Newsgroups offline lesen: leafnode

Die Hierarchie der Newsgroups ist bunt und breit gefächert. Sie bekommen auf jede Frage, die Sie dort stellen, eine kompetente Antwort. Sollten Sie jedoch Ihre Online-Zeit im Minutentakt bezahlen, dann können diese Antworten zuweilen ein Loch in Ihren Geldbeutel schneiden, wenn Sie sie bei laufender Verbindung zum Newsserver lesen.

Für jede Aufgabe bietet Unix/Linux ein schnelles, mächtiges Tool, und wer seine Newsgroups ohne Netzverbindung und Onlinekosten lesen will, der kann sich im Nu eine Perle unter den Newssystemen konfigurieren: Leafnode.

Leafnode holt die gewünschten Newsgroups vom Server, aktualisiert die Liste der verfügbaren Gruppen, verschickt Ihre Postings, löscht alte Beiträge und verschont Sie mit Newsgroups, die Sie nicht mehr interessieren. Das Programm bemerkt, was Sie seit geraumer Zeit ungelesen lassen. Sollte das Paket leafnode nicht auf den CDs Ihrer Distribution enthalten sein, finden Sie die verschiedenen Versionen als tar.gz-Archiv unter http://www.leafnode.org.

Leafnode geteilt durch drei

Das Newssystem Leafnode eignet sich für Rechner ohne große Netzwerk-Anbindung und mit geringem Platz auf der Festplatte, und es setzt sich aus drei Teilen zusammen: Das Programm texpire, das die Löscharbeiten übernimmt und alte Beiträge von der Festplatte tilgt, fetchnews, das abonnierte Newsgroups vom Server zieht und Ihre eigenen Postings hochlädt, und der eigentliche lokale NNTP-Server leafnode, der das Verwalten der Gruppen übernimmt.

Die Vorbereitung

Damit leafnode auf Ihrem Rechner als lokaler NNTP-Server läuft und von jedem Newsreader, den Sie benutzen, auch erkannt wird, muss Ihr Rechnername in der Umgebungsvariablen $NNTPSERVER stehen. Öffnen Sie als Root in einem Editor die Datei /etc/profile und nehmen sie diesen Eintrag vor:

NNTPSERVER=localhost
 export NNTPSERVER

Zusätzlich tragen Sie in die Datei /etc/nntpserver ebenfalls localhost oder den Namen Ihres Rechners ein, falls dort noch nichts stehen sollte.

Als Benutzer einer SuSE-Distribution sollten Sie die Variable NNTPSERVER mit dem Konfigurations-Tool Yast ändern, da so automatisch das Skript SuSEconfig aktiviert wird.

Im nächsten Schritt müssen Sie den nntp-Eintrag in der Datei /etc/inetd.conf auskommentieren durch das Entfernen des #-Zeichens.

nntp stream tcp nowait root /usr/sbin/tcpd /usr/sbin/leafnode

Der inetd-Daemon schaltet auf diese Weise den von Ihnen gewünschten Netzwerkdienst des NNTP-Servers frei. Ist kein nntp-Eintrag vorgegeben, erstellen Sie sich diese Zeile abhängig davon, in welchem Verzeichnis Leafnode installiert wurde, beispielsweise /usr/sbin/leafnode oder /usr/local/sbin/leafnode. Dies ist übrigens eine gute Gelegenheit, die Dienste, die sie nicht brauchen, zur Sicherheit abzuschalten. Nach einem Neustart des inetd durch den Befehl rcinetd restart lauscht Leafnode am Port 119 Ihres Rechners, was Sie mit dem Kommando telnet localhost 119 überprüfen lönnen.

Abbildung 1: leafnode antwortet auf telnet localhost 119

Bevor Sie daran gehen, die Konfiguration von Leafnodes Ihren Bedürfnissen anzupassen, geben sie noch in der Datei /etc/crontab Ihrem Cron-Daemon eine Uhrzeit mit auf den Weg, zu der er das Programm texpire zum Löschen der alten Artikel aktiviert:

0 22 * * *     root  test -x /usr/sbin/texpire && /usr/sbin/texpire

Der Eintrag test -x stellt fest, ob es die ausführbare Datei /usr/sbin/texpire auf Ihrem Rechner gibt und startet diese um 22 Uhr. Um Ihnen die Unsicherheit beim Editieren der Datei /etc/crontab zu nehmen, haben wir in Heft 12/2000, Seite 80, eine genaue Anleitung zum Cron-Daemon beschrieben. Das Verzeichnis, in dem das Programm texpire auf Ihrem Rechner gespeichert ist, kann vom obigen Beispiel abweichen. Wenn Sie nicht wissen, wie der Pfad zu dem entsprechenden Programm ist, können Sie sich als Root mit dem Kommando type texpire Klarheit verschaffen.

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