Hintergründe

Weiter geht es in der linken Spalte mit dem Unterpunkt Hintergrund. Hier finden Sie eine Besonderheit der grafischen Linux-Oberfläche: KDE stellt standardmäßig vier Desktops zur Verfügung; Sie können maximal 16 Desktops einrichten (siehe unten). Um die Arbeitsflächen unterschiedlich zu gestalten, entfernen Sie das Kreuzchen vor Gemeinsamer Hintergrund. In der unteren Hälfte können Sie nun für jede Arbeitsfläche einen Hintergrund wählen.

Wählen Sie unter Modus einen Verlauf, wenn der Hintergrund zwei- oder mehrfarbig sein soll. Wollen Sie ein Muster, aktivieren Sie die entsprechende Option und klicken auf Einrichtung. Sieben Muster bietet KDE standardmäßig. Bestätigen Sie die Auswahl mit OK und prüfen Sie das Erscheinungsbild in der Vorschau. Ebenso gehen Sie vor, wenn ein Programm für den Hintergrund aktiviert wird. kdeworld baut alle zehn Minuten die Zeitzonen der Erde auf, xearth zeigt die Erdkugel, wie sie sich langsam dreht. Das Aktivieren von Hintergrundprogrammen verbraucht allerdings Rechenkapazität, und je nach Ressourcen kann der Rechner ziemlich langsam werden.

Abbildung 7: Statt eines Bildes kann ein Programm im Hintergrund der Arbeitsfläche laufen, zum Beispiel die langsam kreisende Erde

Im Bereich Hintergrundbild können Sie das voreingestellte Logo deaktivieren und die Anordnung eines Bildes auf dem Desktop festlegen, zum Beispiel zentriert oder gekachelt. Über die Schaltfläche Auswählen können Sie ein eigenes Bild aussuchen. Aktivieren Sie die Option Mehrere, wählen Sie über Einrichtung die Bilder aus, legen die Reihenfolge und das Zeitintervall ihres Erscheinens fest.

Abbildung 8: Natürlich können den Desktop Ihre Lieblingsbilder zieren, gekachelt, überblendet und auch im Wechsel

Der Reiter Erweitert ermöglicht Detaileinstellungen wie Überblendungen und Begrenzungen des Pixmap-Zwischenspeichers. Probieren Sie am besten aus, wie die Effekte auf dem Desktop wirken. Zum Glück müssen Sie sich ja nicht für ein Design entscheiden, sondern können viele verschiedene Desktops gestalten.

Die Ränder der Arbeitsflächen und der Fenster können "magnetisiert" werden, d. h. Fenster, die in die Nähe eines anderen Fensters oder an den Bildschirmrand geschoben werden, rasten ab einer Mindestentfernung dort ein. So lassen sich Fenster leichter positionieren. Wie groß in Pixeln die Zone sein soll, in der der "Magnetismus" wirkt, legen Sie über den Schieberegler im Bereich Magische Ränder fest. Die Aktiven Arbeitsflächenränder sind noch nicht verfügbar.

Wie schon im Abschnitt Hintergrund erwähnt, stellt KDE zunächst vier Desktops zur Verfügung. Im Konfigurationsschritt Virtuelle Arbeitsflächen können Sie maximal zwölf weitere Desktops benennen und nach Ihrem Geschmack anpassen. Erhöhen Sie die Anzahl der aktiven Desktops über den Schieberegler.

Abbildung 9: Komfortables Arbeiten und viel Platz bieten bis zu 16 virtuelle Desktops

Soll die Arbeitsfläche einen Namen erhalten, schreiben Sie den in die jeweilige Textzeile, zum Beispiel Arbeit, Spiele, Experiment usw. Jede Arbeitsfläche erscheint nun mit einem Button in der Kontrollleiste. Auf welchem Desktop Fenster geöffnet sind, wird durch kleine Kästchen symbolisiert.

