Meister der Formate
out of the box
Nicht nur lesen
Einen Großteil der XnView bekannten Bildformate kann das Programm auch schreiben. Wenn Sie die rechte Maustaste über einem Bilddatei-Icon gedrückt halten, erscheint ein Kontextmenü, aus dem Sie Convert... wählen. Alternativ können Sie auch [Strg-U] drücken. Im folgenden Dialogfenster (Abbildung 2) legen Sie Zielformat und optionale Verarbeitungsschritte (Button Advanced Operations...) wie Gammakorrektur, Glätten oder Farbreduktion fest.
Die Gammakorrektur (Change Gamma) dient zur Anpassung der Helligkeitsverteilung im Bild für verschiedene Monitore oder andere Ausgabemedien. Die hellste und dunkelste Farbe bleiben gleich, nur die Verteilung dazwischen ändert sich, abhängig vom Gammawert. Wird dieser kleiner als 1 gewählt, so ist das Ergebnis dunkler als das Original, bei Werten größer als 1 wird es heller. In Abbildung 3 wurde das Bild mit einem Gammawert von 1.8 aufgehellt.
Beim Glätten (Blur) können Sie einen Wert zwischen 0 und 100 angeben. Abbildung 4 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt nach dem Glätten. Die Kanten der Schrift wurden dadurch abgerundet. Ein Beispiel für Reduktion auf 16 Farben (Convert to Colors) ist in Abbildung 5 ebenfalls als vergrößerter Ausschnitt zu sehen.
Die Konvertierfunktion ist nicht auf Einzelbilder beschränkt. Wie in Abbildung 2 zu sehen ist, können Sie in einem Rutsch ganze Verzeichnisse mit Bilddateien in ein anderes Format bringen. So werden im Beispiel alle Dateien des Verzeichnisses /home/chris/samba/galaxies ins PNG-Format konvertiert und im Verzeichnis /home/chris/local gespeichert.
Ab ins Web!
Eine weitere bemerkenswerte Funktion von XnView ist die automatische Erstellung von Webseiten mit Bildübersichten (Thumbnails) als HTML-Tabellen. Sie erreichen diese Funktion über den Menüpunkt Tools/Web Page... oder die Tastenkombination [Strg-G]. In Abbildung 6 sind dazu Einstellmöglichkeiten wie Zeilen- und Spaltenzahl der Tabelle, Größe und Format der Thumbnails sowie Seitentitel zu sehen.
Ausschnitte aus einer erzeugten Webseite zeigt Abbildung 7 (als Web-Browser wurde Netscape eingesetzt). Die Dateinamen unter den Thumbnails sind Links auf die Originaldateien. Wenn eine Tabelle nicht ausreicht, verteilt XnView die Übersicht auf mehrere Webseiten, die per Link miteinander verknüpft sind.
Was es außerdem in XnView zu entdecken gibt, etwa Diashow, Vollbilddarstellung oder weitere Bildbearbeitungsfunktionen, überlasse ich Ihrer Experimentierfreude.
Glossar
GPL
Die GNU "General Public License". Eine Softwarelizenz, die es erlaubt, das Programm weiterzugeben unter der Voraussetzung, dass der Quelltext dabei immer erhältlich bleibt. Ebenfalls erlaubt und ausdrücklich erwünscht ist es, eigene Verbesserungen an der Software vorzunehmen und wieder zu veröffentlichen. Linux selbst steht ebenfalls unter der GPL.
RPM
Mit dem "Red Hat Packet Manager" können Softwarepakete sauber installiert und deinstalliert werden.
tar
Der "tape archiver" ist das Standard-Archivierungsprogramm in der Unixwelt. tar-Archive werden auch tarball genannt und üblicherweise mit gzip komprimiert – daher die Dateiendung .tar.gz oder .tgz.
lesstif
Eine freie (unter der GPL stehende) Nachbildung der Motif-Bibliothek, die Menü- und Dialogelemente für die X-Window-Programmierung bereitstellt.
~
Die Tilde ist eine abkürzende Schreibweise für das Heimatverzeichnis des aktuellen Benutzers. Ferner bezeichnet ~user das Home-Verzeichnis des Benutzers user.
PNG
"Portable Network Graphics", ein Grafikformat, das seine Existenz hauptsächlich den Lizenzproblemen des im populären GIF-Format verwendeten Kompressionsverfahrens zu verdanken hat. PNG verwendet stattdessen die patentfreie Kompression von gzip.



