Home / LinuxUser / 2001 / 09 / Dr. Linux

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

„Klickbunt auf dem Server? Warum nicht, wenn's hilft!"
(220 Punkte bei 8 Stimmen)
KDE 4.10.2, Gnome 3.6 und mehr
(121 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Fernsehdoktor und Kernprobleme

Dr. Linux

Modulare Probleme

Ich bekomme immer die Fehlermeldung

modprobe: Couldn't find module char-major-108

Leider weiß ich nicht, wie ich die Fehlerbehebung angehen soll, denn mir ist nicht bekannt, was char-major-Ziffer überhaupt bedeuten soll. Gibt es irgendwo eine Übersicht darüber?

Dr. Linux: So eine Meldung tritt u. a. gern nach einem System-Crash oder nach einem fehlerhaften Update beim Booten und bei Programmaufrufen auf. Die angegebene besagt, dass das Kernel-Modul für PPP (Point to Point Protocol) nicht gefunden und deshalb nicht geladen wurde.

Die Dokumentation hierzu befindet sich in der Datei /usr/src/linux/Documentation/devices.txt und gehört zur Kernel-Dokumentation. Diese ist auf Ihrem System nur vorhanden, wenn Sie die Sourcen des Kernels auf Ihrem System installiert haben. Da diese sehr umfangreich sind, werden sie bei einer Standard-Installation meist nicht automatisch im System abgelegt.

Die Kernel-Sourcen für Ihr aktuelles System befinden sich bei den bekannten Distributionen auf dem Installationsmedium. Von dort können sie je nach System mit YaST (SuSE), gnorpm, rpm oder apt-get (Debian) nachinstalliert werden. Im Internet finden Sie als tar.gz oder tar.bz2 gepackte Kernel-Archive u. a. unter http://www.kernel.org/.

Wer sich keine Sorgen um Onlinezeiten machen muss, kann die neueste Version der Dokumentation auch auf der Web-Seite http://www.kernel.org/pub/linux/docs/device-list/devices.txt nachlesen. Per FTP lässt sie sich auch separat ( ftp://ftp.kernel.org/pub/linux/docs/device-list/) herunterladen.

Die Datei devices.txt führt auf, welches Gerät sich hinter einer bestimmten Nummer versteckt. Das Dokument ist englischsprachig, aber dank seiner Listenform sehr übersichtlich.

Hinter der Nummer in der ersten Spalte ist der Typ aufgeführt: char steht für Character-Devices und block für die Block-Devices.

Listing 2

Ins Deutsche übersetzter Auszug aus der Datei

devices.txt
[…]
 108 char       Geräteunabhängige PPP-Schnittstelle
                  0 = /dev/ppp          Geräteunabhängige PPP-Schnittstelle
     block      Compaq Next Generation Drive Array, fünfter Controller
                  0 = /dev/cciss/c4d0   Erstes logisches Laufwerk, ganze Diskette
                         16 = /dev/cciss/c4d1   Zweites logisches Laufwerk, ganze Diskette[…]
                  240 =/dev/cciss/c4d15 16tes logisches Laufwerk, ganze Diskette
                Die Partitionen werden wie Mylex DAC960 behandelt
                 (siehe Major-Nummer 48), wenn man von der Obergrenze von 15
                 möglichen Partitionen absieht.[…]

Geduld ist mein zweiter Vorname

Es kommt gelegentlich vor, dass ich mich bei der Passwort-Eingabe vertippe. Dann dauert es viel zu lange, bis ein neuer Login-Prompt erscheint. Kann diese Wartezeit verkürzt werden?

Dr. Linux: Bei Systemen, die ein hohes Maß an Sicherheit bieten wollen, kann der Timeout bis zum nächsten Login-Prompt schon sehr lang sein. Die Zeit, die ein Bösewicht benötigt, um verschiedene Passworte auszuprobieren, steigt damit erheblich an.