Abbildung 10: Jede Arbeitsfläche wird durch einen Button im Panel vertreten

Wozu der Aufwand, fragen Sie vielleicht. Arbeiten Sie mit vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern, können Sie diese, vielleicht nach Arbeitsgebieten geordnet, auf den verschiedenen Desktops anordnen. Jede einzelne Arbeitsfläche bleibt übersichtlich, und per Mausklick auf die Buttons im Panel springen Sie schnell zwischen den Arbeitsflächen hin und her.

Einen Bildschirmschoner wählen Sie über den Menü-Punkt Bildschirmschoner in der linken Spalte. Aktivieren Sie zunächst die Option Bildschirmschoner einschalten im Dialogfeld. Stellen Sie die Zeit in Minuten ein, nach der er starten soll, und versehen Sie ihn bei Bedarf mit einem Passwort. Der Stand des Schiebereglers Priorität legt fest, wie viel Prozessorleistung der Bildschirmschoner zur Verfügung gestellt bekommt. Die Voreinstellung Niedrig sollten Sie beibehalten.

Abbildung 11: Bildschirmschoner für jeden Geschmack

Windows kombiniert die Konfiguration des Bildschirmschoners mit der Anpassung der Energiesparfunktionen des Bildschirms. Dies ist bei GNOME ebenso. KDE fasst die Energieeinstellungen zu einem eigenen Menü-Punkt zusammen. Wählen Sie in der linken Spalte des Kontrollzentrums Energiekontrolle/Energie. Nachdem Sie den Energiesparmodus generell aktiviert haben, stellen Sie mit den Schiebereglern die Zeit ein, nach der der Modus aktiviert werden soll.

Abbildung 12: Energie sparen

Mehr Stil

Sie haben nun bereits eine Reihe von Konfigurationsmöglichkeiten des Desktops kennengelernt. Aber damit noch nicht genug. Im Menü-Punkt Design können Sie Stil und Symbole Ihrer Arbeitsoberfläche gestalten. KDE bietet verschiedene Stile an. Dies bedeutet, dass das Aussehen von Fenstern, Icons, Schaltflächen, Leisten, Knöpfen usw. in einem einheitlichen Stil dargestellt wird. Sie können zum Beispiel den Stil Qt-Windows wählen, und die Arbeitsfläche wird Ihrer gewohnten Windows-Umgebung sehr ähnlich sehen.

Abbildung 13: Design und Stil der Arbeitsfläche verändern

Einige generelle Einstellungen für die Werkzeugleisten der KDE-Programme nehmen Sie ebenfalls hier vor: Sollen die Buttons der Werkzeugleisten als Symbol, Text oder kombiniert dargestellt werden, sollen aktivierbare Knöpfe, die der Mauszeiger berührt, dies anzeigen (indem sie kurz heller werden), und soll die Werkzeugleiste beim Verschieben transparent erscheinen?

Überraschende Effekte sind über den Menü-Punkt Farben möglich. Farbdarstellung der Fenster, Leistenverläufe und Menüs können variiert werden. Nach dem Klick auf Anwenden werden die Desktop-Elemente nach dem gewählten Farbschema aufgebaut und in einer Vorschau gezeigt. Je nachdem, wie schrill Sie Ihre Arbeitsflächen gestaltet haben, werden Sie Ungewöhnliches zu sehen bekommen.

Abbildung 14: Je schriller, desto besser – Farbschema anpassen

Tipp: Haben Sie die Hintergründe auf Ihren Desktops ganz unterschiedlich gestaltet, können Sie das Fenster-Layout bequem für alle Arbeitsflächen prüfen, indem Sie auf einer beliebigen Arbeitsfläche ein Fenster öffnen und über der Titelleiste rechts klicken. Wählen Sie im Kontext-Menü Auf Arbeitsfläche/Alle Arbeitsflächen. Nun brauchen Sie nur im Panel der Reihe nach alle Desktops auszuwählen und zu prüfen, ob die Farb- und Design-Gestaltung zu allen Hintergründen passt.

