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Tamagotchi++

Creatures Docking Station für Linux

01.09.2001 Wir stellen ein weiteres, kostenloses Spiel für Linux vor, das vor allem Frauenherzen höher schlagen lässt: Bei Creatures Docking Station geht es um die Aufzucht, Vermehrung und Kreuzung putziger, kleiner, außerirdischer Wesen. Oder technisch ausgedrückt: Tamagotchi++.

Die Installation ist ganz einfach: Mounten Sie die Heft-CD, suchen Sie dort das Verzeichnis LinuxUser/creatures und starten sie in einer Shell das Programm dstation-install. Alles weitere geschieht weitgehend automatisch. Wer das Spiel in Deutsch spielen möchte, klickt einfach auf die deutsche Flagge, die im Installationsverlauf erscheint. Um das Spiel nutzen zu können, müssen Sie sich auf den Creatures-Web-Seiten noch als Nutzer registrieren, damit auch die Kommunikation mit anderen Spielern klappt.

Wer "Creatures" bereits gesehen hat, weiß, worum es geht: Creatures Docking Station bringt außer einer ganzen Reihe von Online-Komponenten im Grunde nichts neues.

Creatures

Für alle, die das Spiel noch nicht kennen, hier ein Crash-Kurs im Alien-Züchten: Norns sind kleine, flauschige, schlappohrige, meist gefleckte und großäugige Aliens. Sie sind sprunghaft, wählerisch beim Essen und schnell gelangweilt. Mit einem Wort: Katzen - nur sehen sie etwas anders aus. Sie schlüpfen aus Eiern, die eine Legemaschine jederzeit auf Wunsch ausspuckt oder die bei natürlicher Vermehrung gelegt werden. Mit der Zeit und etwas Training und Zuwendung wachsen die Kleinen heran und entwickeln eine eigene Persönlichkeit und sogar - eingeschränkt - sprachliche Fähigkeiten, um sich auszudrücken. Hat man erst einmal zwei erwachsene Norns, kann man mit einer Zucht beginnen, denn kein Norn gleicht dem anderen äußerlich oder vom Charakter. Ausgefeilte Algorithmen vermischen bei der Befruchtung eines neuen Norn-Eies die genetischen Merkmale der Eltern.

Die Norn leben in einer eigenen kleinen Welt, einem soganannten Habitat. In Docking Station hat dieses drei Stockwerke. Leider gibt es unter Linux zur Zeit noch keine Möglichkeit, die kleine Welt zu erweitern, denn das dafür notwendige Spiel Creatures 3 ist noch nicht für Linux erhältlich. Trotzdem kann man jederzeit problemlos auch mit Creatures-Spielern anderer Betriebssysteme in Kontakt treten… mehr dazu später.

Abbildung 3: Links: Neue Besucher in der Quarantänekammer,rechts: Das Kommunikationszentrum

Die Aufzucht eines Norn kann sehr einfach oder auch kompliziert sein - je nach der Persönlichkeit des Kleinen. Wie bei allen Heranwachsenden können einige es nicht lassen und verhauen alles und jeden, dem sie begegnen, andere sind eher schüchtern oder verschmust. Zur Erziehung der Kleinen stehen im Habitat diverse Spielzeuge und Maschinchen herum, die unter anderem Sprachfähigkeiten und sozialen Umgang trainieren können. Teilweise ist hier die Interaktion des Spielers unumgänglich, manche Geräte verwenden die jungen Norn aber auch ganz selbständig.

Damit man den Überblick nicht ganz verliert, kann man seine Kleinen mit einer Überwachungskamera versehen, die dann auf einem der vielen kleinen Monitore im Kommunikationszentrum des Spiels ständig einen entsprechenden Bildschirmausschnitt zeigt.

Der Kommunikationsraum dient aber noch wesentlich weitgehenderen Zwecken - hier kann der Spieler mit anderen Creatures-Züchtern chatten, mailen oder auch selbstgemachte Objekte für das Norn-Habitat tauschen. Tatsächlich hat auch schon jemand einen Pinguin fertiggestellt, den man im Internet herunterladen kann. Nicht zuletzt kann man auf den Creatures-Web-Seiten die eigene Aufzucht mit der anderer Spieler vergleichen oder sich dort neue herunterladen.

