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XPilot

Multiplayer-Spaß

Psychologische Waffen – beschimpfen erlaubt?

Neben der Steuerung des Schiffs und dem Einsatz der Waffen spielt auch die psychologische Strategie eine Rolle. Wobei wir auch bei der ersten Grundregel angelangt wären: Am eigenen Versagen sind Sie nie selbst Schuld, sondern der Client, die Netzwerkverbindung oder das unglaubliche Glück des Gegenspielers. Hier einige englische Ausdrücke, mit denen Sie das signalisieren können: "lucky, pure luck, never!, hacked!, filth!, pathetic, stray, no way!, die!, smash, hands off, damn, forget it, hey, doh, oh my". Als Übung können Sie diese ins Deutsche übersetzen.

Es erübrigt sich fast von selbst, auf die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Spielern hinzuweisen. Die Chat-Zeile gehört einfach zu einem Netzwerkspiel im Internet dazu und wird mit der Taste [M] ("message") aktiviert. Die Sprache der XPilot-Spieler hat einige Besonderheiten. Sogenannte "item-wussies" sind Spieler mit Sammelleidenschaft für Gegenstände, "suiciders" begehen aus Feigheit Selbstmord und "(base) sitters" sind Teilnehmer, die nicht angreifen. Sie können sogar mit dem Server sprechen, der nämlich die Kommandos /advance, /help, /kick, /lock, /password, /pause, /queue, /reset, /set, /team und /version versteht. Beispiel: m/help set. Auf diese Weise können Sie den Server ohne Neustart konfigurieren; allerdings benötigen Sie für die meisten Operator-Befehle ein in der Weltkarte mit dem Kommando /password definiertes Kennwort.

Nun sind Sie der Weltkarten newbie-demo.xp und der fabriksmäßig voreingestellten default.xp überdrüssig? Dann ist es an der Zeit, sich mit den vielen XPilot-Welten zu beschäftigen. Eine bebilderte Übersicht finden Sie etwa unter der URL http://www.undue.org/homepages/matt/xpilot/maps.html. Es gibt drei Grundtypen von XPilot-Welten: Duelle, Rennen und Balljagd. Mit dem Einzelkampf wie in der Standardkarte sollten Sie beginnen, um sich später an Rennen zu versuchen und schließlich die hohe Kunst des Ballspiels zu erlernen.

Die mit Abstand beliebteste XPilot-Welt nennt sich "Bloods Music 2". Zwei Teams aus je vier Spielern versuchen dabei, den Ball des gegnerischen Teams zu stehlen und in der eigenen Garage zu plazieren. Das ist gar nicht einfach, weil der Ball ein ganz schönes Gewicht hat. Ja, tatsächlich gehorcht in XPilot alles physikalischen Gesetzen und wird auch entsprechend berechnet: Erdanziehung, Massen, Abprallwinkel, usw. Gelingt der Raub, dann gibt es eine Menge Punkte für das Team und entsprechend viele Minuspunkte für das gegenerische Team, weshalb dieses alles versucht, um den eigenen Ball zu beschützen. Dazu gehört auch der Einsatz der Bordkanone, deren Treffer den Gegner eines seiner Leben kostet (pro Runde hat man vier Leben) und ihn zurück an seine Home-Basis bringt. Beachten Sie jedoch: "Bloods Music" ist der Tummelplatz der XPilot-"Götter" und daher nur für geübte Spieler zu empfehlen.

Aber zum Glück gibt es eine ganze Menge anderer interessanter Weltkarten, wie z. B. auf folgender subjektiven Liste: "Tourmination", "New Dark", "Hell", "Hi there", "Teamball", "The caves", "Pizza" und "Mad Cow Disease" (s. Abb. 4). Letztere ist wegen ihrer besonderen Originalität mein persönlicher Favorit, auch wenn man alle Gags nach wenigen Runden gesehen hat.

