Arbeiten mit Fenstern in KDE

Fensteransichten

Ein wesentliches Merkaml grafischer Benutzeroberflächen ist das Arbeiten mit Fenstern - dies ist unter Linux nicht anders als bei Windows. Für das Erscheinungsbild und Verhalten der Fenster stehen unter Linux viele verschiedene Fenster-Manager zur Verfügung.

Da KDE mit den Fenster-Managern Kwin (Version 2.x) und kwm (Version 1.x) sehr weit verbreitet und komfortabel zu bedienen ist, erklären wir in diesem Workshop detailliert die Konfigurationsmöglichkeiten zum Verhalten der Fenster. Dies bezieht sich auf KDE 2.0.1 unter SuSE Linux 7.1.

Der Wechsel von Windows zu KDE fällt nicht schwer, denn grundsätzliche Arbeitsschritte im Umgang mit Fenstern sind bei beiden grafischen Benutzeroberflächen gleich oder ähnlich.

Abbildung 1: Die Desktop- und Fensterbestandteile

Durch Klick auf einen der Symbol-Buttons im Panel, vergleichbar mit der Taskleiste bei Windows, oder Aktivierung über die Menüleisten öffnet sich die jeweilige Anwendung in einem separaten Fenster. Das aktive Fenster im Vordergrund schließt sich durch Klick auf den kleinen "x"-Button ganz rechts, maximiert sich durch Klick auf den Button mit dem Kästchen und minimiert sich über den Button mit dem Punkt.

Beim Maximieren bietet KDE eine bequeme Möglichkeit, ein Fenster nur in Längsrichtung zu maximieren: Klicken Sie einfach bei gedrückter [Alt]-Taste auf den Maximierungsbutton in der Titelleiste. Nach dem Minimieren surrt das Fenster auf eine Schaltfläche in der Fensterleiste zusammen. Diese Leiste ist in die rechte Hälfte des Panels integriert.

Abbildung 2: Panel mit Fensterleiste

Um das Fenster wieder zu vergrößern, genügt ein Klick auf die Schaltfläche. Die Größe des Fensters kann durch Anfassen und Ziehen der Ränder oder einer Ecke mit der Maus stufenlos verändert werden. Bei manchen Anwendungen, zum Beispiel dem KDE-Kontrollzentrum, funktioniert das Verkleinern nur bis zu einem gewissen Punkt, nämlich nur solange die Anwendung vom Fenster-Manager noch vernünftig dargestellt werden kann.

Unterschiede

All dies ist dem Windows-Benutzer vertraut, doch es gibt einige Unterschiede in der Bedienung. Bleiben wir zunächst bei der Titelleiste eines Fensters: Hier erscheinen der Name der Anwendung und gegebenenfalls der darin geöffneten Datei. Ein Doppelklick auf die Leiste aktiviert den "Fensterheber", das heißt, das Fenster rollt sich bis auf die Titelleiste zusammen.

Abbildung 3: Der Fensterheber lässt das Fenster auf die Titelleiste zusammen rollen

Erneuter Doppelklick "entrollt" das Fenster wieder. Diese Option erleichert den Überblick auf dem Desktop bei vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern. Ganz links in der Titelleiste erscheint ein kleiner Symbol-Button: Ein Klick darauf öffnet das Fenstermenü.

Abbildung 4: Das Fenstermenü als Alternative zur Maus

Fenstermenü

Dieses Menü öffnet sich auch über die Tastenkombination [Alt-F3] oder per Rechtsklick auf die Titelleiste. In diesem Menü kann neben den bekannten Aktionen wie Schließen, Maximieren und Minimieren auf einen anderen virtuellen Desktop von KDE gewechselt werden. Es bietet auch die Option, ein Fenster Immer im Vordergrund zu zeigen. Aktivieren Sie diese Option und wollen später ein anderes Fenster nach vorne holen, müssen Sie die Option erst wieder deaktivieren. Dann wäre da noch der Button mit der Pinwand-Nadel: Bei einem neu geöffneten Fenster steht er waagerecht.

Abbildung 5: Die Nadel steht waagerecht, das Fenster ist "lose"

Das Fenster ist nicht "angepinnt" und erscheint nur auf dem Desktop, auf dem Sie es geöffnet haben. Soll nun ein Fenster auf allen eingerichteten "virtuellen" Arbeitsflächen stehen, genügt ein Klick auf den Button, und das Fenster ist "festgepinnt".

Abbildung 6: Fest "angepinnt" an alle Arbeitsflächen

Schließen Sie es auf einer Ihrer Arbeitsflächen, gilt dies auch für alle anderen. Im Gegensatz zu Windows können Sie bei KDE maximal 16 Desktops anlegen und konfigurieren. Dies tun Sie im Bereich Erscheinungsbild/Virtuelle Arbeitsflächen des KDE-Kontrollzentrums. Öffnen Sie mehrere Fenster auf einer Arbeitsfläche, werden diese vom Fenster-Manager überlappend angeordnet. Drei Modi stehen zur Verfügung, die diese Anordnung definieren. Wählen Sie im KDE-Kontrollzentrum Erscheinungsbild/Fenster-Eigenschaften/Aktionen.

Abbildung 7: Zur Plazierung der Fenster stehen drei Modi zur Wahl

Im Feld Platzierungsverhalten können Sie aus einem Dropdown-Menü wählen, ob die Fenster ökonomisch, gestaffelt oder zufällig auf dem Desktop angeordnet werden sollen. Bei der Option ökonomisch versucht der Fenster-Manager, die Überlappung möglichst gering zu halten, also von jedem Fenster so viel wie möglich zu zeigen.

Abbildung 8: Bei vielen Fenstern verliert man die Übersicht

Diese Anordnung ist voreingestellt, unterscheidet sich aber nicht wesentlich von der gestaffelten. Welchen Anordnungsmodus Sie auch wählen - irgendwann wird es schwierig ein nahezu verdecktes Fenster wieder zu finden. Da hilft die Fensterleiste in der rechten Hälfte des Panels: Da KDE bis zu 16 Arbeitsflächen anbietet, kann die Anzeige der Fensterleiste so eingestellt werden, dass entweder alle Fenster auf allen Arbeitsflächen oder nur die Fenster auf dem gerade aktuellen Desktop angezeigt werden. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Bei vielen Desktops mit jeweils mehreren geöffneten Fenstern lässt die Übersichtlichkeit schnell zu wünschen übrig. Werden nur die Fenster der jeweiligen Arbeitsfläche angezeigt, müssen Sie dagegen alle Desktops "durchklicken", bis Sie das gesuchte Fenster gefunden haben. Die Konfiguration zur Anzeige der Fensterleiste nehmen Sie im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild/Fensterleiste vor. Aktivieren Sie die Option Alle Fenster anzeigen. Ist ein Fenster minimiert, wird sein Titel in der Fensterleiste übrigens in Klammern gesetzt.

Abbildung 9: Auch in der Fensterleiste wird es eng

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