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Meister der Formate

out of the box

01.08.2001 Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt das eine oder andere Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten. Diese Ausgabe stellt den Bildbetrachter und -konvertierer XnView vor.

Noch ein Bildbetrachter? Es gibt doch schon xv, gtksee, display und viele andere. Dennoch ist XnView von Pierre Gougelet einen Blick wert, da dieses Programm mehr Bilddateiformate (zur Zeit 214 Stück) als jedes andere unter Linux versteht. Da einige dieser Formate nicht offengelegt werden dürfen (z. B. Corel Draw Preview), steht XnView leider nicht unter der GPL, sondern ist "nur" Freeware für den nichtkommerziellen Einsatz.

Neu in der Linuxwelt

Obwohl XnView schon lange für eine Reihe anderer Betriebssysteme existiert – darunter auch Exoten wie TOS (Atari) und das langsam sterbende OS/2 – ist es im Linux-Bereich ein Newcomer. Alle Möglichkeiten des Programms aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Rubrik sprengen, deshalb konzentriere ich mich auf die Highlights.

Doch bevor uns XnView den Bildschirm verschönert, müssen wir es installieren. Der Autor bietet das Programm als RPM-Paket und als tar-Archiv unter http://perso.wanadoo.fr/pierre.g/ zum Download an. Unabhängig vom Paketformat muss die lesstif-Bibliothek in der Version 0.91.4 oder höher installiert sein. Das XnView-RPM-Paket lässt sich (als root) mit dem Kommando rpm -Uvh XnView-lesstif.i386.rpm installieren. Wer keine RPM-basierte Distribution benutzt, muss nur geringfügig mehr Aufwand treiben:

tar xzf XnView-x86-unknown-linux2.x-lesstif.tgz
 cd XnView-1.17-x86-unknown-linux2.x-lesstif
 su  (root-Passwort eingeben)

 csh install
 exit

Falls auf Ihrem Rechner csh nicht installiert ist, gibt es noch die Möglichkeit, das Programm mit dem auf der Heft-CD enthaltenen Bash-Skript instxnv.sh zu installieren. Dieses Skript kopieren Sie ins Verzeichnis XnView-1.17-x86-unknown-linux2.x-lesstif und starten es mit sh instxnv.sh.

Den Überblick behalten

Aus einem xterm, KDE- oder GNOME-Terminal starten Sie das Programm mit xnview &. Mehr als eine kleine Menüleiste gibt es zunächst nicht zu sehen. Nach Wahl des Menüpunkts File/Browse... sieht die Sache schon anders aus. Ein an den Dateimanager eines Redmonder Softwareherstellers angelehntes Interface kommt zum Vorschein, der Browser.

Abbildung 1: Galaxien im Überblick

In Abbildung 1 ist die Übersicht des Verzeichnisses /home/chris/pics dargestellt. Wie Verzeichnisinhalte im Einzelnen präsentiert werden, lässt sich im Menu View/View As einstellen. Weitere Optionen wie Sortierung, Größe der Icons und Anordnung der Browser-Elemente gibt es ebenfalls im View-Menü. Alle Programmeinstellungen werden in der Datei ~/.xnviewrc gespeichert.

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