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Kurztest: Red Hat 7.1 und Mandrake 8.0

Erstkonfiguration

redhat71_desk.png

Red Hat 7.1: Mit zahlreichen Detailverbesserungen auf den neuesten Stand gebracht

Der GNOME-Desktop wirkt nach dem ersten Login zwar alles in allem recht aufgeräumt; ein paar Hinweise, welche Administrations-Tools Red Hat für den Anwender zu bieten hat, wären insbesondere für Linux-Neulinge hilfreich gewesen. Immerhin existiert auf dem Arbeitsplatz bereits ein Programm-Icon zur Konfiguration des Internet-Zugangs per Modem. Unter dem Menüpunkt Programme/System findet man schließlich in gebündelter Form noch einige weitere Konfigurations-Tools. Dass es mit dem X11-basierten control-panel sogar eine zentrale Anlaufstelle für die zum Teil zwar nicht mehr ganz taufrischen, aber dennoch größtenteils brauchbaren Konfigurations-Tools von Red Hat gibt, stellt man als unwissender Neuling erst fest, nachdem man sich erstmals in KDE eingeloggt hat. Neben Altbewährtem wie Linuxconf findet man im control-panel auch Neuartiges wie z. B. ein Tool zur einfachen Konfiguration eines möglicherweise vorhandenen ADSL-Modems. Die grundlegenden Konfigurationsschritte, die einem Nur-Anwender im Alltag begegnen, lassen sich mit dem Control Panel jedenfalls relativ komfortabel erledigen. Erfreulich ist außerdem, dass Red Hat nach dem ersten Login Laufwerks-Icons für Floppy, CD-ROM und Zip-Drive auf dem Arbeitsplatz anlegt und diese auch ohne manuelles Nachbearbeiten sofort funktionieren.

Erweiterbarkeit

Das Standard-Paketformat RPM stammt ja bekanntermaßen von Red Hat selbst. So verwundert es auch nicht, dass man unter Red Hat 7.1 im Prinzip so ziemlich alles installieren kann, was in den unendlichen Weiten des WWW mit der Endung i386.rpm aufspürbar ist. Red Hat setzt allerdings auch in der neuesten Version weiterhin auf die Standard-rpm-Frontends GnoRPM bzw. kpackage, so dass die automatische Auflösung von Paketabhängigkeiten selbst bei distributionseigenen Paketen für den Anwender ein Wunschtraum bleibt. Der Distributor versucht stattdessen auch in dieser Version, dem Anwender eine Mitgliedschaft im hauseigenen Red Hat Network schmackhaft zu machen. Jeder Käufer einer Vollversion erhält nach seiner Registrierung im Red Hat Network für einige Wochen einen freien Zugang zum RHN-Software-Manager (ein großer Software-Pool im Internet), den Red Hat hinsichtlich Programmneuerscheinungen und behobenen Programmfehlern ständig auf dem aktuellsten Stand hält. Nach Ablauf der kostenlosen Testphase bittet Red Hat den Nutzer für diese Extradienstleistung allerdings zur Kasse. Unter Umständen zahlt man als Mitglied gar noch einen weiteren Preis: Durch die relativ synchronen Updates und Bugfixes werden die im RHN registrierten Red-Hat-Systeme noch homogener und dadurch in Zukunft möglicherweise noch anfälliger für großangelegte (Wurm-) Angriffe aus dem Netz.

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LinuxUser 05/2014

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