Kommandozeilenzugriff auf Streamer

Tar und mt

Standard-Zubehör für die Datensicherung ist der Streamer, ein Gerät, das Magnetbänder für die Speicherung der Daten verwendet. In diesem Artikel erklären wir die Ansteuerung mit den Kommandozeilen-Tools tar und mt.

Das wichtigste Programm für den Zugriff auf Streamer ist ein Kommando, das Sie sonst eher zum Entpacken von Archiven verwendet: tar. Denn tar ist nicht nur für das Erstellen der tar-Archive verantwortlich, sondern war ursprünglich genau für den Zweck der Datensicherung auf Magnetbändern entwickelt worden; so steht der Befehlsname für "tape archiver".

Hardware einrichten

Um Daten auf den Streamer schreiben zu können, muss dieser zunächst als Gerät erkannt werden. Die größte Verbreitung haben SCSI-Streamer, also solche, die an einen SCSI-Controller angeschlossen werden. Ein solcher Streamer ist unter Linux über die Gerätedatei /dev/nst0 ansprechbar; die meisten Programme, die mit einem Streamer kommunizieren wollen, erwarten allerdings eine Gerätedatei /dev/tape. Diese gilt es einzurichten, falls dies nicht automatisch geschehen ist. Prüfen Sie daher zunächst mit

# ls -l /dev/tape

ob bereits ein symbolischer Link namens /dev/tape existiert und ob er korrekt auf /dev/nst0 verweist, es sollte die folgende Ausgabe erscheinen:

lrwxrwxrwx  1  root  root  9 Jun 24 2000 /dev/tape -> /dev/nst0

Ist dies nicht der Fall, legen Sie den Link als Systemadministrator root mit dem folgenden Befehl an:

# ln -s /dev/nst0 /dev/tape

"nst0" steht übrigens für "non-rewinding streamer 0", also den ersten Streamer. Es gibt noch eine weitere Gerätedatei, mit der der gleiche Streamer angesprochen wird: Sie heißt /dev/st0. Der Unterschied zwischen den beiden Varianten, die sich durch die Minor-Device-IDs 0 und 128 unterscheiden, wie die folgende Ausgabe zeigt, ist schnell erklärt.

# ll /dev/st0 /dev/nst0
 crw-rw—-  1 root  disk  9, 128 Apr 14 07:06 /dev/nst0
 crw-rw—-  1 root  disk  9,   0 Apr 14 07:06 /dev/st0

Rückspulend

Wird der Streamer über die Datei st0 (also "rückspulend") angesprochen, so wird das Band nach jeder einzelnen Operation, etwa das Schreiben eines Datensatzes auf das Band, an den Anfang zurückgespult. Beim nicht-rückspulenden Aufruf über die Gerätedatei nst0 geschieht dies nicht. Somit eignet sich die von uns verwendete Datei nst0 etwa zum Schreiben mehrerer Datensätze hintereinander.

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