Installation, Teil 2

Danach heißt es, CD wieder ins Laufwerk stecken und hoffen, dass die Grafikkomponenten automatisch erkannt werden. Wenn nein, gilt es, einem pseudografischen Dialog folgen, der durch die X11-Konfiguration führt. Schlug beispielsweise die Monitorerkennung fehl, werden Sie gefragt, ob Sie einen LCD-Schirm haben. Dann sorgen Sie mit Pfeil- und Tab-Tasten dafür, dass Yes blau (und damit aktiv) markiert ist, wenn Sie [Enter] drücken. Wenn nein, ist die No-Pseudotaste bereits blau unterlegt; ein [Enter] reicht. In der Regel machen Sie nichts falsch, wenn Sie sich für die simple-Konfiguration entscheiden, bei lediglich die Monitorgröße gefragt ist, denn läuft X erst einmal, kann man eine Feinkonfiguration im GNOME-Control-Center (Abb. 1) jederzeit nachholen.

Abbildung 1: X-Konfiguration im GNOME-Control-Center

Bei Nichterkennung der Grafikkarte (wie bei ATI Mach64) werden vermutlich nur Fortgeschrittene und besonders Hartnäckige auf der Kommandozeile auf eigene Faust weiter installieren und konfigurieren.

Der zweite Teil der grafischen Konfiguration lässt der Installateurin zunächst die Vorentscheidung, ob sie Datum und Zeit (Date and Time), X11, Drucker (Printer) und die Netzwerkanbindung (Network) sofort im Anschluss oder erst später im Control Center unter Programs / Konfiguration / System konfigurieren will. Um das Einrichten eines neuen Users und das Setzen des root-Passworts kommt jedoch niemand herum. Achten Sie darauf, dass Ihre Tastatur zu diesem Zeitpunkt immer noch amerikanisch belegt ist!

Auch der lokale Mail-Server muss eingerichtet werden. Internet Site (Abb. 2) bedeutet dabei, dass er Mails selbst ausliefert (und auch annehmen kann). Internet with smarthost erlegt das Zustellen an die Außenwelt gerichteter Mails dem Mail-Server des Internetproviders auf, Satellite system ist in Firmennetzwerken sinnvoll, bei denen ein dedizierter Server für sämtliche ein- und ausgehende Mail zuständig ist. Local only sorgt dafür, dass der Mail-Server nur lokale Mail von lokalen Benutzer(inne)n an User desselben Rechners liefert.

Abbildung 2: E-Mail für alle!

Die nächste Aufgabe besteht darin, sich weitere Software-Pakete zur Installation auszusuchen (Abbildung 3). Wer später Software aus dem Quellcode selbst kompilieren möchte, sollte auf jeden Fall die Software Development Tools nachinstallieren. Nach einem Apply kann man in einem Extra-Fenster dem Debian-Tool dpkg bei der Arbeit zusehen und wird ab und an nach zusätzlichen Angaben (z.B. einem News-Server für den Newsreader slrn) gefragt. Wenn das "Concurrent Versions System" cvs (siehe "Answer Girl" in diesem Heft) konfiguriert wird, lassen Sie den pserver bitte ausgeschaltet!

Abbildung 3: Softwareausstattung festlegen …
Abbildung 4: … und Installation beobachten

Erscheint im Fenster von Abbildung 4 die Meldung You may close this window now, ist die Installation abgeschlossen.

Deutsch auf der Tastatur

Vor dem ersten grafischen Einloggen (Achtung: Tastatur ist immer noch amerikanisch belegt), lässt sich im Menü Language als Sprache German einstellen. Das aktiviert die deutschen Übersetzungen im GNOME-Desktop, soweit vorhanden. Um unter X auf ein deutsches Tastaturlayout umzustellen, wählen Sie im GNOME-Menü Applets / Werkzeuge / GKB: Internationale Tastatur. Ein rechter Mausklick auf die nun im Panel vorhandene amerikanische Flagge und die Auswahl des Punktes Properties ermöglicht es, neben der amerikanischen Tastaturbelegung auch die deutsche zur Wahl zu stellen (Abbildung 5). Ein Einfachklick auf die Flagge wechselt die Belegung.

Abbildung 5: Deutsche Tastaturbelegung mit dem GKB-Tool …

Wer ausschließlich die deutsche Tastaturbelegung benutzen will, kann auf das "GNOME Keyboard"-Applet ganz verzichten, indem er/sie als root die Zeile Option "XkbLayout" "us" in der "InputDevice"-Sektion der Datei /etc/X11/XF86Config-4 auskommentiert und einen entsprechenden "de"-Eintrag ergänzt (Abbildung 6). Allerdings sollten Sie beachten, dass auch nach dem Neustart des X-Servers (z. B. durch Abmelden von GNOME) manche Applikationen, darunter das GNOME-Terminal, nicht in der Lage sind, Umlaute korrekt auszugeben.

Abbildung 6: … oder generell für X11

Um auch in den virtuellen Terminals das tippen zu können, was auf einer deutschen Tastatur drauf steht, wechselt root ins Verzeichnis /etc/console-tools, benennt die Datei default.kmap.gz um und verlinkt /usr/share/keymaps/i386/qwertz/de.kmap.gz an deren Stelle:

mv default.kmap.gz default-old.kmap.gz
 ln -s /usr/share/keymaps/i386/qwertz/de-latin1.kmap.gz default.kmap.gz

Damit beim nächsten Booten die deutsche Belegung automatisch geladen wird, muss mit

ln -s  /etc/init.d/keymaps-lct.sh /etc/rc2.d/S80keymaps

das entsprechende Startskript in den Default-Runlevel 2 eingebunden werden. Ohne Booten lädt auch der Befehl loadkeys de-latin1 die deutschen Tastenbelegungen für die aktuelle Sitzung nach.

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