Unter Windows finden sich wesentliche Konfigurationsmöglichkeiten des Desktops in der Systemsteuerung. KDE, die wohl am häufigsten verwendete grafische Oberfläche für Linux, geht ganz ähnlich vor: Wichtige Optionen zur Anpassung der Arbeitsumgebung finden Sie im KDE-Kontrollzentrum.
In diesem Workshop zeigen wir Ihnen, wie Sie die Einstellungen zu Maus und Tastatur, Datum und Uhr, Bildschirmauflösung und Farbtiefe und weitere persönliche Einstellungen, die Sie aus der Windows-Systemsteuerung kennen, mit KDE erledigen. Außerdem lernen Sie den Anmeldungs-Manager von KDE kennen. Wir beziehen uns dabei auf Windows 98 SE und SuSE Linux 7.1 mit KDE 2.0.1.
Maus und Tastatur haben in der Windows-Systemsteuerung je ein eigenes Verzeichnis. KDE fasst beide im Menü-Punkt Angeschlossene Geräte zusammen. Für den Umsteiger von Windows auf Linux/KDE verbirgt sich hier eine verführerische Einstellungsmöglichkeit: Die grafischen Linux-Oberflächen sind so voreingestellt, dass sich Dateien und Verzeichnisse mit einem Klick öffnen, Programme mit einem Klick starten lassen. Das ist komfortabel, treibt aber den eingefleischten Windows-Nutzer in die Nähe des Wahnsinns. Wollen Sie also den Doppelklick nicht missen, deaktivieren Sie die Option Einzelklick aktiviert/öffnet auf der Registerkarte Allgemein im Bereich Maus. Nun erwartet auch KDE einen Doppelklick.
Vielleicht versuchen Sie es doch einfach anders herum: Nach der Gewöhnung an den Einzelklick bei KDE stellen Sie Windows um. Dies funktioniert bei Windows 2000 über Systemsteuerung/Maus. Auf der Registerkarte Tasten können Sie die Option Öffnen durch einfachen Klick (Markieren durch zeigen) aktivieren. Windows 98 SE versteckt die Möglichkeit des Einzelklicks in den Ordneroptionen. Öffnen Sie im Arbeitsplatz oder im Explorer das Menü Ansicht/Ordneroptionen. Auf der Registerkarte Allgemeine Informationen aktivieren Sie die Option "Angepasst an individuelle Einstellungen" und klicken auf Einstellungen. Dort aktivieren Sie im Bereich "Markieren von Objekten" die Option "Öffnen eines Objekts durch einfachen Klick (Markieren durch Zeigen)" und bestätigen mit OK.
Zurück zum angeschlossenen Gerät "Maus" im KDE-Kontrollzentrum. Die Möglichkeit Symbole automatisch auszuwählen bewirkt, dass Dateien und Verzeichnisse, deren Symbol der Mauszeiger berührt, ohne Klick ausgewählt werden. Wie lang die zeitliche Verzögerung zwischen Berührung und Auswahl sein soll, stellen Sie über den Schieberegler ein. Sie können übrigens auch bei aktiviertem Einzelklick ein Icon trotzdem mit einem Klick nur aktivieren, ohne es zu öffnen, wenn Sie gleichzeitig die [Strg]-Taste gedrückt halten.
Linkshänder brauchen nicht zu verzweifeln: Auch mit KDE und GNOME lässt sich die Maustastenbelegung vertauschen. Im Bereich Erweitert können Sie über Schieberegler Werte für die Maus regulieren: die Zeigerbeschleunigung, den Schwellenwert für den Zeiger, Doppelklick-Abstand, Startzeit und -bereich fürs Ziehen mit der Maus.
Was schlägt die Uhr?
So wie sich die Maus im Menü Angeschlossene Geräte verbirgt, verstecken sich die Einstellungsmöglichkeiten zu Datum und Uhrzeit im Bereich System in der linken Spalte des Kontrollzentrums. Tag, Monat, Jahr und Uhrzeit verändern Sie hier. Auf der Registerkarte Zeitzone gibt es für den normalen Nutzer nichts zu konfigurieren. Die Auswahlliste der Zeitzonen kann nur der Systemadministrator root aktivieren. Klicken Sie auf die Schaltfläche root, werden Sie zur Eingabe seines Passwortes aufgefordert. Ebenso verhält es sich mit dem Menü-Punkt System/Anmeldungsmanager. Auch hier kann nur der Superuser root manipulieren.
Login
Um mit Linux zu arbeiten, egal ob textbasiert an der Konsole oder mit einer grafischen Oberfläche, und egal, ob Ihr Rechner zu einem Netzwerk gehört oder ein Einzelplatzrechner ist, müssen Sie sich im System anmelden. Das Aussehen des grafischen Logins gestalten Sie mit dem Anmeldungs-Manager.
Voreingestellt erscheint links im Login-Feld eine Uhr. Stattdessen kann dort ein Programm-, Aktions- oder Geräte-Symbol stehen. Wählen Sie dazu im Logo-Bereich KDM-Logo anzeigen und klicken auf den Button mit dem Logo. Im sich öffnenden Dialogfenster suchen Sie sich ein Logo aus, zum Beispiel Kandalf, den Zauberer. Ihn finden Sie unter Sonstige Symbole (Abbildung 8). Bestätigen Sie mit Anwenden/OK.
Den Begrüßungstext über den kleinen Bildern oder Symbolen im Anmeldungs-Manager verändern Sie über die Textzeile Begrüßungstext. Da wir gerade beim grafischen Login sind: Die individuellen Bilder für die verschiedenen Benutzer sollten 48x48 Pixel große png-Dateien sein. Benennen Sie sie wie die dazugehörigen Nutzer und speichern Sie die Bilddateien im Ordner /opt/kde2/share/apps/kdm/pics/users. Sie erscheinen dann automatisch beim nächsten grafischen Login, und ein Klick auf das Bild fügt den Namen des Nutzers in die Textzeile Benutzer ein.
Auf den verbleibenden Registerkarten des Anmeldungs-Managers können Schriftart, -schnitt und -größe des Begrüßungstextes und der Hintergrund des Logins gestaltet werden.
Dies geschieht auf die gleiche Weise, wie der Hintergrund des KDE-Desktops gestaltet wird (s. Workshop Teil 1, LinuxUser 07/2001). Die Registerkarte System/Anmeldungsmanager/Benutzer ermöglicht es Ihnen, User auszuwählen, die nicht im grafischen Login mit Bild oder Symbol erscheinen sollen. Für alle Nutzer, denen kein individuelles Login-Bild zugewiesen wurde, erscheint als Standard-Symbol der Kopf im schwarzen Profil. Auch dies können Sie ändern. Klicken Sie das Bild an und suchen im Dialogfeld Symbol auswählen ein anderes aus.
Im Bereich Sitzungen legen Sie fest, wer den Rechner herunter fahren darf (wahlweise alle Nutzer oder nur der Systemverwalter root) oder ob dies nur über die textbasierte Konsole geschehen kann.
Bestätigen Sie alle Einstellungen mit Anwenden/OK, loggen sich aus und betrachten das Ergebnis Ihrer Eingaben.



