Home / LinuxUser / 2001 / 06 / Zu Befehl: ispell

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

War doch klar...
(243 Punkte bei 15 Stimmen)
Re: War doch klar...
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Re: Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Kubuntu verliert Finanzierung
(130 Punkte bei 4 Stimmen)
Offen fürs Geschäft
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Rechtgeschrieben

Zu Befehl: ispell

01.06.2001 Das Programm Ispell ist ein schnelles bildschirmorientiertes Tool zur Rechtschreibprüfung Ihrer Texte. Gefundene Fehler werden angezeigt und mögliche Verbesserungen vorgeschlagen. Die Wörter des zu korrigierenden Textes werden dabei mit einem Wörterbuch Ihrer Wahl verglichen, und Sie können interaktiv entscheiden, ob Sie den entdeckten Fehler korrigieren, das Wort dem Wörterbuch hinzufügen oder die Fehlermeldung ignorieren möchten.

Wie Sie Ispell auf der Kommandozeile benutzen, neue Wörterbücher hinzufügen oder z. B. im Programm Kwrite die deutsche Rechtschreibung einstellen und was Ispell damit zu tun hat, erfahren Sie in dieser Folge von "Zu Befehl".

Der Aufruf ist einfach: ispell datei. Jedes Wort, das nicht im Wörterbuch steht, wird als Fehler interpretiert und in der obersten Zeile angezeigt. Wenn im Wörterbuch ähnlich geschriebene Wörter stehen, werden diese als Verbesserung angeboten. Dabei erkennt Ispell vertauschte Buchstaben genauso wie Wörter vom gleichen Stamm. Man kann das Wort vollständig ersetzen oder eine der vorgeschlagenen Alternativen einsetzen. In einer Statuszeile am unteren Bildschirmrand Ihres Terminals finden Sie eine Reihe von Kommandos:

[SP] <number> R)epl A)ccept I)nsert L)ookup U)ncap Q)uit e(X)it or ? for help

Tabelle 1 gibt Ihnen eine Übersicht über diese Tastaturkommandos und ihre Bedeutungen.

Tabelle 1: interaktive Ispell-Kommandos

[R] (für engl. "replace") Ersetzt das fehlerhafte Wort im ganzen Text. Sie erhalten eine Eingabeaufforderung Replace with:, an der Sie angeben können, durch was das Wort ersetzt werden soll.
[A] (für engl. "accept") Akzeptiert das Wort für den Rest der Ispell-Session. Kein dauerhafter Eintrag in Ihr persönliches Wörterbuch.
[I] (für engl. "insert") Trägt das Wort in Ihr persönliches Wörterbuch ein (in Ihrem /home-Verzeichnis in der Datei .ispell_default).
[U] (für engl. "uncapitalize") Akzeptiert das Wort und fügt es in Kleinbuchstaben in das persönliche Wörterbuch ein.
[0, 1, ... n] Ersetzt das Wort durch Korrekturvorschlag 0, 1, … n.
[L] (für engl. "look up") Schlägt ein Wort im Wörterbuch nach.
[X] Speichert die Datei und beendet Ispell.
[Q] (für engl. "quit") Beendet Ispell, verwirft nach Bestätigung mit y alle bisherigen Änderungen.
[?] Ruft die Hilfe auf.

Sind Sie der Zeile mit den Kommandos am unteren Terminalrand überdrüssig geworden, weil Sie die Kommandos im Schlaf beherrschen, lässt diese Zeile sich direkt beim Programmstart mit der Option -N unterdrücken. Lassen Sie die Rechtschreibprüfung auf HTML- oder LaTeX-Dokumente los, beschwert sich Ispell natürlich über Wörter wie "head", "html" oder "\begin{document}". In dem Fall geben Sie beim Programmstart die Parameter -t (für TeX- oder LaTeX-Dateien) oder -h (für HTML-Dateien) an. Praktisch ist auch, dass auf Wunsch direkt eine Sicherungskopie der überprüften Datei angefertigt wird. Mit ispell -b (für engl. "backup") wird eine Kopie, die auf .bak endet, angelegt.

Das Programm Ispell hat noch jede Menge mehr Parameter, die Sie sich in der Man-Page zum Programm (man ispell) ruhig einmal anschauen sollten. Für Texte mit Umlauten ist sicherlich die Option -w äöüÄÖÜß eine der wichtigsten. Dieses bewirkt, dass keine Fehlermeldungen wie z. B. "Word 'möchten' contains illegal characters" ausgegeben werden. Wenn Sie nicht alle Umlaute extra angeben möchten, hilft ein ispell -Tlatin1 weiter.

Abbildung 1: Ispell im HTML-Modus mit Umlauten

Sprich meine Sprache

Bisher konnte Ispell Ihre englischen Texte überprüfen, doch es kann mit ein paar Anpassungen auch andere Sprachen "erlernen". Werfen Sie einen Blick ins Verzeichnis /usr/lib/ispell – hier finden Sie Dateien wie american.aff und american.hash oder british.aff und british.hash. In den .aff-Dateien werden Silbenregeln und die Umlautkodierungen festgelegt. Um deutsche Texte korrekturlesen zu lassen und auf die Option -w zu verzichten, sollten Sie deutsche Lexika installieren, falls diese noch nicht vorhanden sind. Überprüfen Sie das auf rpm-basierten Distributionen mit dem Aufruf rpm -q ispell ispell-german (für SuSE gilt hier der Aufruf rpm -q ispell igerman, da die Pakete anders heißen). Sie sollten dann eine Liste installierter Packages erhalten, z. B. ispell-3.1.20-xx oder ispell-german-3.1.20-xx. Sind die deutschen Wörterbücher nicht installiert, holen Sie das als root mit dem Befehl rpm -i ispell-german*.rpm bzw. rpm -i igerman*.rpm im Falle von SuSE Linux nach; jeweils im RPM-Verzeichnis der Distributions-CD ausgeführt.

