schnörkellos und schnell: exim

01.07.2001
Das Aufsetzen eines Mail-Servers wie Sendmail raubt dem Anwender mitunter eine Menge Zeit. Wenn Sie jedoch Ihre Energie lieber in das Verfassen von Mails als in die Konfiguration des Servers stecken, dann könnte der MTA exim das Programm Ihrer Wahl werden.

Installation mit Fingerspitzengefühl

Wer von exim spricht, denkt in erster Line an die Distribution Debian, die exim als Standard-MTA bereitstellt. Durch das Paket eximconfig ist dort die Konfiguration schnell vollbracht. Aber auch als Benutzer einer anderen Distribution wie z. B. SuSE können Sie exim verwenden, wenn Sie für die exim-Installation eines rpm-Paketes oder tar.gz-Archivs etwas Fingerspitzengefühl aufbringen, was an dieser Stelle nicht verschwiegen werden soll. Eine komplette Installationsanweisung für die unterschiedlichen Distributionen und Problemstellungen würde leider den Rahmen dieses Artikel sprengen, eine ausgezeichnete Anleitung (nicht nur) zur Installation finden Sie jedoch auf der Webseite von Rene Sasse: http://www.world-email.cx.

Vor der Installation von exim vergewissern Sie sich, dass nicht schon ein MTA wie sendmail, postfix, qmail oder smail auf Ihrem Rechner arbeitet, indem Sie das Kommando telnet localhost smtp in die Shell eingeben und sich beispielsweise mit dem Befehl rpm -q -i sendmail darüber informieren, ob das entsprechende Paket installiert ist. Sollte bereits sendmail oder ein anderer Mailserver auf Ihrem Rechner laufen, müssen Sie ihn als root mit dem Befehl rpm -e --nodeps oder einem Konfigurationstool wie Yast deinstallieren. Mit der Option --nodeps ignoriert der Paketmanager alle Pakete, die ihre Arbeit von dem zu löschenden Paket abhängig machen, in diesem Fall also z. B. der Cron-Daemon (näheres zu Cron in Heft 12/2000, S. 80) oder der Mailreader mutt (weiteres zu mutt in Heft 05/2001, S. 86). Falls Ihnen das Entfernen von sendmail noch zu heikel erscheint, finden Sie eine detaillierte Einführung in dieses Thema in unserem Postfix-Artikel in Heft 10/2000, S. 42. Bevor Sie nun sendmail recyceln, stellen Sie als root mit dem Kommando type sendmail fest, auf welchem Pfad sendmail zu finden ist. Sie werden diese Information im weiteren Verlauf dieses Artikels noch brauchen.

Neue User für neue Aufgaben

Nachdem Sie sich von sendmail befreit haben, müssen Sie den User mail und die Gruppe mail anlegen. Ohne diesen User verweigert exim Ihnen jede Mitarbeit und die Installation kann nicht durchgeführt werden:

root@comone: # rpm -ihv exim-3.20-4.i386.rpm
 user mail does not exist - using root

Auch dazu können Sie zumeist das Konfigurationstool Ihrer Distribution benutzen, oder Sie führen die root-Kommandos groupadd und useradd aus. Zunächst fügen Sie eine neue Gruppe hinzu:

groupadd -g 15 mail

Die Option -g 15 weist der neu erstellten Gruppe mail die numerische Gruppen-Kennung (GID) 15 zu. Schauen Sie jedoch zuvor in die Datei /etc/passwd, ob ob es nicht bereits eine Gruppe mail gibt und falls nicht, welche Gruppen-ID noch frei ist. Die erste Zahl der Einträge in /etc/passwd bezeichnet die User-Kennung, die zweite die Gruppen-Kennung:

mail:x:38:15::/home/mail:/bin/bash

Dann erschaffen Sie den User mail

useradd -u 38 -g mail -d /home/mail -s /bin/bash mail

Hierbei steht -u für die einmalige numerische User-Kennung (UID), die Sie frei wählen können, die jedoch für System-Zugänge wie dem User mail kleiner als 100 sein sollte, -g für die Gruppe, der der User angehört, -d ist das Home-Verzeichnis, das eventuell neu erstellt wird, und -s die Standard-Login-Shell. Auch hier werfen Sie bitte zuvor einen Blick in die Datei /etc/passwd, welche UID unbelegt ist.

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