Volkers Editorial

Keine Panik!

Im Mai verstarb der britische Buchautor der Kultgeschichte um den Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams, an einem Herzinfakt. Damit werden wir wohl nie wissen, wie die Geschichte um Arthur und Ford weitergeht, die doch wieder ein etwas offenes Ende im fünften Teil, Mostly Harmles, gefunden hat. Wer weiß, vielleicht wird Douglas Adams in ein paar Jahrhunderten wiedergeboren und schickt den sechsten Teil der Odyssee durch eine Zeitblase zu uns, damit wir doch nicht ganz dumm sterben müssen.

Was mir dabei einfiel, war natürlich prompt "42". LinuxUser hat die einzigartige Bedeutung dieser Zahl in seiner ersten Ausgabe besonders hervorgehoben. Mir bleibt hier jedoch, auf den einzigen echten Bug aufmerksam zu machen, den Linux wirklich besitzt und der auch nie ausgebaut werden kann: Der "Fehler" liegt im Kommando factor. Dazu tippen wir einfach mal ein:

> factor 42

und Ihr bekommt die Primfaktoren der Zahl 42 angezeigt: 2, 3 und 7. Warum das der einzige Fehler in Linux ist, geht aus Douglas Adams Das Restaurant am Ende des Universums hervor, in dem durch ein zweifelsfreies Beweisverfahren (dem Ziehen von Scrabble-Buchstaben aus einem kleinen Säckchen und anschließender Wörterbildung) den richtigen Primfaktoren der Zahl 42 auf die Spur gegangen wird. Dort wird festgestellt, dass 42 gleich "der Multiplikation von sechs mit neun" ist. Untersuchen wir das doch einmal genauer:

> factor 6

und

> factor 9

beweisen sehr deutlich: In 42 steckt keine Primzahl 7, was zu beweisen war.

Zum Gedenken an Douglas Adams möchte ich allerdings hier auch an eine seltener zitierte und daher weniger bekannte, dennoch nicht weniger köstliche Szene erinnern: So definierte Adams "R als Geschwindigkeit, die sich aus der vernünftigen Reisegeschwindigkeit errechnet, die der Gesundheit und dem geistigen Wohlbefinden zuträglich ist und den Reisenden nicht mehr als sagen wir mal fünf Minuten zu spät kommen lässt." Wenn wir uns nun fragen, was das für Betriebssysteme bedeutet, denke ich, kommen wir bei Linux mit einem R für die Rechengeschwindigkeit hin, allerdings habe ich bei dieser Betrachtungsweise für eine Windows-Installation so meine Probleme. Na gut, wir kommen vielleicht auch in vielen Fällen mit an R grenzender Geschwindigkeit ans Ziel, aber Windows hat dazu noch die Angewohnheit, bei seiner Reise ab und zu einfach falsch abzubiegen, in den Nachbarstaat auszuwandern, dort mit 42R Bier zu trinken, um mit 0,0001R aus der Kneipe zu torkeln, ein Visum für den Rückflug zu beantragen, bei der Wiedereinreise vom Bundesgrenzschutz stundenlang gefilzt zu werden, während sein Besitzer daheim dem Ganzen ein Ende bereitet, weil er dann doch keine Lust hat, für den ganzen langweiligen Unsinn Strom zu bezahlen. Marvin, der depressive Roboter aus dem Anhalter durch die Galaxis, bemerkte dazu einmal passend: "Die ersten zehn Millionen Jahre waren die schlimmsten, die zweiten waren auch die schlimmsten und die dritten waren auch die allerschlimmsten."

Mit Gedenken an einen humorvollen Autor…

P.S.: Wem von Euch ist eigentlich aufgefallen, dass SuSE seine Version 7.x Professional mit freundlichen grünen Buchstaben auf der Verpackung versehen hat? :-)

Was macht das Kommando? factor (=faktorisiere)

Syntax:

factor [nummer]

Faktorisiert die Zahl nummer in ihre Primfaktoren (Primfaktoren sind Zahlen, die nur durch 1 und sich selbst ohne Rest teilbar sind, z. B. 2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, …). Dabei wird die Primzahl so oft ausgeben, wie sie als Faktor in der Zahl steckt. Wenn factor kein Parameter übergeben wird, versucht es, die Eingaben aus der Standardeingabe in seine Primfaktoren zu zerlegen. Bei nichtnumerischen Eingaben sollte es in der Regel eine Warnung geben, bei negativen Eingaben ist das Verhalten nicht so recht definiert; dann kippt das Vorzeichen schonmal, oder es wird einfach nicht interpretiert. Bei den meisten Linux-Distributionen ist factor auf den Zahlenbereich von 1 bis 2^32 beschränkt, also auf die Berechnung innerhalb einer 32-Bit-Zahl; die IBM-Variante AIX schafft es bis 100000000000000, also schon recht weit. Auch die Ausgabe weicht je nach Unix ab: Schreibt mein SuSE die Zahlen brav nebeneinander, stapelt AIX sie als Turm – in jede neue Zeile einen Primfaktor.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 0 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...
Tinte sparen bei neuem Drucker
Lars Schmitt, 30.11.2017 17:43, 2 Antworten
Hi Leute, ich habe mir Anfang diesen Monats einen Tintenstrahldrucker angeschafft, der auch su...
Für Linux programmieren
Alexander Kramer, 25.11.2017 08:47, 3 Antworten
Ich habe einen Zufallsgenerator entworfen und bereits in c++ programmiert. Ich möchte den Zufalls...