Für Debian-Nutzer gilt:

huhn@asteroid:~$ dpkg -s ispell
 Package: ispell
 Status: install ok installed
 Priority: standard
 Section: text
 …

Hier erhalten Sie auch die Information: "No dictionaries are included in this package." Schauen Sie nach, ob die deutschen Wörterbücher installiert sind: dpkg -s igerman ingerman. Das Paket igerman steht für die alte Rechtschreibung, ingerman für die neue. Benutzen Sie entweder das Installations-Tool dselect oder verwenden Sie apt-get install paketname (s. auch unser Artikel zu apt-get auf S. XY), um die deutschen Dictionaries auf Ihr System zu bringen. Ein nettes Feature, das beim Aufruf apt-get install igerman auftaucht: Sie können ein neues Default-Wörterbuch festlegen. Unter http://ficus-www.cs.ucla.edu/geoff/ispell-dictionaries.html finden Sie übrigens Wörterbücher zu allen möglichen Sprachen, falls Sie ein bisschen herumexperimentieren möchten. Allerdings auch hier noch einmal der Hinweis: Die Konfiguration dieser Zusatzdateien ist nicht ganz unproblematisch und kann im schlimmsten Fall den Einsatz von ispell komplett vereiteln.

Nachdem Sie nun sicher sind, dass Sie das deutsche Wörterbuch besitzen, gibt es zwei Möglichkeiten, Ispell zu zwingen, es auch einzusetzen. Sie können, sofern Sie per Default weiter das englische Dictionary verwenden wollen, Ispell mit der Option -d deutsch (alternativ -d german, abhängig von den Dateinamen der deutschen Wörterbücher in /usr/lib/ispell liegen) starten. Den Parameter -d können Sie weglassen, wenn Sie die Umgebungsvariable DICTIONARY auf german bzw. deutsch setzen. Für einen einmaligen Gebrauch geschieht das bei der Bash mit export DICTIONARY=german. Möchten Sie dieses für immer in der Bash verankern, fügen Sie die Zeile in die Datei .bashrc ein – lesen Sie danach diese Konfigurationsdatei mit dem Kommando source .bashrc neu ein.

Auf gute Zusammenarbeit – Ispell und andere Programme

Wussten Sie, dass auf Ispell viele andere Programme, die eine Rechtschreibprüfung anwenden, aufsetzen? Im XEmacs z. B. können Sie unter Edit/Spell zunächst ein Wörterbuch auswählen. Wenn Sie dann auf den Button Spell klicken oder unter Apps/Spell-Check Buffer aufrufen, wird Ispell aufgerufen. Tipp: Mit [Strg-h] gibt es auch hier eine Hilfe – die möglichen Kommandos erscheinen unten im Fenster.

Abbildung 2: Ispell im XEmacs

Auch im KDE-eigenen Editor KWrite können Sie ein Wörterbuch Ihrer Wahl einstellen. Gehen Sie dazu über Settings/Preferences... (s. auch Abbildung 3). Praktisch: Hier kann gleich unter Encoding: eingestellt werden, welcher Zeichensatz benutzt werden soll.

Abbildung 3: KWrite konfigurieren

Jetzt können Sie unter Tools/Spelling die Rechtschreibprüfung anwerfen. Auch hier bekommen Sie, sofern ähnliche Wörter gefunden werden, Vorschläge zur Korrektur. In einem Statusbalken sehen Sie außerdem, wieviel Prozent des Dokuments bereits nach Fehlern durchforstet wurden.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

621 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 03/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Duden Korrektor unter 64-Bit
Duden Korrektor unter 64-Bit
Tim Schürmann, 06.02.2012 10:36, 0 Kommentare

Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 e...

Aktuelle Fragen

Ubuntu 11.10 Compiz 3D Cube flackern
Moritz Obenauer, 12.02.2012 12:25, 0 Antworten
Hallo! Ich habe Ubuntu 11.10 mit Unity und den Compiz 3D Cube ein gerichtet. Er funktioniert...
Suse 12.1 Bootvorgang bleibt seit Update stehen
Wimpy *, 12.02.2012 09:22, 2 Antworten
Seit Update auf Kernel 3.1.9-1.4-desktop i686 bleibt der Bootvorgang stehen. Es erscheint der gr...
N24 Stick (Huawei E173) und Ubuntu 11.04
Patrick Obenauer, 11.02.2012 11:54, 1 Antworten
Hallo zusammen! Ich benutze einen alten Laptop, der mit Ubuntu 11.04 flott und problemlos läuft....
Wie kann man beim Einsatz von Compiz die Fenster-Dekoration einstellen?
GoaSkin , 10.02.2012 20:12, 0 Antworten
Hallo, ich nutze Linux Mint mit dem Gnome-Derivat Mate. Da die Distribution Compiz nicht autom...
rndc reload zone - failed bad zone
Ludwig jun. B., 06.02.2012 16:08, 2 Antworten
Schönen guten Tag, ich habe folgendes Problem. Immer wenn ich folgendes Kommando ausführen bek...