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Debian Multimedia Distribution

Demudi

Bekannterweise werden Linux und die GNU-Software mit großem Erfolg im Web-Server-Bereich eingesetzt. Mit Gnome und KDE ist es auch gelungen, den Desktop-Bereich mit attraktiver Software zu erobern. Im Bereich Multimedia hingegen, und im besonderen im Bereich der Erzeugung multimedialer Inhalte, gibt es noch viel aufzuhohlen. Verschiedene Faktoren verursachen diese Problematik – Demudi ist ein Versuch, der Situation Herr zu werden.

Entstehunggeschichte von Demudi

Die Computermusik ist traditionellerweise ein Bereich, der auf maximale Rechenleistung und Performance von Computersystemen angewiesen ist. Schon in den frühen Siebziger Jahren wurden Programme zur digitalen Erzeugung von Musik geschrieben. Diese Programme liefen damals auf teuren Mainframes, die in Universitäten und Forschungsinstituten standen. Die Software dafür war meist frei; erst in den späten Achtzigern wurde die Technologie für den normalen Benutzer erschwinglich, im PC-Bereich war diese Entwicklung etwas verzögert, was Apples Macintosh-Plattform zum bevorzugten Werkzeug für Computermusiker und auch im Studiobereich gemacht hat.

Während der letzten Jahre haben sich jedoch viele Computermusiker und Komponisten dem freien Betriebssystem Linux zugewandt, da es nicht zuletzt im Bereich der Kunst von enormer Wichtigkeit ist, die verwendeten Werkzeuge selbst gestalten und selbst verändern zu können.

Ein Computermusiksystem auf Linux basierend aufzubauen, bedarf jedoch einiger Anstrengung, da es in diesem Bereich zwar Software gibt, aber keine Linux-Distribution diese mitliefert. Deshalb muss die Software zuerst gesucht, aussortiert, und schlussendlich kompiliert und getestet werden. Ein Vordenker in diesem Bereich ist Dave Phillips, der die bekannte "Sound und MIDI Software für Linux"-Homepage gestaltet, die "Linux Audio Development"-Mailing-Liste ins Leben gerufen, und das "Linux Music and Sound"-Buch verfasst hat.

Die Idee zu Demudi hatte Marco Trevisiani, Komponist und technischer Koordinator der diesjährigen ICMC(International Computer Music Conference, http://www.icmc2001.org/). Marco konfrontierte Nicola Bernardini, künstlerischer Leiter des Centro Tempo Reale in Florenz, Dave Philips und andere mit dem Vorschlag, speziell für die ICMC 2001, die unter dem Motto "Freie Software" steht, eine Linux-Distribution mit entsprechender Audio-Software zu produzieren. Das Projekt wurde dann ausgeweitet und sollte auch Video-Software beinhalten. Der Name: Debian Multimedia Distribution, kurz Demudi, http://www.demudi.org/

Zur Zeit sind vier Institutionen am Demudi Projekt beteiligt:

Warum Debian?

Die Demudi-Gruppe hat Debian als Basis für ihr Projekt gewählt, weil Debian die einzige Linux-Distribution ist, die von einer Gemeinschaft von freien Entwicklern zusammengestellt und weiter entwickelt wird. Auf diese Art und Weise kann die Arbeit an Demudi zur Verbesserung von Debian im Multimedia Bereich beitragen. Gleichzeitig ist ein Fortbestehen auch ohne finanzielle Unterstützung gewährleistet, was von großer Bedeutung im künstlerischen Bereich ist.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass Debian schon eine enorme Vielfalt von Software-Paketen liefert, so dass ein Großteil der Software schon vorhanden ist und Pakete übernommen werden können oder nur leicht modifiziert werden müssen.

Dass Debian nicht schwer zu installieren sein muss, haben schon andere Distributionen, die auf Debian basieren (Corel Linux oder kürzlich Progeny Debian), gezeigt. Ein zusätzlicher Punkt, der für Debian spricht, ist die Unterstützung verschiedenster Plattformen, von Alpha-Prozessoren bis hin zu PowerPC.

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