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Spielen für kleines Geld!

Andromeda9

Hier kommt ein kostenloses Spiel in professioneller Qualität und mit OpenGL in Python programmiert: Andromeda9. Alleine oder gegen andere Spieler im Netzwerk steuern Sie Ihr Raumschiff in unbekannte Welten…

Die Installation beschränkt sich auf das Auspacken des komprimierten Archivs (auf der Heft-CD unter LinuxUser/andromeda/). Zum jetzigen Zeitpunkt läuft das Spiel leider nur auf Intel-kompatiblen Prozessoren. Sollte beim ersten Start nichts passieren oder merkwürdige Fehlermeldungen auftauchen, so hilft es oft, die mitgelieferte libSDL-1.1.so umzubenennen und statt dessen mit dem Kommando ln -s /usr/lib/libSDL.so ./libSDL-1.1.so (im Andromeda9-Verzeichnis ausführen) die auf dem System bereits vorhandene SDL Bibliothek zu verwenden. Auch neuere Versionen der libSDL sollten funktionieren.

Das Spiel setzt eine funktionierende Installation von OpenGL, zum Beispiel Mesa oder GLX, voraus. Dazu gehört im Allgemeinen auch eine entsprechend beschleunigte Grafikkarte. Ansonsten sind die Ansprüche des Spiels eher moderat: 200-MHz-Prozessor, 32 MB RAM und 36 MB Platz auf der Festplatte. Wenn Sie im Internet gegen andere Gegner spielen möchten, ist natürlich eine Verbindung mit Modem, ISDN o. Ä. erforderlich.

Abbildung 1: Ein gutes Tutorial ersetzt die nicht vorhandene Anleitung

Nach dem Start des Spiels erwartet Sie – im Fenster oder Vollbildmodus – ein Menü in sehr gefälliger Aufmachung mit netten Transparenzeffekten. Nachdem man in den Optionen eine geeignete Auflösung (bis 1600x1200 möglich) und eine passende Tastenbelegung oder Joystick-Einstellung gefunden hat, kann man sich zunächst einmal den Demo-Modus anschauen, um zu sehen, worum es geht: Eigentlich ist Andromeda9 eine Mischung aus Gravity Force, Quake und XPilot. Dabei hat es die Idee von ersterem, die Spielmodi vom zweiten und die Extras vom dritten. So in etwa. Dazu kommt die wirklich gut aufgepeppte Grafik, die (obwohl das Spiel im Grunde zweidimensional abläuft) mit recht plastischen und dreidimensional wirkenden Schiffen, Maps, Extras und Effekten aufwartet.

In einem wirklich gut gemachten Einführungslevel lernen Sie alle wichtigen Dinge über die Spielsteuerung, Handhabung von Extras, angezeigte Daten und vieles mehr. Je nach Spielmodus – es stehen die üblichen Deathmatch- und CTF-Varianten sowie Wettrennen zur Verfügung – kann man sich kooperativ oder jeder gegen jeden durch die bislang etwas knapp bemessene Anzahl an Maps mit ihren ganz speziellen kleinen Fallen, Teleports, Extras usw. durcharbeiten. Dabei stehen irgendwo in jedem Level Ladestationen, die man überfliegen kann, um den stets knappen Treibstoff zu ergänzen. Ebenso gibt es Reparatureinrichtungen zur Behebung von Schäden am Schiff.

Zur Orientierung in den bisweilen recht zerklüfteten Maps (der XPilot-Veteran wird sich zu Hause fühlen) kann in einer Ecke der Anzeige eine kleine Übersichtskarte eingeblendet werden. Außerdem gibt ein halbtransparentes Anzeigefeld stets Auskunft über die aktuellen Treibstoffreserven, Waffenausstattung und Schäden am Schiff.

Da das Spiel konsequent auf Multiplayer ausgerichtet ist, tut sich ohne Internet-Anbindung zunächst mal wenig. Ist man aber online, so sind selbst mit einer langsamen 33k-Anbindung dem Spaß kaum Grenzen gesetzt: Grausame Schlachten im CTF-Modus und haarsträubende Rennen um die teilweise heftigen Bahnen sind vorprogrammiert. Tip: Zum Üben zu Hause gibt es einen Modus mit geteiltem Bildschirm, so dass schon ein einziger Rechner ausreicht, um mit Andromeda9 Spaß zu haben.

Dass das Spiel tatsächlich in Python programmiert wurde, merkt man zunächst einmal überhaupt nicht oder höchstens an einigen charakteristischen Dateinamen. Es zeigt aber, dass auch in einer relativ "hohen" Sprache gute Spiele geschrieben werden können – man muss heute keine Maschinensprache mehr beherrschen, um ein gutes Spiel zu programmieren. Nebenbei ist es natürlich eine beeindruckende Demonstration der Leistungsfähigkeit dieser von "echten c0derZ" of herablassend beurteilten Sprache.

Die Sounds sind gut; das Spiel kann dankenswerterweise auch mit dem enlightened sound daemon umgehen – also keine Probleme mit dem Gnome Desktop. Wer will, kann die eigenen Lieblingssongs im mp3-Format in ein Unterverzeichnis des Spiels kopieren – diese werden zur Laufzeit von Andromeda9 abgespielt.

Die Programmierer arbeiten im Moment mit Hochdruck an einer neuen Version, die (leider) bis Redaktionsschluss nicht mehr fertig werden wollte. Zu den neuen Features soll ein globales Einstufungssytem gehören, das die Leistungen einzelner Piloten in einer Internet-Highscore-Liste speichert. Die Raumschiffe werden Gegenschub zum Bremsen geben können; eine Waffe zum Zerstören von Powerups soll kommen. Außerdem sind weitere Einstellungen zur Gravitation und noch mehr neue Waffen geplant. Weiterhin soll es einen Eingangs-Screen für die Netzwerkspiele mit Chat-Möglichkeit geben, dazu Drohnen (Robots), gegen die man üben kann, wenn gerade kein menschlicher Gegenspieler zur Verfügung steht oder man sich noch nicht gut genug vorbereitet fühlt für "die da draußen". Nicht zuletzt werden viele Teile des Spiels auch grafisch noch einmal komplett überarbeitet – man darf also gespannt sein auf ein Spiel, das mit Sicherheit die nicht mal 15 MB Download wert sein wird.

Fazit

Nichts neues, das aber sehr gut! Die Grafik sieht einfach klasse aus, technisch ist das Spiel einwandfrei, einfach zu verstehen aber nicht anspruchslos – und das alles kostenlos zum Download! Der eingefleischte XPilot-Spieler wird sich mit Gruseln abwenden, aber für den Gelegenheits-Netzwerkspieler ist dieses Spiel allemal den Download wert und kann viele Stunden Spaß mit Freunden bringen.

Bewertung: Andromeda9

Langzeitspielspaß:  75%
Grafik: 85%
Sound: 80%
Steuerung: 85%
Multiplayer: 90%
Originalität: 25%
Komplexität: 40%
Gesamtwertung: 85%

Auf der Heft-CD finden Sie die aktuelle, voll funktionsfähige Testversion von Andromeda9. Die neuste Version wurde leider bis zum Redaktionsschluss nicht mehr fertig, soll aber in naher Zukunft auf der Web-Seite von Andromeda9, http://www.andromeda9.com, zum Download angeboten werden.

Der Autor

Fionn Behrens ist Student der technischen Informatik. Aber man kann ja nicht immer nur studieren… Im Netz erreichbar ist er als Fionn im IRCnet

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