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Alt-Kernel in Fahrt

PPPoE mit 2.2er Kernel

Nicht bei Bedarf

Wie jeder andere Server muss auch der pppoed noch an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Listing 1 im Artikel "Breitband-Pinguin" zeigt eine Konfigurationsdatei, die Sie mit Einschränkungen übernehmen können: Die demand-Zeile müssen Sie weglassen, denn dial on demand wie mit dem 2.4er Kernel ist in der Regel mit größeren Schwierigkeiten behaftet. Der Kasten "Auf Anruf Verbindung" zeigt, wie man mit Hilfe des diald-Dämons dennoch zu einem automatischen Verbindungsaufbau kommt.

Auf Anruf Verbindung

Mit dem diald (Dial Daemon) kommen auch Besitzer von 2.2er Kerneln in den Genuss automatischer Verbindungsaufbaus. Das entsprechende Paket (diald.rpm für SuSE) sollte jeder Distribution beiliegen und mit den entsprechenden Konfigurationstools oder rpm -ihv diald.rpm installiert werden.

Um den diald in Verbindung mit PPPoE zu nutzen, muss bei der Kernel-Konfiguration der Punkt Ethertap network tap aktiviert werden (Abbildung 2). Ethertap ist ein virtuelles Netzwerk-Device, welches bis zum Aufbau einer Netzwerkverbindung über ppp0 als Default-Gateway dient. Die Datei /etc/conf.modules sollte die Einträge

alias tap0      ethertap[…]

 alias tap15    ethertap

enthalten. Ggf. tragen Sie diese nach und lösen die Modulabhängigkeiten mit depmod -aev neu auf.

Der Daemon selbst wird in den Dateien /etc/diald.conf (Listing 1) und /etc/diald/connect (Listing 2) konfiguriert. Wenn dann noch das Routing stimmt, kann er durch Aufruf des Kommandos diald zu arbeiten beginnen. Wichtig dabei ist, dass vor dem diald-Start und nach Abbruch der Verbindung das Default-Gateway mit

route add default gw tap0-Adresse

auf die Point-To-Point-Adresse des tap0-Devices gesetzt wird, die in Listing 1 auf 192.168.2.254 festgelegt wurde.

Sind all diese Vorarbeiten erledigt, startet man die Verbindung ins Netz mit pppoed -I eth0 -L0. Als Parameter gilt es hierbei, zum Einen die Netzwerkkarte mit -I (im Beispiel das zweite Ethernet-Interface), zum Anderen den Kanal (die "Line") mit -L anzugeben.

Sofern in der Konfigurationsdatei eine Idle-Zeit angegeben ist, beendet sich der pppoed automatisch, wenn so lange kein Datenverkehr stattgefunden hat. Ansonsten bricht man die Verbindung mit [Strg-C] ab.

Listing 1

/etc/diald.conf
# /etc/diald.conf in Auszuegen[…]

 mode ppp
 device ppp0
 # neu waehlen nach 3 Sekunden
 redial-timeout 3
 buffer-packets
 buffer-fifo-dispose
 buffer-timeout 60
 # diald-Kontrolldatei
 fifo "/etc/diald/diald.ctl"
 #maxim. Uebertragungseinheit
 # (hier: für T-DSL)
 mtu 1492
 mru 1492
 # Netzwerkadressen fuer tap0
 local 192.168.2.1
 remote 192.168.2.254
 netmask 255.255.255.255
 # dynamische Adressvergabe bei Einwahl
 dynamic
 # zum Verbinden folgendes Skript aufrufen
 connect /etc/diald/connect
 disconnect /etc/diald/disconnect
 # Route setzen
 addroute /etc/diald/addroute
 delroute /etc/diald/delroute
 # Skript nach Verbindungsaufbau
 ip-up /etc/diald/ipup
 # Skript nach Verbindungsabbau
 ip-down /etc/diald/ipdown
 # Dieses muss die Route neu setzen
 # und daher eine Zeile wie
 # /sbin/route add default gw 192.168.2.254
 # enthalten[…]

Listing 2

/etc/diald/connect
# /etc/diald/connect
 #
 /usr/sbin/pppoed -I eth0 -L0
 exit 0

Glossar

Daemon

Ein Server- (Dienst-) Programm, das vom Normal-User unbemerkt im Hintergrund läuft. Die Bezeichnung hat übrigens nichts mit bösen Geistern zu tun, sondern ist die aus "alten Unix-Tagen" stammende Abkürzung für "Disk and Execution Monitor".

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