Gut gebrüllt
Roaring Penguin Software's DSL-Software
Erster Test
Ist diese Konfiguration abgeschlossen, bestätigen Sie Ihre Angaben mit OK. Nun können Sie direkt zu einem ersten Test übergehen: Um die Kernel-Meldungen mitverfolgen zu können, geben Sie zunächst in einem Terminal-Fenster als root den Befehl
[root@dual /root]# tail -f /var/log/messages
ein. Klicken Sie dann im von tkpppoe verbliebenen GUI-Fenster auf Start. Hat alles geklappt, sehen Sie eine Ausgabe wie in Kasten 1.
Kasten 1: Kernel-Log beim Verbindungsaufbau
Jun 27 21:14:46 dual pppd[3101]: pppd 2.4.0 started by root, uid 0 Jun 27 21:14:47 dual pppoe[3102]: Changed pty line discipline to N_HDLC for synchronous mode Jun 27 21:14:47 dual pppd[3101]: Using interface ppp0 Jun 27 21:14:47 dual pppd[3101]: Connect: ppp0 <--> /dev/pts/3 Jun 27 21:14:52 dual pppoe[3102]: PPP session is 8081 Jun 27 21:14:58 dual pppd[3101]: not replacing existing default route to eth0 [0.0.0.0] Jun 27 21:14:58 dual pppd[3101]: local IP address 217.228.211.204 Jun 27 21:14:58 dual pppd[3101]: remote IP address 217.5.98.8 Jun 27 21:14:58 dual pppd[3101]: primary DNS address 212.185.252.201 Jun 27 21:14:58 dual pppd[3101]: secondary DNS address 194.25.2.129
Die Meldung "not replacing existing default route to eth0" bedeutet, dass für das Netzwerk-Device eth0 eine Default-Route gesetzt wurde - tkpppoe hat diese nicht entfernt, und daher können Sie (trotz erfolgreicher Verbindung mit dem Server Ihres Providers), dass Sie noch keinen Zugriff auf Rechner im Netz haben, da die Netzwerk-Software versucht, alle Anfragen über eth0 abzuwickeln. Das überprüfen Sie mit dem Befehl "route -n": Sie finden dort einen Eintrag der Form
0.0.0.0 0.0.0.0 0.0.0.0 U 0 0 0 DEVICE
Ist hier als DEVICE die Netzwerkkarte eth0 angegeben, dann ist die Default-Route auf dieses Device gesetzt. Dann können Sie als root die folgenden Befehle eingeben, um die Default-Route umzubiegen:
[root@dual /root]# route del default [root@dual /root]# route add default ppp0
Um dies nicht nach jedes Mal erneut durchführen zu müssen, ändern Sie Ihre Netzwerkkonfiguration so um, dass keine Default-Route gesetzt wird; dies geschieht bei jeder Distribution an anderer Stelle. Werden Sie nirgends fündig, tragen Sie einfach den Befehl "route del default" als letzte Zeile in die Datei /etc/rc.local ein.
Nun steht die Verbindung ins Netz, und die Routing-Tabelle ist auch korrekt. Testen Sie mit
[root@dual /root]# ping www.linux-user.de
ob Sie Rechner im Internet erreichen können. An dieser Stelle können Sie per Maus-Klick auf Stop die Verbindung wieder abbrechen; im Log erscheinen dann Meldungen wie in Kasten 2. In der drittletzten Zeile gibt der PPP-Daemon angenehmerweise die Anzahl der übertragenen Bytes aus; wenn Sie eine Flatrate mit Volumenbegrenzung verwenden, können Sie so durch Auswerten der Log-Files prüfen, wie nah Sie am Limit sind.
Kasten 2: Kernel-Log beim Verbindungsabbau
Jun 27 21:36:54 dual adsl-stop: Killing pppd Jun 27 21:36:54 dual pppd[3101]: Terminating on signal 15. Jun 27 21:36:54 dual pppoe[3102]: Sent PADT Jun 27 21:36:54 dual pppd[3101]: Modem hangup Jun 27 21:36:54 dual pppd[3101]: Connection terminated. Jun 27 21:36:54 dual pppd[3101]: Connect time 22.2 minutes. Jun 27 21:36:54 dual pppd[3101]: Sent 2982 bytes, received 6677 bytes. Jun 27 21:36:54 dual adsl-stop: Killing adsl-connect Jun 27 21:36:54 dual pppd[3101]: Exit.
Ohne Privilegien
Der letzte Schritt besteht im Test, ob Sie sich auch als normaler Anwender ins Netz ein-"wählen" können: Dies ist natürlich nur möglich, wenn Sie auch bei der Konfiguration die entsprechende Einstellung Allow use by non-root users gewählt haben. Dazu beenden Sie per Klick auf Exit das GUI-Tool und starten es aus einer Shell als normaler Anwender über den Befehl tkpppoe. Sie sehen nun eine etwas kleinere Variante des GUI, die im Wesentlichen um die Konfigurationsmöglichkeiten bereinigt wurde, welche nur dem Administrator root zustehen (Abbildung 5).
Per Klick auf Start und Stop sollte sich auch nun die Verbindung auf- und abbauen lassen; Exit beendet das GUI-Tool. Wenn Sie die ISDN-Software kISDN kennen, werden Sie einen angenehmen Unterschied schätzen: Während kISDN beim Beenden des Programms auch die ISDN-Verbindung trennt, ist tkpppoe nur ein (TK-) Frontend für die Kommandozeilen-Tools; es kann also jederzeit beendet und später wieder gestartet werden, ohne etwas an der bestehenden Verbindung zu ändern.
Während eine Verbindung besteht, zeigt tkpppoe ständig Informationen über Down- und Uploads an: Die linke (rote) Anzeige steht für verschickte IP-Pakete, die rechte (grüne) für empfangene (Abbildung 6).
Getestet haben wir das vorgestellte Paket (mit der beschriebenen Selbst-Kompilierungs-Prozedur) unter Caldera OpenLinux 3.1 und Red Hat Linux 6.2. Neben den Sourcen finden Sie auf der Heft-CD fertige RPM-Pakete für einige Distributionen; beachten Sie bitte, dass hier die Kommandozeilen-Tools und das GUI in separaten Paketen untergebracht sind. SuSE Linux enthält rp-pppoe in der Serie n, allerdings ohne das GUI-Tool; wenn Sie dieses Paket verwenden wollen, finden Sie eine Kurzanleitung in SuSEs Support-Datenbank unter http://sdb.suse.de/sdb/de/html/jsmeix_adsl-71-kernel24.html (eine Suche nach dem Stichwort "DSL" führt dort auch zum Ziel). Einige Distributionen (wie z. B. Mandrake Linux 8 und SuSE Linux 7.2 bieten in ihren Standard-Konfigurations-Tools schon selbst die Möglichkeit, einen DSL-Zugang zu konfigurieren; in dem Fall ist die Nutzung von rp-pppoe nicht notwendig aber trotzdem möglich, wenn Ihnen dieses GUI besser gefällt. Gerade für ältere Distributionen ist rp-pppoe sehr interessant, denn diese enthalten noch keine DSL-Unterstützung, und rp-pppoe kommt sogar mit alten 2.0-er Kernels klar.
Mehr Informationen zur DSL-Konfiguration mit anderen Mitteln finden Sie in den folgenden Artikeln aber auch auf der gut bestückten Seite http://www.adsl4linux.de/; die Homepage von Roaring Penguin Software ist http://www.roaringpenguin.com/pppoe/.



