Automatisches Web-Seiten-Update mit sitecopy

Stiller Helfer

Auf den Spaß der kreativen HTML-Bastelei folgt zumeist ein ernüchterndes Wühlen durch die Verzeichnisse des Web Servers, um die Homepage per FTP-Programm auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Arbeit erleichtert Ihnen ein kleines Tool namens sitecopy.

Sitecopy erkennt, welche Teile Ihrer Homepage Sie gerade bearbeitet haben, und gleicht, wenn Sie möchten, die Dateien auf dem Web Server an, ohne dass Sie einen Finger rühren müssen. In der Kommandozeile steht Ihnen sitecopy ebenso zur Verfügung wie mit einem grafischen Frontend unter X. Die Konfiguration ist einfacher, als man glaubt.

~/.sitecopyrc und ~/.sitecopy

Nach der erfolgreichen Installation von sitecopy können Sie leider nicht sofort loslegen, denn der Befehl sitecopy, den Sie in die Shell eingeben, zeigt Ihnen eine Fehlermeldung:

sitecopy: Error: Could not open rcfile: /home/andreas/.sitecopyrc

Aus der Konfigurationsdatei ~/.sitecopyrc liest das Programm beispielsweise den Pfad des Verzeichnisses, in dem Sie die Web-Seiten Ihrer Homepage archivieren. Aber auch der Name des Web Servers und Ihre Benutzerkennung werden dort vermerkt. Wenn Sie ein xterm oder ein anderes Terminal öffnen, können Sie mit dem Befehl touch .sitecopyrc die Konfigurationsdatei erstellen. Da Ihre Zugangsdaten im Laufe dieses Artikels in der Datei ~/.sitecopyrc ihren Eingang finden, müssen Sie diese Datei vor fremden Blicken schützen:

chmod 600 .sitecopyrc

Nun können nur noch Sie die Datei ~/.sitecopyrc lesen und editieren. Bevor Sie jedoch die Konfigurationsdatei mit Ihrem Editor öffnen, tippen Sie in das xterm das Kommando

mkdir -m 700 .sitecopy

Mit diesem Befehl erstellen Sie das Verzeichnis ~/.sitecopy. Dort legt das Programm die Daten ab, die es benötigt, um den Web Server problemlos mit den geänderten Homepage-Dateien von Ihrer Festplatte zu füttern. Die Option -m 700 legt die Rechte für dieses Verzeichnis fest. Falls Ihnen die Rechtevergabe noch etwas undurchsichtig erscheint, finden Sie eine ausführliche Darstellung zu diesem Thema in Heft 10/2000, S. 93.

Der Inhalt der Datei ~/.sitecopyrc

In den Manual-Seiten von sitecopy, die durch den Befehl man sitecopy zur Ausgabe gelangen, finden Sie eine Reihe von Parametern, um die Konfigurationsdatei ~/.sitecopyrc zu gestalten. In der Regel brauchen Sie jedoch nur einen Bruchteil der Möglichkeiten zu nutzen. Der erste Eintrag, den Sie vornehmen, ist site. Mit ihm legen Sie den Namen der Konfiguration für Ihre Webseite fest. In diesem Fall soll die Konfiguration web1 heißen; sie kann von Ihnen frei gewählt werden:

site web1

Die nächste Zeile verrät sitecopy den Server, der Ihre Web-Seite speichert. In unserem Beispiel ist das der Webserver des Poviders T-Online.

server home-up.t-online.de

Dann folgen die Einträge, die der eigentliche Grund dafür sind, dass nur Sie die Datei ~/.sitecopyrc lesen dürfen:

username Ihre.Benutzerkennung
 password Ihr.Passwort

Der Eintrag remote bezeichnet das Wurzel-Verzeichnis auf dem Web Server, in dem Ihre Dateien liegen. Beispielsweise remote /www/webseite/ oder remote ~/home-verzeichnis/. In den meisten Fällen genügt hier jedoch ein Slash /.

remote /

Und mit der letzte Zeile verraten Sie sitecopy den Pfad zum Verzeichnis der Homepage-Dateien auf Ihrer Festplatte:

local /home/user/homepage/

Damit haben Sie sitecopy alles gesagt, was es braucht, um sich in den Örtlichkeiten zurecht zu finden. Speichern Sie die Änderungen in der Datei ~/.sitecopyrc ab und öffnen Sie ein xterm, falls Sie nicht die Daten einer zweiten oder dritten Homepage eintragen möchten. Zu guter Letzt muss sitecopy noch wissen, ob die Dateien auf Ihrer Festplatte, oder die Dateien auf dem Server aktueller sind.

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