Weitere sehr komfortable Konfigurationsmöglichkeiten finden sich im Menü-Punkt Fenster-Eigenschaften. Ist Ihr Rechner etwas langsam, sollten Sie die Einstellungen Fensterinhalt beim Verschieben anzeigen und Fensterinhalt bei Größenänderung anzeigen deaktivieren. Beim Verschieben erscheint nun lediglich der Rahmen, wie Sie es von Windows kennen. Bei mehreren geöffneten Fenstern auf dem Desktop kann KDE diese Ökonomisch plazieren, so dass von jedem Fenster möglichst viel auf dem Desktop zu sehen ist. Gestaffelt oder Zufällig sind weitere Optionen.

Als Arbeitserleichterung dienen die Standards zur (Fenster-) Aktivierung; das aktive Fenster ist jenes, welches "den Fokus hat", also alle Tastatureingaben entgegennimmt. Sie legen das Verhalten der Fenster bei Mausklick oder -kontakt fest. Sie können diese Standards zum Beispiel so kombinieren, dass ein Fenster bereits bei Mauskontakt aktiviert wird und automatisch nach vorne rückt. Dazu wählen Sie die entsprechende Option im Dropdown-Menü Aktivierung und die nun aktive Option Automatisch nach vorne. Das Nach-vorne-rücken des aktiven Fensters kann über den Schieberegler zeitlich verzögert werden.

Was passieren soll, wenn Sie mit einer der drei Maustasten auf Titelleiste, Rahmen oder Fenster klicken, legen Sie im Bereich Mausverhalten fest. Die Standardeinstellungen sind denen unter Windows ähnlich.

Abbildung 15: Die Maus herrscht über Leisten und Fenster

Praktisch ist der Fensterheber, der voreingestellt bei einem Doppelklick auf die Titelleiste eines Fensters gestartet wird. Das geöffnete Fenster surrt auf die Titelleiste zusammen. Ein weiterer Doppelklick lässt es wieder in volle Größe ausrollen. Dies erleichtert die Übersicht auf der Arbeitsfläche bei vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern.

Im Bereich Fensterleiste können Sie die Option Alle Fenster anzeigen aktivieren. Dies hat zur Folge, dass alle geöffneten Fenster auf allen Arbeitsflächen in der Fensterleiste erscheinen. Die Fensterleiste ist in die Kontrollleiste integriert und befindet sich rechts neben den Desktop-Buttons. Ist die Option deaktiviert, erscheinen dort nur die auf der jeweiligen Arbeitsfläche vorhandenen Fenster. Die zweite Option Position ist noch nicht implementiert.

Die Kontrollleiste bzw. das Panel gehört als wesentlicher Bestandteil zur Arbeitsoberfläche und kann variantenreich gestaltet werden. Sie kann wie bei Windows per Drag & Drop an jeden Rand des Desktops gezogen werden. Die Position können Sie auch im Bereich Allgemein des Menü-Punkts Kontrollleiste festlegen. An ihren Enden hat die Kontrollleiste je einen kleinen Pfeil – wird er angeklickt, verschwindet sie bis auf den Button mit dem kleinen Pfeil. Ein erneuter Klick lässt die Leiste zurückkehren. Sie kann auch automatisch ausgeblendet werden. Nach wievielen Sekunden dies geschehen soll, stellen Sie am Schieberegler ein. Das Panel erscheint dann wieder, wenn Sie den Mauszeiger an den Bildschirmrand führen, an dem sie normalerweise steht, standardmäßig also unten.

Auf der Registerkarte Erscheinungsbild finden Sie unten die Option Anfasser von Mini-Programmen ausblenden. Sind solche Applets in der Kontrollleite abgelegt, sehen Sie links eine schmale Fläche, die wie mit kleinen Noppen versehen dargestellt ist. Dies ist der "Anfasser". Mit einem Rechtsklick auf ihn, können Sie die Buttons und Miniprogramme verschieben oder aus dem Panel löschen.

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