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Kurztest: Red Hat 7.1 und Mandrake 8.0

Installation

Dank sehr guter automatischer Hardware-Erkennung wurde auf unserem Testsystem sowohl das SCSI-DVD-Laufwerk als auch die USB-Maus erfreulicherweise sofort erkannt, so dass wir gleich loslegen konnten. Rein optisch hat sich am grafischen Installer gegenüber der Vorgängerversion (7.2) wenig verändert. In funktionaler Hinsicht wurde er jedoch deutlich überarbeitet. Hinzugekommen ist zunächst einmal ein großes Fragezeichen-Symbol, das nach einem Mausklick zusätzliche kontextspezifische Hinweise für den Benutzer bereitstellt. Gegenüber der Vorgängerversion ist es den Entwicklern außerdem erstmals gelungen, dass man sich auch als Nicht-Experte einigermaßen ruhigen Gewissens in die Hände der Installationsklasse "Empfehlenswert" begeben kann. Der Installer bevormundet den auf "empfehlenswert" klickenden Benutzer nun nämlich nicht mehr in dem Maße wie in früheren Versionen, sondern schifft ihn lediglich geschickt an einigen für "blutige Anfänger" eher verwirrenden Abfragen vorbei. Verändert hat sich weiterhin das Erscheinungsbild bei der Paketauswahl. Die vordefinierten Einssatzszenarien sind jetzt wesentlich differenzierter. Eine Vorauswahl, wie z. B. "Büro-Arbeitsplatz", "Spiel-Station" oder "Netzwerkrechner (Klient)", ist im Prinzip sehr begrüßenswert. Leider wirkt dadurch das Paketauswahl-Menü etwas überladen. Mandrake bietet nun ähnlich wie SuSE nach erstmaligem Durchlaufen der Hardware-Konfiguration eine Zusammenfassung, in der man auf einem Blick sehen kann, welche Hardware-Komponenten bereits erfolgreich konfiguriert wurden. Rücksprünge auf die jeweiligen Konfigurationsmasken sind selbstverständlich möglich. Die vielleicht interessanteste Neuerung des Installers von Mandrake 8.0 dürfte jedoch die deutlich vereinfachte X11-Server-Konfiguration sein. Mit etwas Glück kommen 3D-Spieler ohne zusätzlichen Konfigurationsaufwand in den Genuss der hardware-beschleunigten 3D-Fähigkeiten ihrer 3D-Grafikkarten! Insgesamt hinterlässt der Installer von Mandrake 8.0 einen zwar hier und da noch verbesserungsfähigen, aber guten Eindruck.

Erstkonfiguration

mandrake8_desk.png

Mandrake 8.0: Benutzerfreundliche Administration dank DrakConf und zugleich top-aktuell (GNOME 1.4)

Die Mandrake-Entwickler haben das grafische Konfigurations-Tool DrakConf für die Version 8.0 nicht nur optisch, sondern auch funktional deutlich verbessert. Das zentrale Konfigurations-Tool heißt nun "Mandrake Kontrollzentrum" und versammelt unter fünf aufklappbaren Hauptrubriken inzwischen wirklich so ziemlich alles, was man im laufenden Linux-Betrieb an bestehender Hardware- und Software-Konfiguration potentiell verändern möchte. Größtes Juwel, und unter Linux bislang einzigartig, ist dabei sicherlich das gegenüber der Vorgängerversion deutlich gereifte Hardware-Konfigurations-Tool HardDrake, das einen Überblick über alle im System gefundenen Hardware-Komponenten bietet und etwa beim Einbau einer neuen PCI-Karte für den Benutzer zum Teil auch eine manuelle Treiberauswahl bereitstellt. DrakConf hat aber noch eine Menge mehr zu bieten. So lässt sich der Linux-Startvorgang (Boot-Manager, Systemdienste, …) per Mausklick an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Selbstverständlich findet der Hobby-Administrator auch grafische Konfigurations-Werkzeuge, die ihm bei der Einrichtung eines Internet-Zugangs per Modem, ISDN und sogar DSL behilflich sind. Gerade im Bereich der Internet-Anbindung über ISDN und DSL wurde man in der Vergangenheit von Mandrake meist allein gelassen. Jetzt hat sich MandrakeSoft endlich ins Zeug gelegt und spendiert dem Anwender ein komfortables Internet-Konfigurations-Tool samt umfassender Provider-Datenbank und hübschem Einwahlprogramm. Auch weiterführende Administrationsaufgaben wie die Konfiguration eines Internet-Gateway-Rechners (DrakGW) oder einer persönlichen Firewall (tinyfirewall) sollten unter Mandrake 8.0 kein Problem mehr darstellen. Noch nie war die Administration eines Linux-Desktop-Systems so einfach! Einziger Wermutstropfen: Die voreingestellten X11-Schriftarten lassen sehr zu wünschen übrig.

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