Abbildung 3: Links: Neue Besucher in der Quarantänekammer,rechts: Das Kommunikationszentrum

Hat man einmal regelmäßigen Kontakt zu anderen Spielern, kann man in seinem Habitat "Portale" installieren, die es den kleinen Norns erlauben, zwischen dem eigenen Habitat und dem eines anderen Spielers nach Belieben hin- und her zuwechseln. Für noch unbekannte Online-Mitspieler gibt es eine Quarantäne-Kammer. Stellt man die auf uneingeschränkten Empfang, so senden einem oft mehrere Mitspieler pro Minute neue Norns zu. Diese kann man dann in der Kammer auf Krankheiten, Paarungsbereitschaft und Bakterien testen, bevor man entscheidet, ob man sie abweist oder in die eigene Welt hineinlässt. Aber Vorsicht: Über die Persönlichkeit weiß man so noch gar nichts, und nicht selten erhält man kleine Rowdies zugeschickt, die jemand anders gerne los werden will.

Auf Dauer störend wirkt der Sound: Schon nach wenigen Minuten wirkt das Hintergrundgedudel nervig. Die Sound- und Spracheffekte sind gut gemacht, wiederholen sich aber gerade bei gut bevölkertem Habitat so oft und sind zudem so schlecht zu orten, dass der Griff zum Lautstärkeregler früher oder später ansteht.

Das Spiel lässt sich zwar im Vollbildmodus betreiben, die Auflösung ist jedoch auf 800x600 Pixel festgelegt. Mancher Spieler mit großem Bildschirm wird sich da schnell etwas mehr wünschen. Die Grafik ist liebevoll gepixelt und sehr bunt, bisweilen etwas übersichtlich. Dank der kontextgesteuerten Online-Hilfe, die einem in jedem Spielbildschirm zur Verfügung steht, bleibt man jedoch nur selten ratlos. Sogar die Belegung von Tasten mit häufig benutzten Phrasen oder Funktionen ist möglich.

Aus Programmierersicht ist die komplett in der objektorientierten Skriptsprache CAOS geschriebene Creatures-Welt sicherlich auch faszinierend. Wer sich dafür interessiert, kann über das "Creatures Developer Network" praktisch beliebig tief in die Materie eintauchen und sogar komplett neue Creatures-Welten programmieren.

Wegen CAOS sind allerdings auch die Anforderungen an den Prozessor relativ hoch - unterhalb von 400 MHz dürfte es nur noch recht träge zugehen. 600-800 MHz oder gar mehr können keinesfalls schaden.

Abbildung 3: Links: Neue Besucher in der Quarantänekammer,rechts: Das Kommunikationszentrum

Fazit

Für "Creatures"-Fans ein Muss, für "Siedler"-Spieler und Konsorten vielleicht das Probieren wert. Wer schon mit Tamagotchis nichts anzufangen wusste, könnte sich auch bei diesem Spiel schnell langweilen. Trotz allem ist es wohl für die meisten eine lustige Abwechslung - und dazu noch kostenlos.

Bewertung: Creatures

Langzeitspielspaß: 80%
Grafik: 65%
Sound: 30%
Steuerung: 85%
Multiplayer: 85%
Originalität: 75%
Komplexität: 70%
Gesamtwertung: 70%

Woher nehmen? Heft-CD & Web

Auf der LinuxUser-CD finden Sie eine Vollversion von Creatures Docking Station. Alternativ kann das Spiel auch bei CreatureLabs im Internet heruntergeladen werden (http://ds.creatures.net/linux/). Eine englisch-sprachige Online-Anleitung zum Spiel gibt es ebenfalls bei CreatureLabs (http://ds.creatures.net/helpfiles/index.htm); wir haben die deutsche Übersetzung (von Eliane Röschter) mit auf die Heft-CD gepackt (LinuxUser/creatures/DS_Anleitung/dshandbuch.htm). Auf den Seiten von Tina Hirsch (http://home.nexgo.de/tehirsch/c3/c3_programs.html) finden sich unter anderem auch ein Pinguin für Creatures und ein Programm, mit dem man unter Linux einfach neue Objekte erstellen kann. Tina hat uns auch verraten, dass es bereits eine Möglichkeit gibt, Creatures 3 mit Hilfe der DockingStation-Engine zu spielen. Wir werden uns bemühen, Ihnen in einem der nächsten Hefte eine einfache Lösung dazu vorzustellen.

Der Autor

Fionn Behrens ist Student der technischen Informatik. Aber man kann ja nicht immer nur studieren… Im Netz erreichbar ist er als Fionn im IRCnet

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LinuxUser 05/2014

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