Sodipodi

Sodipodi ist das jüngste Programm in diesem Vergleich; die Entwicklung geht in schnellen Schritten voran. Auf der Sodipodi-Homepage gibt es die Quellen des Programms und auch rpms, die allerdings nicht auf dem gleichen Stand sind wie die Quelltextpakete. Sodipodi basiert stets auf den aktuellsten GNOME-Bibliotheken, die man sich gegebenenfalls zusätzlich besorgen (http://www.gnome.org/) und installieren muss.

Die Software lehnt sich im Aussehen und bei der Bedienung sehr stark an Gimp an. Es gibt eine sehr umfangreiche Werkzeugleiste (Abbildung 5) und für jede Zeichnung ein eigenes Fenster. Wie bei Gimp erreicht man jedes Werkzeug entweder über die Werkzeugleiste oder über ein Kontextmenü im Dokumentenfenster, das durch Klicken der rechten Maustaste in der Zeichnung aufgerufen wird.

Abbildung 5: Der Werkzeugkasten von Sodipodi

Allerdings ist das Programm noch nicht vollständig. Die Grundfunktionen zum Zeichnen von Objekten und zum Verarbeiten von Text funktionieren jedoch schon bestens. Objekte können verschiedene Linientypen haben, Füllmuster gibt es noch nicht. Als einziges Programm im Test kann Sodipodi transparente Objekte herstellen (Abbildung 6), eine Fähigkeit, die sonst nur pixelbasierte Programme haben. Es ist möglich, beliebige Papierformate zu definieren.

Abbildung 6: Sodipodi in Aktion

Eine Online-Hilfe gibt es noch nicht, aber da die Oberfläche sehr übersichtlich ist, findet man sich auch ohne Hilfe gut darin zurecht. Alles in allem ist Sodipodi eine interessante Software, die, wenn sie einmal fertig ist, zusammen mit Gimp eine universelle Grafiklösung verspricht.

Kontour

Früher unter dem Namen KIllustrator bekannt ist Kontour Teil des KOffice-Projekts (http://www.koffice.org/). Um markenrechtlichen Konflikten mit der Firma Adobe aus dem Weg zu gehen, wurde es umbenannt (siehe auch K-splitter in diesem Heft). Da es bereits in LinuxUser 6/2000 und 5/2001 vorgestellt wurde, beschränken wir uns hier im Wesentlichen auf die Neuerungen.

Auf der KOffice-Homepage finden Sie die Quelltexte und Binärpakete von KOffice für verschiedene Linux-Distributionen.

Abbildung 7: Kontour

Kontour beherrscht alle wichtigen Zeichenobjekte. Elemente können mit verschiedenen Linientypen und Füllungen (Mustern und Verläufen) versehen und auf vielfältige Art manipuliert werden. Kontour kann zwei Objekte ineinander überblenden (Abbildung 8), womit sich schöne Effekte erzielen lassen. Raster und Hilfslinien helfen dabei, Objekte präzise zu zeichnen.

Abbildung 8: Überblenden

Da die Software hervorragend in KOffice integriert ist, ist es möglich, Zeichnungen in KWord einzubetten und innerhalb eine KWord-Textes zu bearbeiten (Abbildung 9). Das Ganze funktioniert auch umgekehrt, so dass in Kontour-Zeichnungen alle Textverarbeitungsfunktionen von KWord genutzt werden können.

Abbildung 9: Kontour-Zeichnung eingebettet in KWord

Neu in Kontour ist vor allem die Möglichkeit, mehrseitige Dokumente zu erstellen, Hilfslinien mit der Maus aus den Linealen in die Zeichung zu ziehen und die schnellere Mausbewegung beim Arbeiten in starken Vergrößerungen.

Die Online-Hilfe im HTML-Format erläutert die wichtigsten Funktionen des Programms.

Es ist möglich, Zeichnungen im Xfig-, WMF-, und SVG-Format zu laden sowie SVG und verschiedene Bitmap-Formate zu speichern.

Das Programm hat zur Zeit noch einige kleinere Macken. So wird beim Einfügen von Zeichnungsobjekten gelegentlich XML-Code in die Zeichnung eingefügt. Auch die Richtung von Verläufen wird oft nicht gespeichert. Trotzdem kann man schon gut mit Kontour arbeiten, Sie sollten nur daran denken, Ihre Zeichnung häufig zu sichern.

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