Wie hoch das Sicherheitsbedürfnis für einen bestimmten Rechner ist, bestimmt der Superuser. In der Datei /etc/login.defs schreibt die Zeile

FAIL_DELAY Ziffer

fest, wieviele Sekunden die Pause zwischen zwei Login-Versuchen lang sein soll.

Allerdings hilft auch der längste Timeout nichts gegen Benutzer, die ein Passwort verwenden, das einfach zu erraten ist bzw. auf einem Zettelchen am Monitor klebt…

Glossar

Shared Libraries

Shared Libraries zu Deutsch gemeinsam genutzte Bibliotheken enthalten Standardfunktionen, die von vielen Programmen benutzt werden, z. B. für die Bildschirmausgabe. Sie werden einmal geladen, wenn ein Binärprogramm sie benötigt, und können dann auch von anderen Programmen benutzt werden.

auskommentieren

In Skripten und vielen Konfigurationsdateien besteht die Möglichkeit, Zeilen vom einlesenden Programm ignorieren zu lassen, indem das Zeichen # an den Anfang einer Zeile gesetzt wird. Damit können Sie Erklärungen in eine Datei einzufügen, ohne dass ihre Funktion beeinträchtigt wird. Diese Zusatzinformationen bleiben weiterhin für den Menschen sichtbar, werden bei der "maschinellen" Auswertung der Datei aber ignoriert.

Modul

Ein Treiber, der erst bei Bedarf in einen (modularisierten) Kernel geladen wird. Der Vorteil eines solchen Kernels im Gegensatz zum monolithischen Kernel, der alle Treiber fest eingebunden hat, ist, dass nur benötigte Treiber zur Laufzeit geladen werden und im nicht gebrauchten Zustand keinen Speicherplatz belegen.

Sourcen

Oft auch Quellcode, Quelltext oder kurz Quellen genannt. Der Text, den ein Programmierer (in einer Programmiersprache wie z. B. C++) geschrieben hat. Erst durch Compiler genannte "Übersetzungsprogramme" wird aus diesem von Menschen lesbaren Text ein binäres Programm bzw. eine von der Maschine ausführbare Datei.

Character-Devices

Ein Character-Device, auch zeichenorientiertes Gerät genannt, wird sequentiell (der Reihe nach) gelesen und geschrieben, d. h., die Ein- und Ausgaben erfolgen byteweise. Eine serielle Schnittstelle ist z. B. ein zeichenorientiertes Gerät.

Byte

Speicher ist in Speicherzellen unterteilt, die entweder den Wert 0 oder 1 enthalten. Eine solche Speicherzelle bzw. die in ihr gespeicherte Information heißt Bit. Mehrere Bits können in Einheiten wie Byte, Wort oder Langwort zusammengefasst werden: Ein Byte beispielsweise entspricht acht Bit.

Block-Devices

Auf ein solches blockorientiertes Gerät werden Daten blockweise geschrieben bzw. auch so von dort gelesen, wobei das Gerät bestimmt, wie groß diese Blöcke sind. Festplatten oder Diskettenlaufwerke sind typische Beispiele für blockorientierte Geräte. Sie können wahlweise auf diese Geräte zugreifen, indem Sie sie mit dem mount-Befehl in den Dateibaum ein- und sie später mit umount wieder aushängen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2013_06

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Emacs als Psychologe
Emacs als Psychologe
Tim Schürmann, 21.05.2013 11:49, 0 Kommentare

Wer beim Schreiben in Emacs nicht mehr weiter weiß oder schier an einer Programmieraufgabe verzweifelt, der kann den eingebauten Psychologen um Rat fragen.

1966 entwickelte der Infor...

Aktuelle Fragen

Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 3 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...
lvm wieder loswerden
Peter Dibbern, 11.04.2013 16:28, 4 Antworten
Ich habe sämtliche alten Kisten ausgeschlachtet und aus der Teilen einen Rechner zusammengeschrau...