dem Bereich der Echtzeitstrategie zurück: Eine Schar von Helden will durch wilde Länder geführt werden, unterdrückte Städte und Völker müssen von dunklen Mächten befreit werden, und natürlich warten viele glorreiche Schlachten darauf, geschlagen zu werden.

Nach der allseits bekannten grafischen Installation per Loki Installer belegt das Spiel etwa 600 MB Plattenplatz. Wer es gerne schmaler möchte, kann auch Teile der Daten von CD nachladen.

Wie bei vielen Strategiespielen üblich erfordert auch Kohan keinen maximal ausgebauten Superrechner - ab 300 MHz, einem Farbbildschirm mit mindestens 1024x768 und 64 MB RAM ist man dabei. Störend ist hier nur, dass durch die "festgenagelte" Auflösung Notebook-Freunde mit kleinerem Display auf den Spaß verzichten oder aber ständig auf einem virtuellen Bildschirm scrollen müssen.

Schon auf den ersten Blick erinnert Kohan mit seiner isometrischen Perspektive, der Landschaftsgestaltung und den in Gruppen organisierten Helden und Kämpfern an Myth II - und tatsächlich ergeben sich auch im Spielablauf viele Ähnlichkeiten.

Durch ein Einführungsvideo wird der Spieler mit der Geschichte des Planeten Khaldoun vertraut gemacht, der - einst von hohen Wesen als Hort des Friedens geschaffen - durch finstere Machenschaften der Dunkelheit anheim fiel. Überraschenderweise müssen nun ausgerechnet Sie die Welt wieder aus den Klauen des Bösen befreien und die alten, verloren geglaubten Helden wieder zum Leben erwecken.

Hat man das Video hinter sich gebracht, landet man auf dem Hauptbildschirm, der auch gleich ein Gefühl für die Vielzahl an Optionen dieses Spiels vermittelt. Ob nun die "mitgelieferten" Kampagnen oder aus bekannten Karten neu zusammengestellte, ob LAN- oder Internet-Multiplayer-Modi oder ein eigener Editor für ganz neue Szenarien - hier findet man alle Möglichkeiten, die das Spielerherz sich wünschen kann.

Dabei empfiehlt es sich, in den diversen Missionen der Tutorien für Anfänger und Fortgeschrittene erst einmal ein Gefühl für die Grundfunktionen des Spiels zu entwickeln, dessen Ablauf einem bisweilen nicht ganz einfach zu erfassenden Regelwerk folgt. Die detaillierten Schritt-für-Schritt-Anweisungen der (in der getesteten Version englischen) angenehm intonierten Stimme des Lehrers räumen aber bald die meisten Fragen aus.

Dabei lernt man dann auch, dass es mit dem Aufstellen einer Streitmacht und Draufhauen nicht ganz getan ist: Zunächst einmal muss die Wirtschaft so weit angekurbelt werden, dass eine Streitmacht finanziert werden kann. Dazu kann man seine Städte mit Werk- und Produktionsstätten, Büchereien, Tempeln und dergleichen versehen, welche dann meist noch weiter aufgerüstet werden können - die Büchereien beispielsweise zu Magierschulen, dank derer man dann seine Kämpfer durch Magier, Hexer und dergleichen unterstützen lassen kann.

Auch die übers Land verstreuten Rohstoffquellen müssen erschlossen und befreundete Städte durch Forts, Mauern und Garnisonen militärisch abgesichert werden, damit man nicht aus Versehen ganz schnell durch den Verlust einer Stadt an die überall marodierenden Horden der wilden Raksha in die Defensive gedrängt wird.

Um die gerade in höheren Levels bisweilen recht zahlreichen Truppen übersichtlich steuern zu können, lassen sich mehrere Gruppen zu einer Art Kompanie zusammenfassen, der man eine frei wählbare Marschordnung zuordnen kann: Zum Beispiel eignen sich pfeilförmig vorstoßende, gut gepanzerte Dragoner an der Front, dahinter Bogenschützen und die magische Artillerie recht gut für Vorstöße auf feindliches Territorium.

Im Zuge dieser Vorstöße finden sich auch immer mal wieder Ruinen aus der glorreichen Vergangenheit der Kohan, deren Erforschung zu neuen Erkenntnissen, besseren Waffen und neuen Rohstoffquellen führen kann.

Erweiterungen

Wem auch nach den zahlreichen Missionen und Kämpfen nach mehr will, dem steht nun noch die Welt der Online-Spiele offen. Hier bietet Kohan auf Basis des Gamespy-Onlinedienstes eine extrem große Bandbreite an Spielvarianten und Einstellmögichkeiten, so dass der Phantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Über eigene, ins Spiel integrierte Chat-Räume kann man sich mit anderen Interessierten unterhalten, fachsimpeln oder über gewünschte Spielvarianten verständigen, ehe es ins Getümmel geht.

Wenn man aber doch mehr Lust auf Basteln hat, dann empfiehlt sich der Landschafts-Editor, der sowohl mehrere vorgefertigte Szenarien zum Selbst-Ausbauen zur Verfügung stellt als auch zur Erstellung vollkommen neuer Levels ganz nach eigenem Gutdünken geeignet ist. Dabei ist jedoch eine schwer überschaubere Menge an Detailvariablen zu setzen, so dass es sich empfiehlt, zunächst etwas Erfahrung im Spiel zu sammeln, um die Bedeutung sonst oft unklarer Begriffe zu erlernen.

Technisches

Als überraschend gut und unaufdringlich erwies sich der Soundtrack des Spiels, der auch nach längerem Dudeln trotz nicht vorhandener Abwechslung kaum unangenehm auffiel. Lediglich die recht eintönigen verbalen Rückmeldungen bei jedem Anklicken einzelner Einheiten gehen einem schnell auf die Nerven, lassen sich aber zum Glück im detailliert gehaltenen Optionsmenü abschalten.

Aus technischer Sicht glänzt das Spiel mit höherer Geschwindikgeit und besserer Steuerung als die Windows-Version (z. B. Karte verschieben mit mittlerer Maustaste), ESD-Support, automatischer Pausefunktion beim Minimieren des Fensters und vielen anderen durchdachten Details.

Auch optisch gibt sich die Darstellung der Fenster und Menüs äußerst stilvoll und angenehm. Lediglich der isometrische Spielbereich wirkt demgegenüber etwas vernachlässigt.

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