Abbildung 4

Abbildung 4: Ausschnitt aus der Welt "Mad Cow Disease"

Falls Sie jemals selbst eine Weltkarte entwerfen, dann berücksichtigen Sie die Schwierigkeiten von nicht-lokalen Spielern, d. h. weiche Wände, an denen man nicht sofort zerschellt und eine niedrige Bildwiederholfrequenz von zwölf Bildern pro Sekunde ("12 frames per second"). Die Konstruktion von Welten geht über den Anspruch dieses Artikels hinaus, ist aber schon mit einem Texteditor und etwas Fleiß möglich.

XPilot-Client und -Server kommunizieren auf der Grundlage des UDP/IP-Protokolls miteinander, was gegenüber TCP/IP den Vorteil der Fehlertoleranz hat. Kommt ein UDP-Paket mal nicht an, dann versucht der Linux-Kernel keine erneute Übertragung, denn die Übertragung dauert gemessen an der menschlichen Reaktionszeit lange, und in der Zwischenzeit würde der Spieler das weitere Spielgeschehen verpassen, welches in Form neuer UDP-Pakete längst vorliegt. Man lernt bei XPilot sehr schnell, wie hoch die menschliche Reaktionszeit ist – ungefähr 20 ms. Im lokalen Ethernet (10 Mbit/s) liegen die Laufzeiten für Datenpakete mit 2 ms meist darunter, während man im Internet oft jenseits der 20-ms-Grenze spielt. Lag (sprich gedehntes L-A-G) nennt man die Verzögerung im XPilot-Jargon. Und wenn der Lag daran Schuld ist, dass man in der entscheidenden Situation die Kontrolle über das Schiff verliert, dann sind in der Chat-Zeile des Clients auch Zusammensetzungsformen mit Vulgärausdrücken zu lesen, die sich hier nicht abdrucken lassen.

Messen kann man die Laufzeiten zum Server z. B. mit dem Kommando ping, das in der Spalte time= die Laufzeiten angibt. Über 60 ms ist man stark benachteiligt, und über 100ms spielt man eher aus Höflichkeit oder zum Training. Sogenanntes Lag-Training hilft für die mehrmals jährlich stattfindenden Team-Cups, bei denen zwei Tage lang Teams aus verschiedenen europäischen Ländern gegeneinander antreten. Dann muss man nämlich mit der Verzögerung zu weit entfernten Servern umgehen können.

wt@backstage:~> ping -c 5 wonder2.e.kth.se
 PING wonder2.e.kth.se (130.237.48.16): 56 data bytes
 64 bytes from 130.237.48.16: icmp_seq=0 ttl=51 time=44.3 ms

Falls Sie auf Probleme mit XPilot stoßen, ist die Newsgroup rec.games.computer.xpilot die richtige Adresse. Sie können dort auch auf Deutsch Fragen stellen, ich habe die Leute vorgewarnt. Die Newsgroup ist auch die richtige Anlaufstelle für die Suchtberatung. Beispielsweise sollten Sie versuchen, von XPilot loszukommen, wenn Sie nach dem Spiel längere Zeit rote Dreiecke vor Augen haben, evtl. sogar Schwindelgefühle… XPilot-sickness ist der Fachausdruck für derlei Beschwerden. Ein entsprechender Artikel "XPilot – wie komme ich davon wieder los" ist bereits in Vorbereitung. Bis der erscheint, können Sie ja ein paar Runden spielen.

Der Autor

Winfried Trümper entwickelt durchgeknallte Konzepte zur Weiterentwicklung von Unix, wie z. B. sql4txt, docfs, shobj oder file-rc. Da er davon und vom Xpilot spielen alleine nicht leben kann, bestreitet er seinen Lebensunterhalt durch Perl-Programmierung und Systemadministration. Zu erreichen ist er unter mailto:me@wt.xpilot.org.

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LinuxUser 05/2014

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