Eazel am Ende?
Es scheint, als hätten die radikalen Verschlankungen Eazel [1] nicht interessanter für Investoren gemacht. Auch die kurzfristig gestartete Spendenaktion über Paypal [2] konnte Eazel nicht mehr retten – scheinbar war das Interesse an Eazel T-Shirts für 20 $ doch nicht so groß. Wenn man allerdings bedenkt, dass Eazel in einem Jahr etwa 11 Mio. $ an Risikokapital verbraucht hat, war es von Anfang an utopisch, die Firma mit Spenden über Wasser zu halten. Noch unbestätigten Meldungen zufolge dürfte mit Erscheinen dieses Heftes auch die zweite Hälfte der Belegschaft entlassen und Eazel endgültig bankrott sein, ohne dass die Firma ihr eigentliches Geschäftsmodell – nämlich den Verkauf von Services – überhaupt umsetzen konnte. Es bleibt abzuwarten, ob Ximian dieses Kunststück gelingt – denn ewig lässt sich mit dem Hype allein kein Geld mehr machen. Die Pleite offenbart aber auch einen der großen Vorteile freier Software, nämlich, dass Eazels grafische Shell Nautilus auch ohne das Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Schon bei den ersten Entlassungen hat sich gezeigt, dass ehemalige Angestellte immer noch an Nautilus weiterarbeiteten.
GNOME Packaging Project
Das GNOME Packaging Project (GPP) [3] wurde gegründet, um in Zukunft Pakete für alle großen Linux-Distributionen und Unices zu erzeugen, die frei von irgendwelchen Erweiterungen durch Distributoren oder Unternehmen wie Ximian sind. Außerdem ist geplant, regelmäßig Snapshots aus dem GNOME CVS zu kompilieren, um Beta-Testern und Übersetzern das Leben leichter zu machen.



