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Schwarz auf Weiß

10 Laserdrucker im Test

01.10.2001 Schnell, gestochen scharf und billig sollen Ausdrucke sein - Attribute, die insbesondere Laserdruckern zugeschrieben werden. Zum perfekten Ausdruck gehört aber mehr, vom Drucksystem bis hin zum Filter muss alles optimal zusammenspielen.

Die 1000-Mark-Klasse

Den Auftakt des Drucker-Schwerpunkts bildet der Laserdrucker-Test. Zehn aktuelle Geräte der 1000-Mark-Klasse mussten beweisen, dass gestochen scharfe Ausdrucke auch für den Privatmann bezahlbar sind. Getestet wurden Geräte aller namhafter Hersteller mit PCL- oder Postscript-Unterstützung. GDI-Drucker müssen aufgrund fehlender Treiber noch außen vor bleiben.

Im Testverlauf zeigten sich unerwartet drastische Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen und Drucksystemen: CUPS druckte mit Ausnahme des Brother HL-1250 und des Epson EPL-5800 deutlich zu dunkel, während der Laserjet-4-Treiber von Turboprint 1.41 die gelben und cyan-farbenen Anteile fast völlig verschluckte. Der Foto-Druck ist bei Turboprint hingegen bemerkenswert gut. Das von BSD alt hergebrachte LPR-System hat zwar eine ausgewogene Farb-Konvertierung, dafür sind die Übergänge bei Farbverläufen stets stufig. Für die Bewertung haben wir den jeweils besten Ausdruck gewählt.

Völlig unproblematisch sind hingegen Drucker mit Postscript-Interpreter; in diesem Test waren das der HP Laserjet 1200 und der Lexmark Optra E312. Der kleine Bruder des E312, der Lexmark Optra E312L, ist bis auf das (offiziell) fehlende Postscript-Interface und den halb so großen Hauptspeicher baugleich - damit lässt sich sehr gut ablesen, wie viel PCL-Filter und Postscript-Interpreter bei gleichem Druckwerk ausmachen.

Ein Manko vieler Testgeräte war die dürftige Speicherausstattung. Während im Office-Bereich 16 MByte RAM Standard sind, müssen die getesteten Geräte meist mit 2 oder 4 MByte auskommen. Für 600x600 DPI war das mit CUPS und Turboprint oft zu wenig: Der Oki Okipage 8p/plus druckte die Grafik und das Foto in mehreren Teilen auf mehrere Seiten, wobei zunehmend größere Fehlstellen auftauchten, während der Samsung ML-4600 und der Tally T9412 eine Fehlermeldung statt des Teilausdrucks zu Papier brachten. Indiskutabel war das Verhalten des HP Laserjet 1200, der den Druckjob kommentarlos verschluckte. Für den Test wurden deshalb die meisten Drucker soweit möglich mit zusätzlichem Speicher aufgerüstet. Zum Glück verwenden fast alle Drucker Standard-RAM-Bausteine, die sich entweder von einem alten Computer zweckentfremden oder billig im Handel kaufen lassen.

Das alte Vorurteil, Laserdrucker seien lärmende und stinkende Ungetüme, stimmt nur noch teilweise: Der Oki Okipage 8p/plus ist deutlich kleiner und leiser als die meisten Tintenstrahler und fast geruchsneutral. Dem entgegen steht der eher für Vieldrucker interessante Tally T9412 mit seinem würfelförmigen Gehäuse, in dessen Schublade über 500 Blatt Papier Platz finden. Ungewöhnlich laut der Samsung ML-4600, was im Punkt Handhabung Abzüge brachte.

Große Namen lassen nicht immer auf Qualität schließen: Der HP Laserjet 1200 handelte sich in den Punkten Inbetriebnahme, Bedienung, Einstellmöglichkeiten und Lesbarkeit des Bedienfelds ein glattes Ungenügend ein; Tonerwechsel und Papierstaubeseitigung mussten wir mit Mangelhaft rügen. Dazu kommt noch ein Konstruktionsfehler: Die Plastik-Halterungen der Papierzuführung brachen uns beim Auf- bzw. Abbau sowohl des Testgeräts als auch des Ersatzdruckers ab. Nur durch die Druckleistung und den niedrigen Seitenpreis konnte er sich noch im vorderen Mittelfeld plazieren.

Eine immer weiter grassierende Unsitte konnten wir auch bei diesem Test wieder feststellen: Während Oki und Kyocera-Mita exzellente Handbücher mitliefern, begnügen sich alle anderen Hersteller mit einer mehr oder weniger umfangreichen Installationsanleitung. Auch hier tat sich HP unrühmlich hervor: Jeder Schritt wird in neun Sprachen gleichzeitig erklärt, was völlig verwirrt. Wohl dem, der hebräisch kann (Lesefolge: von rechts nach links), dort finden sich die Schritte übersichtlich zusammengestellt. Es sei angemerkt, dass die Käufer ein Anrecht auf ein gedrucktes Handbuch haben und ein Fehlen durchaus zur Rückgabe berechtigen kann.

In der Einzelbeschreibung der zehn Laserdrucker ab Seite 24 werden die verwendeten Drucksysteme genannt und die gerätespezifischen Vorzüge und Nachteile beschrieben. Auf Seite 32 und 33 sind die Ergebnisse kompakt in Diagrammen dargestellt, die Tabelle auf den Seiten 34-35 enthält eine Zusammenfassung der rund 220 Einzelprüfungen aller Drucker.

Der Test-Parcours entsprach dem Laserdrucker-Test aus dem Linux-Magazin 09/2001, die Ergebnisse wurden aber anders gewichtet. So spielt die maximale monatliche Seitenleistung im Privatbereich faktisch keine Rolle, während Support und Garantie deutlich wichtiger als die Seitenleistung sind. Die detaillierte Beschreibung der Testverfahren beginnt auf Seite 28, die von uns verwendeten Testseiten finden Sie auf der Heft-CD.

Auf Seite 36 stellen wir Ihnen zwei Netzwerk-Adapter für Drucker vor, mit denen Sie jeden Drucker aus dem Zimmer verbannen und über Netzwerk von mehreren Computern aus ansteuern können. Damit wird der Familien-Drucker endlich Wirklichkeit.

Schwerpunkt Drucken

Nach dem Test soll auch gedruckt werden; dazu gibt es reichlich Hintergrundwissen.

  • Grundlagen. Ab Seite 38 finden Sie eine umfassende Einführung in die Methoden, die Unix-Systeme (also auch Linux) zum Ansteuern von Druckern verwenden.
  • TurboPrint. Einen kommerziellen Satz Druckertreiber, die Ghostscript ersetzen, stellen wir ab Seite 47 vor: Vor allem mit Farbdruckern erreicht TurboPrint ausgezeichnete Ergebnisse.
  • KDE 2.2. Die neue KDE-Version kommt mit einem völlig überarbeiteten Drucksystem: Alle KDE-Anwendungen erlauben damit ganz neuen Druck-Komfort (Seite 52).
  • lpr & Co. Wer den Drucker lieber von der Kommandozeile aus ansteuert, kann sich ab Seite 57 über die Kommandos lpr, lpq und lprm informieren.
  • a2ps. PostScript-Dateien können meist direkt oder über einen PostScript-Interpreter gedruckt werden. Doch was geschieht mit anderen Dateiformaten? a2ps konvertiert fast alles… (Seite 60)
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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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