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Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 5

GIF in Bewegung

GIF ist nach wie vor das einzige Format, das bei nahezu allen Web Browsern für Animationen unterstützt wird. Daher wird es auch trotz der lizenzrechtlichen Probleme rund um die LZW-Kompression noch gerne im Web Design eingesetzt. Sie müssen eine Lizenz von Unisys besitzen, um mit Gimp erzeugte GIF-Bilder legal im Internet verteilen zu können. Aus diesem Grund wird bei manchen Gimp-Paketen das GIF- (und TIFF-) Plugin nicht standardmäßig installiert. Sie müssen dann noch ein weiteres Paket (z. B. gimp1.2-nonfree) nachinstallieren, um GIF-Bilder erzeugen zu können. Ähnliches gilt für die Windows-Version von Gimp, hierzu finden Sie weitere Informationen unter http://www.gimp.org/win32/.

Animationen sind eigentlich nichts anderes als eine Sammlung von Bildern, die nacheinander dargestellt werden. Insofern liegt es nahe, dass Gimp die Einzelbilder einer Animation in Ebenen abspeichert. Wenn Sie ein x-beliebiges animiertes GIF aus dem Web in Gimp laden (sie können übrigens einfach eine URL als Dateiname angeben, Gimp lädt sich dann das Bild über wget aus dem Netz), sehen Sie, dass im Ebenendialog die einzelnen Stadien der Animation sichtbar sind.

Wie lange ein Einzelbild sichtbar ist, können Sie über den Namen einer Ebene festlegen. Wenn der zum Beispiel blafasel (500ms) lautet, wird das Bild eine halbe Sekunde lang dargestellt. Beachten Sie, dass außer ms (Millisekunden) keine andere Einheit erlaubt ist. Wenn Sie keine Dauer festlegen, wird beim Abspeichern des fertigen Bildes nach einer Standarddauer gefragt.

Zum Gähnen!

Eine schnelle Methode, eine Animation zu erzeugen, ist das IWarp-Plugin, dass sie unter <Bild>/Filter/Verzerren/Iwarp finden. Mit diesem Plugin können Sie Bilder freihand Verzerren, ähnlich, wie man das von den "Goo"-Programmen her kennt. Besonders leicht ist es, aus Gesichtern Karikaturen zu erzeugen, indem man markante Gesichtszüge verstärkt. Sie können Bildbereiche verschieben, aufblähen (Vergrößern), zusammenziehen (Schrumpfen) und in und gegen den Uhrzeigersinn umrühren. Mit Entfernen führen Sie ein Bild wieder in den Originalzustand zurück. Mit den beiden Schiebereglern werden die Größe des beeinflussten Bereichs und die Intensität des Effekts festgelegt. Mit der Maus können Sie dann in dem Vorschaubild verzerren, nach ein paar Versuchen hat man den Dreh raus.

Das IWarp-Plugin hat nun die Möglichkeit, eine Animation vom unverzerrten zum verzerrten Bild (und eventuell wieder zurück) zu erzeugen. Dazu klicken Sie einfach auf die Karteikarte Animation und wählen die Anzahl der zu erzeugenden Zwischenschritte. Mit Umgekehrt wird nicht von dem Ursprungs- zum verzerrten Bild animiert sondern - Überraschung - umgekehrt. Mit Ping-Pong wird nach dem Verzerren wieder zum ursprünglichen Bild zurückanimiert.

Auf der Heft-CD habe ich unseren Tiger mit dieser Methode zum Gähnen gebracht (Abb. 4). Vielleicht schaffen Sie es ja sogar, Ihre Schwiegermutter zum Grinsen zu bringen…

Abbildung 4

Abbildung 4: Gääääähhhmp!

Ansehen können Sie sich das fertige Kunstwerk mittels <Bild>Filter/Animation/Animation abspielen. Die Bedienung des Plugins ist klar, aber es gibt hier noch einen netten Trick: Sie können auf die Anzeige der Animation klicken und sie "aus dem Fenster hinausziehen". Dies ist ganz besonders praktisch, wenn Sie mal eben schnell begutachten wollen, wie die fertige Animation denn in der Web-Seite aussehen würde, und keine Lust haben, jetzt schon wieder in dem HTML-Code rumzubasteln. Einfach die Animation über den Web-Browser ziehen. Sie verschwindet wieder, wenn das Fenster geschlossen wird.

Ich beschränke mich nun darauf, noch ein paar Tips zum "klassischen" Umgang mit Animationen zu geben. Auch ein paar Philosophierereien zum Einsatz von Animationen im WWW werde ich mir nicht verkneifen.

Halten sie den Ebenen & Kanäle-Dialog immer offen, wenn Sie mit Animationen arbeiten. Er ist ein sehr nützliches Werkzeug, um mal eben eine Ebene zu duplizieren, die Reihenfolge der Ebenen (also die Abfolge der Einzelbilder) schnell zu ändern und zwei Ebenen miteinander zu kombinieren. Als kleines Beispiel können wir ja mal einen kleinen Text erscheinen lassen.

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